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»Entdecken, was uns verbindet«

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Kreisheimatpfleger Dr. Christian Soika hat in Zusammenarbeit mit dem Holzknechtmuseum Ruhpolding (Foto), dem Museum Salz und Moor Grassau und dem Museum Maxhütte Bergen ein Angebot zusammengestellt, das speziell Familien mit Kindern ansprechen soll. (Foto: Ruhpolding Tourismus GmbH/Andreas Plenk)

Unter dem Motto »Entdecken, was uns verbindet« steht der Tag des offenen Denkmals am kommenden Sonntag. Für den Landkreis Traunstein hat Kreisheimatpfleger Dr. Christian Soika in Zusammenarbeit mit drei Museen – dem Museum Salz und Moor Grassau, dem Museum Maxhütte Bergen und dem Holzknechtmuseum Ruhpolding – ein Angebot zusammengestellt, das speziell Familien mit Kindern ansprechen soll.


Darüber hinaus gibt es noch eine Reihe weiterer Angebote zum Denkmaltag. Der Eintritt ist am Denkmaltag frei.

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Die drei Museen widmen sich den Grundlagen unserer Wirtschaft: Salz, Eisen und Holz waren viele Jahrhunderte lang Grundlagen für große Wirtschaftskraft und damit Voraussetzung für kulturelle Blüte. Im Museum Salz und Moor im Klaushäusl zwischen Grassau und Rottau geht es um eine technische Meisterleistung, die bayerischen Soleleitungen. Im Museum befindet sich die einzig noch erhaltene Pumpstation der Leitung. Der Bau dieser »ersten Pipeline der Welt« von Bad Reichenhall nach Rosenheim gelang nur, weil Rohstoffe wie Holz und Eisen in der Region vorhanden waren.

Das Museum Salz und Moor ist am Denkmaltag von 11 bis 17 Uhr geöffnet. Eine Führung mit Museumsleiter Stefan Kattari ist um 11 Uhr, dazu gibt es ganztägig ein Kinderprogramm.

Die Maximilianshütte in Bergen war eine der bedeutendsten Eisenhütten Bayerns. Berg- und Hüttenleute, Köhler, Holzknechte und Fuhrleute arbeiteten für das Unternehmen in der einstigen Industrieregion Chiemgau. Einige Gebäude sind noch erhalten und stehen unter Denkmalschutz. Das Museum Maxhütte ist in einem ehemaligen Werksgebäude untergebracht und gibt Einblicke in die Geschichte, macht deutlich, wie aus Eisenerz Eisen entsteht und vermittelt Kenntnisse über Eisenverarbeitung, Gusstechnik und Maschinenbau.

Zinngießen wie anno dazumal

Das Museum ist am Denkmaltag zwischen 10 und 16 Uhr geöffnet. Museumsleiter Hans Reich bietet Führungen durchs Museum an. Ein spezielles Programm für Kinder von 8 bis 15 Jahren gibt es ab 13.30 Uhr; dabei kann der Nachwuchs wie anno dazumal Zinn gießen.

Das Holzknechtmuseum Ruhpolding widmet sich dem Leben und der Arbeit der Holzknechte in den Chiemgauer Bergen. Holz war jahrhundertelang das wichtigste Brennmaterial in der Saline in Traunstein und bei der Eisenverhüttung und Gießerei im nahegelegenen Eisenwerk Maxhütte in Bergen. Das zugehörige Museumsfreigelände zeigt Originalnachbauten von Holzknechthütten, Inszenierungen zur Holzarbeit und interaktive Stationen.

Am Tag des offenen Denkmals ist das Holzknechtmuseum von 10 bis 17 Uhr geöffnet. Museumsleiterin Dr. Ingeborg Schmid bietet Führungen an. »Vom Holz aufs Papier – Malen und Zeichnen für die ganze Familie« heißt es ab 15.30 Uhr.

Am Denkmaltag ist auch die St.-Georg-Kirche in Ruhpolding geöffnet. Der 1095 geweihte Vorgängerbau ist die erste Kirche in Ruhpolding gewesen, dort stand auch die »Ruhpoldinger Madonna«. Das heutige Gotteshaus entstand ab 1738 im Stil des Rokoko. Standort der Ruhpoldinger Madonna von 1220/30.

Am Tag des offenen Denkmals ist die Kirche von 14 bis 20 Uhr geöffnet. Eine Führung durch die Kirche gibt es gleich um 14 Uhr, um 19 Uhr findet ein Kirchenkonzert statt.

Im Künstlerhaus Exter in Übersee-Feldwies ist am Denkmaltag das letzte Mal die Ausstellung »Julius Exter (1863 bis 1939) – Moore, Bäche, See« zu sehen. Außerdem findet ein Antik- und Trödelmarkt zu Gunsten des Exter-Hauses statt.

Julius Exter war Mitbegründer der »Münchener Secession«, einer Vereinigung von avantgardistischen Malern. 1902 erwarb er das historische »Stricker«-Anwesen in Feldwies, baute es zum Künstlersitz um und ließ sich 1917 endgültig dort nieder. Hier entstanden viele seiner von vitaler Farbenpracht gekennzeichneten Bilder. Das Künstlerhaus Exter ist am Denkmaltag von 10 bis 19 Uhr geöffnet.

Ebenfalls geöffnet ist am kommenden Sonntag das Museum Torfbahnhof in Rottau, dass ich über 30 Jahre Denkmalschutz für seine Gebäude freut. Kostenlose Museumsführungen finden um 11, 14 und 16 Uhr statt.

Am Tag des offenen Denkmals ist auch das Kloster Baumburg geöffnet, und zwar von 13 bis 18 Uhr. Vom 1105 gegründeten und in der Säkularisation abgerissenen Kloster der Augustinerchorherrn steht heute unter anderem noch die St.-Margaretha-Kirche im Stil des Chiemgauer Rokoko; eine Führung durch das Gotteshaus wird um 14 Uhr angeboten.

Führung durchs Landschaftsdenkmal

Der Historische Verein Rupertiwinkel rückt am Tag des offenen Denkmals den Schönramer Filz, ein besonderes Naturidyll und Landschaftsdenkmal, in den Fokus. Der Filz ist ein etwa 56 Hektar großes Naturwaldreservat in fast vollständigem Besitz der Bayerischen Staatsforsten. Bisher fand das Hochmoor als Erholungsraum und Lebensraum seltener Tier- und Pflanzenarten Beachtung. Weniger bekannt ist, dass der Filz, lange vor dem industriellen Torfabbau Anfang des 20. Jahrhunderts, eine über Jahrhunderte von Menschenhand geformte Kulturlandschaft und menschlicher Lebensraum ist.

Treffpunkt zur geführten Wanderung ist um 14 Uhr am großen Parkplatz der Heidewanderung.

 

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