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Entbürokratisierung beim Kurbeitrag

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Inzell. Eine Entbürokratisierung und eine kundenfreundlichere Gestaltung des Kurbeitrags beschloss der Inzeller Gemeinderat. Ab 1. Mai zahlen Seminar- und Tagungsteilnehmer pauschal knapp die Hälfte des normalen Kurbeitrags. Pro Tag und Person sind nur ein Euro statt 2,10 Euro fällig. Bisher musste im Einzelfall entschieden werden, ob ein Kurbeitrag zu zahlen ist oder nicht, je nachdem ob der Tagungsteilnehmer Freizeit zur Nutzung der Inzeller Angebote hat.


Im Vorfeld hatte die Gemeinde laut Bürgermeister Martin Hobmaier Gespräche mit den am meisten betroffenen Gästehäusern geführt. Die Vereinfachung durch die Pauschalierung soll laut Hobmaier auch dazu anregen, im Tagungsprogramm Freiräume für den Genuss der touristischen Infrastruktur zu lassen. Mit in die Satzung wurde die Befreiung von Kader- und Berufssportlern vom Kurbeitrag aufgenommen.

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Als weitere Änderung ab 1.  Mai wurden für die Zweitwohnungsbesitzer in Inzell neue Pauschalsätze erarbeitet, die von jedem Wohnungsbesitzer jährlich im Voraus erhoben werden sollen. Damit muss er nicht bei jedem Aufenthalt in Inzell erneut zur Gemeinde gehen und zahlen. Bei Nutzung der Wohnung an bis zu 30 Tagen im Jahr fallen 50 Euro an, bei bis zu 50 Tagen 80 Euro, bei bis zu 75 Tagen 120 Euro. Alles was darüber geht, ist einzeln anzumelden und zu zahlen. Der Gemeinderat stimmte dem Neuerlass der Kurbeitragssatzung einhellig zu. Gleichzeitig wurde die derzeit gültige Satzung, die zuletzt 2010 geändert worden war, außer Kraft gesetzt.

Ebenfalls einstimmig billigte das Gremium zwei private Bauvorhaben. In einem Fall ging es um die geplante Erweiterung einer Schreinerei und des Wohnraumes in Reith. Das als Holzlager genutzte Obergeschoß der Schreinerei soll als Wohnung mit einer Fläche von 175 Quadratmetern für den Betriebsnachfolger ausgebaut werden. Dazu soll der Dachfirst verschoben und eine Dachseite um etwa 1,50 Meter angehoben werden. Für das neue Holzlager soll auf dem Grundstück ein neues gewerbliches Gebäude in der Nähe des bestehenden Gebäudes errichtet werden. Der Gemeinderat erteilte sein Einvernehmen. Es soll jedoch der Immissionsschutz geprüft werden, und die gemeindliche Hauptwasserleitung samt Hydrant auf dem Grundstück darf nicht überbaut werden.

Ein bereits genehmigter Freilaufstall in Teisenberg soll auf Anraten des Landwirtschaftsamtes eine Überdachung der ursprünglich offen geplanten Außenliegeboxen erhalten, um eine artgerechte Tierhaltung zu gewährleisten. Die Überdachung soll mit 16 Metern Länge und vier Metern Breite in Verlängerung des Stalldaches errichtet werden.

Weiter informierten Bürgermeister Hobmaier und Annelie Gromoll über die Betreuungsarbeit für die Asylbewerber. Die Zusammenarbeit mit den Behörden habe sich verbessert, und man habe in Kooperation mit einem örtlichen Kreditinstitut eine bessere Möglichkeit der Geldauszahlung gefunden. Da die Gemeinde kein Bargeld ausgeben könne, schreibe sie einen Auszahlungsschein, den die Asylbewerber dann auf der Bank einlösen könnten.

Eine ehemalige Lehrerin lehrt die Kinder, die auch die hiesige Schule besuchen, und die Erwachsenen die deutsche Sprache. Ein dichtes Netz engagierter ehrenamtlicher Helfer sei inzwischen entstanden. Gebrauchte Hilfsgüter wie Schuhe, Bekleidung oder Fußbälle wurden von den Bürgern an einer zentralen Sammelstelle für die Asylbewerber abgegeben.

Aus nichtöffentlicher Sitzung gab Hobmaier bekannt, dass die Antragstellung für ein Sommereis 2014 in der Max-Aicher-Arena und die Eishallennutzung bei den Winterspielen des Genossenschaftsverbandes Bayern genehmigt wurden. Zudem wurden für die Eishalle Pellets und ein Traktor beschafft. Zu Erschließung des Baugebiets Gschwall Nord wurde der städtebauliche Vertrag genehmigt und ein Kostenerstattungsvertrag mit der Bayern Grund geschlossen. vm