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Energiekosten laut Plan um zwei Drittel gesenkt

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Heizungsbauer Andreas Schmid (von links) und Planer Christoph Goy erläuterten die neue Heizanlage in Rottau unter anderem Hans Jawurek vom Arbeitskreis erneuerbare Energien und Bürgermeister Rudi Jantke. (Foto: Giesen)

Grassau. Im Beisein von Gemeinderäten und Mitgliedern des Arbeitskreises erneuerbare Energien eröffnete Bürgermeister Rudi Jantke die komplett sanierte Heizanlage im Rottauer Kindergarten, die nun zugleich das daneben liegende »Arzthaus« mit Wärme versorgt. Anstelle dieses Hauses stand bis 1970 die 1906 erbaute Volksschule für die Rottauer Grundschüler. 1987 baute die Gemeinde an dieser Stelle das lang ersehnte Haus mit Arztpraxis, die allerdings vor einigen Jahren aufgelöst wurde. Nun ist im Erdgeschoß die Kinderbetreuung für Kleinkinder und eine Nachmittagsbetreuung für Schulkinder untergebracht. Die oberen Stockwerke werden als Wohnungen vermietet.


Bei der Inbetriebnahme der neuen Heizanlage erläuterte Christoph Goy vom Planungsbüro Goy für Hochbau und technische Gebäudeausrüstung in Rottau die neue Heizanlage. In den Häusern hatten sich im Keller bisher zwei Heizkessel, ein Warmwasserspeicher und zwei Öltanks befunden, wobei der Kessel im Arzthaus demnächst hätte ausgetauscht werden müssen.

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Nun wurde die Heizung mit einer zentralen Pelletheizung im Keller des Kindergartens für beide Gebäude komplett erneuert. Das Arzthaus wird über eine Fernwärmeleitung versorgt. Zusätzlich wird die Heizung mit einer Solarthermieanlage auf den Dächern unterstützt. Die beiden Warmwasserbereiter wurden gegen Frischwassermodule ausgetauscht.

Auch der zuständige Heizungsbauer Andreas Schmid erläuterte die neue technische Anlage und erklärte, dass das Rohrleitungssystem in beiden Häusern hydraulisch abgeglichen wurde, indem sämtliche Thermostatventile ausgetauscht und eingestellt wurden. Auch die Heizkreispumpen wurden durch Energiesparpumpen getauscht. Planer Christoph Goy rechnete vor, mit der neuen Pelletheizung mit 49 Kilowatt und einem Jahresverbrauch von rund 15 Tonnen Pellets plus Solaranlage als Röhrenkollektor mit acht Quadratmetern auf dem Kindergarten und 12 auf dem Arzthaus könnten die Betriebskosten erheblich gesenkt werden. Die Kosten vor der Sanierung betrugen pro Jahr rund 12 065 Euro, nach der Sanierung rund 4467 Euro.

Die Sanierung kostete knapp 84 500 Euro, erläuterte Goy, wobei der Kostenvoranschlag noch einmal um 3000 Euro unterschritten wurde. Voraussichtlich habe sich die Anlage nach elf Jahren amortisiert, so der Planer. Die Daten der Heizanlage werden ein Jahr lang monatlich dokumentiert und im September nächsten Jahres ausgewertet, sodass genau beziffert werden könne, wie viel Energie die Solar- und wie viel die Pelletanlage erzeugte, kündigte Goy an. Bürgermeister Rudi Jantke freute sich über die gelungene Sanierung und auch darüber, dass die Planer und Heizungsbauer am Ort die Anlage bei Bedarf jederzeit überprüfen können.

Hans Jawurek vom Arbeitskreis für erneuerbare Energien, der die Umsetzung der neuen Heizanlage vorangetrieben hatte, und Xaver Schreiner begrüßten es besonders, dass sich der Schadstoffausstoß durch die neue Heizanlage erheblich verringert habe. gi