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»Energie muss künftig auch aus Wasserkraft kommen«

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Die Neuen im Ökomodell Achental stellten sich in der Jahresversammlung vor (von links): Stefan Kattari, verantwortlich für die Gebietsbetreuung, ILE-Managerin Stephanie Weyerer und Regionalmanager Robert Wojcik. (Foto: T. Eder)

Staudach-Egerndach. Viele Erfolge kann das Ökomodell Achental bislang verbuchen. Da ist Vorsitzender Josef Loferer bei der Jahresversammlung im Gasthof Ott zu Recht stolz auf Ehrungen und Auszeichnungen gewesen. Dass hinter den Erfolgen viel Arbeit steckt, war seinem Bericht wie auch dem von Geschäftsführer Wolfgang Wimmer zu entnehmen. Interessante Informationen gab es bei der Versammlung zur angestrebten Wasserkraft.


Als eine der wichtigsten Aufgaben beschrieb Loferer das Programm »Integrierte ländliche Entwicklung« mit dem Schwerpunkt Energiekonzept zur »Energieautarkie 2020«. »Dieses Ziel ist ohne massiven Eingriff in unser Leben nicht zu erreichen«, sagte Loferer und meinte, dass man sich an Windräder im nördlichen Landkreis gewöhnen und Achentaler Energie künftig auch aus Wasserkraft kommen müsse. Auch im Tourismus sei einiges in Bewegung. Bürgermeister und Leiter der Tourist-Informationen würden an einer Neuauflage der »Achental-Card« und einer Ausweitung der Achental-Buslinie bis Kössen und Traunstein arbeiten.

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Im Europäischen Förderprogramm »Alpstar« sei das Achental die einzig deutsche Pilotregion, wobei hier grenzübergreifend der klimaneutrale Alpenraum bis 2050 das Ziel sei. Weitere Projekte im Bereich Regionalmanagement seien die Förderung CO2-neutraler Mobilität, die Erstellung einer Energieroute und eines Waldenergielehrpfads, die Überarbeitung der Ökomodell-Richtlinien, ein regionales Rezeptbuch und ein Ökomodell-Lesekreis.

Ein wichtiges Thema im Bereich Gebietsbetreuung liege in der Umweltbildung. Unter dem Motto »Abenteuer Natur« halte das Ökomodell unterrichtsbegleitende Angebote und Naturerlebnisse für Kindergärten, Schulen und Familien bereit. Geplant sei außerdem, Blühflächen mit einheimischem Saatgut anzulegen. Zudem will man einen Schülerpreis ausloben.

Stolz zeigte sich Loferer über den Preis »Kommunaler Klimaschutz 2012« und den »Energy Award«. Gleichwohl bedeute es auch große Anerkennung, dass das Achental erneut als »Bioenergie-Region« ausgewählt wurde und Gipfelprojekte bis 2015 weiterhin eine EU-Förderung erhalten.

Ganz aktuell konnte Geschäftsführer Wolfgang Wimmer über den Stand zu den geplanten Fließwasserkraftwerken in der Tiroler Ache informieren. Der erste Entwurf liege vor. Wichtig sei, den Charakter der Ache beizubehalten und die standort-spezifischen Rahmenbedingungen wie Hochwassersituation zu berücksichtigen. Hierzu zähle auch die Schaffung von ausgeprägten Korridoren für ökologische Durchgänge. Insgesamt könnten vier Kraftwerke, die rund 1500 Haushalte versorgen, eingebaut werden. Man sei sich im Ökomodell einig, dass dieses Projekt sinnvoll sei und als großes Gemeinschaftsprojekt umgesetzt werden solle.

Die Fernwärmeanlage in Grabenstätt, zu der erst im August der Spatenstich erfolgte, konnte letzte Woche in Betrieb gehen, berichtete Wimmer. Im Mai nächsten Jahres will man dieses Ereignis mit einem großen Bioenergietag feiern. Er erinnerte an den vergangenen Bioenergietag in Grassau und die Einweihung des Heat-Pipe-Reformers. Nach einer Studie, so Wimmer, wurden 2011 im Achental 16 Prozent des Strombedarfs und 40 Prozent der Wärmeenergie aus erneuerbaren Energien selbst erzeugt. Wimmer schätzt diese Zahlen für 2012 noch höher, zumal einige Projekte in dieser Bilanz noch nicht erscheinen.

Schatzmeister Hans Haslreiter erklärte, dass die Auszeichnung »Kommunaler Klimaschutz« mit 20 000 Euro dotiert war und im Rahmen der Bioenergie-Region für die nächsten drei Jahre 400 000 Euro an Fördermitteln bereitstehen.

In der Diskussion wurde nach weiteren Möglichkeiten alternativer Energie gefragt. Laut Loferer spreche für Windräder südlich der Autobahn derzeit nichts. Zwar sei die Windausbeute vorhanden, dann müsse man aber auf die Bergkuppen gehen, was dem Landschaftsbild widerspreche. Auch seien Windräder keine Alternative zur Wasserkraft. Mit Photovoltaikanlagen sei man im Achental gut bedient, zumal in Bayern die Sonnenausbeute höher liege als an der flachen Nordsee.

Wolf Steinert interessierte, ob zur Finanzierung der Wasserkraft eine Genossenschaft angedacht sei. Dies sei noch nicht fixiert. Er persönlich, so Loferer, denke, dass mindestens 51 Prozent in öffentlicher Hand liegen müsse, um Spekulationen zu verhindern. Zu den Kosten konnte Loferer noch keine Auskunft geben; sie würden sich aber »im Millionenbereich« bewegen. tb