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Energetische Sanierung als Schwerpunkt

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Inzell. »Ein bisschen was von unserem Investitionsstau können wir heuer abbauen«, zeigte sich Bürgermeister Martin Hobmaier erfreut: Bei nur einer Gegenstimme (Annelie Gromoll) billigte der Gemeinderat den Gemeindehaushalt 2013 mit Finanz- und Stellenplan sowie die Haushaltssatzung. Hauptaugenmerk sind heuer angesichts steigender Strom- und Energiekosten energetische Sanierungen: 550 000 Euro investiert Inzell dafür, vor allem am Klärwerk, im Badepark und bei der Straßenbeleuchtung, die auf energiesparende LED-Technik umgerüstet wird.


Fast 90 000 Gäste mehr in den vergangenen drei Jahren

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»Sehr positiv haben sich die Gästezahlen ausgewirkt, die sich in den vergangenen drei Jahren um fast 90 000 erhöhten«, nannte er eine der Ursachen für den finanziellen Spielraum. Dazu beigetragen hätten die Inzell-Card, die Max-Aicher-Arena und die individuellen Dienstleistungen der Vermieter. Die hohen Gästezahlen hätten auch zu einer Belebung beim Gewerbe und damit bei der Gewerbesteuer geführt.

Von den energetischen Sanierungen erhofft sich der Rathauschef Entlastungen im Verwaltungshaushalt in den nächsten Jahren. In den Einnahmen und Ausgaben beläuft sich dieser auf gut 12,6 Millionen Euro und der Vermögenshaushalt auf gut 4,6 Millionen Euro.

Auch heuer erhöhe die Gemeinde nicht ihre Steuern, und die Personalkosten blieben bis auf Tarifsteigerungen stabil, so Hobmaier weiter. Bei den Stromkosten rechnet die Gemeinde mit bis zu 15 Prozent Erhöhung. Beliefen sie sich 2012 noch auf rund 663 000 Euro, so wurden heuer 767 000 Euro veranschlagt, davon 451 500 Euro für das Eisstadion. Für Straßenunterhalt sind 65 000 Euro und für Brückensanierungen 35 000 Euro angesetzt. Für die Inzeller Touristik GmbH sind 750 000 Euro veranschlagt. Mehr kosten lässt sich die Kommune auch ihr Loipennetz, das für die aktuelle Saison überarbeitet worden war, samt Broschüre: Heuer sind Auszahlungen von 20 000 Euro an die Landwirte eingeplant. 2012 wurden 10 000 Euro ausgezahlt.

Der Haushalt 2013 sei »knapp, aber realistisch geplant«, urteilte Kämmerin Daniela Virella. Folgende Investitionen sieht der Vermögenshaushalt unter anderem vor: Im Rathaus sind 8400 Euro für sieben XP-Arbeitsplätze, 5000 Euro für Büromöbel und 8000 Euro für eine neue Telefonanlage vorgesehen. Für 5000 Euro werden fünf Fenster ausgetauscht. Der Gang erhält für 10 000 Euro eine neue Holzdecke und LED-Licht.

27 000 Euro für die Freiwillige Feuerwehr

Die Feuerwehr erhält für 12 000 Euro zehn Helme, eine Wärmebildkamera und einen Flaschenzug. Für 15 000 Euro wird das Dach des Feuerwehrheims saniert. In der Schule müssen unter anderem für 13 000 Euro die Schüler-PCs ausgetauscht werden. Im Ludwig-Schwabl-Sportpark an der Eishalle wird für 54 000 Euro die Kunststoffbahn erneuert.

Die Ausgaben für das Eisstadion im Verwaltungshaushalt gliedern sich in 200 000 Euro Bauunterhalt, 8000 Euro Anschaffungen wie Absperrgitter, Schwenkkran und Werbe-Banner sowie 200 000 Euro für abschließende Kosten des Baus, unter anderem Anwaltskosten für die noch laufenden Rechtsstreitigkeiten mit Firmen.

Für den Badepark werden 16 000 Euro in neue Liegen, ein Klimagerät und einen Spielplatz investiert sowie 18 500 Euro für Ersatzbeschaffungen. Allein 200 000 Euro nimmt die Gemeinde für energetische Sanierungen im Bad in die Hand.

Alle Fraktionen bis auf Gromoll (Offene Bürgerliste/Freie Wähler) bekannten sich zu dem Zahlenwerk trotz des vorübergehenden Schuldenanstieges auf rund 7,46 Millionen Euro, wobei rund 3,63 Millionen Euro auf entgeltfinanzierte Maßnahmen im Bereich Wasser und Abwasser entfallen.

Gromoll sagte, sie wünsche sich beim geplanten Baugebiet Gschwall auf von der Gemeinde erworbenem Grund eine andere Entwicklung. Nach Gesprächen mit Bürgern plädiert sie dafür, die anvisierten Nutzungen in der Gschwall, wo Wohnhäuser und ein Mischgebiet geplant sind, und im für ein Almdorf gedachtes Sondergebiet Außerfeld zu vertauschen: Für Familien sei zentrumnahes Wohnen idealer, während eine touristische Nutzung in der Gschwall ihrer Ansicht nach nachhaltiger und wirtschaftlicher ist. Da für die Erschließung in der Gschwall 200 000 Euro im Haushalt eingeplant seien, könne sie diesem Haushalt nicht zustimmen.

Bürgermeister Hobmaier verstand Gromolls Bedenken nicht: Egal was man in der Gschwall baue, fielen dort Erschließungskosten an. vm