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Endlich ein eigenes Zimmer für jedes Kind

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Pfarrer Stefan Hradetzky und Pastoralreferentin Dr. Melanie Lüking (unser Bild) segneten den neu renovierten Süd-Bau. (Foto: Mix)

Traunreut – Vor zwei Jahren wurde das neu gebaute Kinderhaus des Wilhelm-Löhe-Heims eingeweiht. Schon wenige Monate später begannen neue Bauarbeiten am Süd-Bau, die nun abgeschlossen sind. Bei der Einweihungsfeier zeigten die Kinder und Jugendlichen, die dort in vier Gruppen wohnen, stolz ihre neuen Zimmer.


Mit dem Umbau des aus dem Jahre 1972 stammenden Süd-Baus, auch Kurt-Klein-Haus genannt, ist die erste Etappe eines mehrjährigen Umbau- und Sanierungsprojekts abgeschlossen. Als nächstes kommt der Nord-Bau gleich daneben dran, der auch saniert wird. Dort entstehen ebenfalls Einzelzimmer und anstatt wie bisher sechs werden dann nur noch fünf Gruppen darin wohnen. Insgesamt bietet das Heim 88 Plätze.

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In 14 Monaten Bauzeit musste viel improvisiert werden

»Die Häuser sind in die Jahre gekommen und entsprechen nicht mehr den heutigen Ansprüchen einer modernen Kinder- und Jugendhilfe«, erklärte Andreas Karau, Geschäftsführer des Diakonischen Werks Traunstein bei der Feier. Wichtig sei vor allem, dass nun jedes Kind ein eigenes Zimmer hat. Nach 14 Monaten Bauzeit, in denen viel improvisiert werden musste, präsentiert sich das Haus nun mit völlig neuer, moderner Ausstattung. Auch Garten und Außenanlagen wurden ansprechend gestaltet.

In dem Haus wohnen vier Gruppen, die beiden Heilpädagogischen Intensivgruppen im Erdgeschoß und zwei Mädchengruppen im ersten Stock. In den Heilpädagogischen Intensivgruppen, die 2003 und 2005 entstanden, leben je fünf Kinder und Jugendliche mit frühkindlichen Bindungsstörungen, die Probleme mit dem sozialen Umfeld haben, aus verschiedenen Gründen traumatisierte und Kinder mit Autismus-Spektrums-Störung (ASS). Mädchengruppen für Bewohnerinnen, die einen besonderen Schutzbedarf haben, gibt es im Wilhelm-Löhe-Heim seit 1993. In den beiden Gruppen im ersten Stock wohnen je sechs Mädchen im Alter zwischen neun und 17 Jahren. Sie werden ausschließlich von Mitarbeiterinnen betreut.

Andreas Karau würdigte alle, die den Umbau ermöglichten, vor allem die Johannes-Heidenhain-Stiftung für deren großzügige Spende. »In die junge Generation investieren, ist unser Auftrag. Denn die Kinder sind entscheidend für die Entwicklung unserer Gesellschaft und das Miteinander«, betonte der Diakonie-Geschäftsführer.

Wichtig ist ein geschützter Raum

Gute Wünsche kamen außerdem von Margarete Winnichner, der zweiten Vorsitzenden des Diakonischen Werks, von Dekan Peter Bertram und Traunreuts Bürgermeister Klaus Ritter. Margarete Winnichner ist es wichtig, dass die Kinder und Jugendlichen einen geschützten Raum haben, der ihnen hilft, sich gut auf das Leben vorzubereiten. Dekan Bertram verknüpfte die Einweihung mit dem Erntedankfest: »Jedes Geschöpf Gottes ist mit Begabungen und Fähigkeiten ausgestattet, dafür sollten wir danken. Und es gibt viele Menschen, denen wir heute danken, weil sie hier wirken und gestalten.«

Das Stadtoberhaupt hob die Bedeutung des Löhe-Zentrums für die Stadt hervor, die »stolz ist, die Einrichtung hier zu haben«. Integration und Inklusion seien in Traunreut keine leeren Begriffe: »Wir leben sie hier jeden Tag.« Die kleine Feier wurde mit einer Trommelgruppe der Mitarbeiter und einer Gesangseinlage der 17-jährigen Bewohnerin Laura musikalisch umrahmt.

Die Segnung des sanierten Gebäudes nahmen der evangelische Pfarrer Stefan Hradetzky und Pastoralreferentin Dr. Melanie Lüking vor. Hradetzky hob hervor, wie wichtig ein Rückzugsort für jeden Menschen sei, an dem er fühlen könne, »hier bin ich sicher und geborgen, hier geht's mir gut, hier bin ich willkommen und wertgeschätzt«.

Im neu angelegten Garten einen Birnbaum gepflanzt

Im neu angelegten Garten pflanzten Margarete Winnichner und die Kinder einen kleinen Birnbaum, dessen Früchte sie hoffentlich noch ernten können, solange sie hier wohnen. Anschließend konnten sich alle Besucher im sanierten Haus umsehen. Die jungen Bewohner zeigten stolz ihre geräumigen Zimmer. Die Tatsache, dass nun jeder von ihnen sein eigenes Zimmer hat, trage schon jetzt dazu bei, dass es weniger Konflikte gebe, stellten die Erzieher fest.

Am Nachmittag feierte die Heilpädagogische Intensivgruppe HPI 2 noch in fröhlicher Runde ein kleines Jubiläum. Sie wurde 2005 gegründet und da aufgrund der Bauarbeiten im vergangenen Jahr das Zehnjährige ausfallen musste, wurde es nun nachgeholt. Höhepunkt der Feier war eine Vorstellung, die die Kinder mit einem Clown einstudierten und vorführten. mix