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Empfinger Hohlweg wird für Schwerverkehr gesperrt

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Der Empfinger Hohlweg soll für den Schwerlastverkehr gesperrt werden. Der Weg ist schmal und ein Begegnungsverkehr mit Lastwagen ist nur schwer möglich. (Foto: Oberkandler)

Traunstein – Der Empfinger Hohlweg wird in allernächster Zeit für den Schwerverkehr gesperrt. Das kündigte der Leiter des Amts für öffentliche Ordnung bei der Stadt Traunstein, Manfred Bulka, in der Bürgerversammlung am Montagnachmittag im Hofbräustüberl am Stadtplatz an.


Die Stadt reagiert damit auf einen Antrag von Reinhard Hauswirth, den dieser im Vorfeld der Bürgerversammlung bei der Stadt eingereicht hatte. In der Bürgerversammlung erläuterte er seine Argumente für den Antrag.

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Die Straße sei für Schwerverkehr nicht geeignet, betonte Reinhard Hauswirth. Der schmale Hohlweg mit dem zum Teil nur 60 Zentimeter breiten Gehsteig und unmittelbar angrenzenden Zäunen von Privatgrundstücken biete Fußgängern und Radfahrern kaum Ausweichmöglichkeiten, wenn ein Lastwagen oder Sattelzug die Straße befährt. »Kommt ein Pkw entgegen, dann wird es so eng, dass ein Aneinandervorbeikommen kaum möglich ist.«

Das Amt für öffentliche Ordnung hatte den Antrag geprüft und auch die Polizei eingeschaltet. »Die hat auch nichts gegen eine Sperrung«, berichtete Bulka. Die Schilder sollten demnächst aufgestellt werden.

Seit dem Bau der Nordostumfahrung bringt es Lkw-Fahrern keinen Vorteil mehr, den Hohlweg zu befahren. Bis dahin war es für Fahrzeuge die auf der Kreisstraße TS 1 aus Richtung Palling nach Traunstein fuhren, der kürzeste Weg ins Industriegebiet Nord. Jetzt können sie es bequem über die Nordumfahrung und die Abzweigung Richtung Wasserburger Straße erreichen.

Auch eine Wortmeldung von Walter Kapfelsperger betraf den Empfinger Hohlweg. Das Einbiegen in die Wasserburger Straße war durch eine zusätzliche Ampel bzw. einen grünen Pfeil erleichtert worden. Diese Ampel wurde vor einiger Zeit außer Betrieb genommen, weil sie sich nach Ansicht von Verkehrsexperten bei Stadt und Polizei nicht bewährt hat. Kapfelsperger beklagte in der Bürgerversammlung, dass das Einbiegen deshalb sehr schwierig sei. Oberbürgermeister Christian Kegel räumte das ein. Man sei jedoch der Ansicht, dass der Verkehr auf der Wasserburger Straße Vorrang haben müsse.

»Die Barrierefreiheit ist gewährleistet«

Ergänzend informierte er, dass im Zuge der Wasserburger Straße im nächsten Jahr eine weitere Verkehrsampelanlage installiert werden wird; und zwar an der Einfahrt zur Kotzinger Straße.

Dort kam es in den letzten Jahren immer wieder zu Unfällen, weil Lkw, die aus dem Industriegebiet kamen, von Zügen erfasst wurden. Wenn die Lastzüge wegen des Verkehrs nicht in die Wasserburger Straße einbiegen können, stehen sie auf den Gleisen. Es gibt dort zwar eine Rechtsabbiegespur und Hundert Meter weiter eine Wendemöglichkeit; viele Lkw-Fahrer machen davon aber keinen Gebrauch und wollen direkt links Richtung Nordumfahrung abbiegen, obwohl das verboten ist.

Kapfelspergers Wunsch, wegen der langen Wartezeiten einen weiteren Aufzug in die Rathaus-Tiefgarage einzubauen, wies der Oberbürgermeister zurück. »Wir haben noch weitere Aufstiegshilfen zum Stadtplatz. Die Barrierefreiheit ist gewährleistet«, sagte er. Friedl Bogner regte einen Verkehrsunterricht für Asylbewerber an, die mit dem Rad fahren. Sie würden Verkehrsregeln zu wenig beachten. Dazu sagte Kegel, unter jenen, die Regeln missachten, seien auch viele Traunsteiner. Hans-Joachim Mallwitz verteilte viel Lob für Mitarbeiter der Stadt und brachte einige Anregungen und vermeintliche Verbesserungsvorschläge vor. Unter anderem empfand er das Tischfußballgerät im Schwimmbad als störend und forderte, es wegzuschaffen. Dem werde man nicht nachkommen, betonte der Oberbürgermeister, denn das Schwimmbad sei für alle da.

Ernst Holl brach eine Lanze für das, im ehemaligen Vereinshaus untergebrachte, Kulturzentrum Chiemgau. Christian Kegel erläuterte, warum die Stadt keine weiteren Zuschüsse für die Einrichtung zur Verfügung gestellt hat. Dafür gab es Applaus.

Vor der gut einstündigen Diskussionsrunde hatte Christian Kegel in einem halbstündigen Vortrag Eckpunkte der Stadtpolitik erläutert. Dabei ging er eingangs auf den Haushalt ein. Er bezeichnete es als unerlässlich, in den kommenden Jahren rechtzeitig Möglichkeiten zu finden, die Ausgaben zu senken und die Einnahmen zu verbessern. Ein weiteres Thema waren die Betreuungs- und Bildungseinrichtungen in der Stadt und die Klosterkirche. Besonders erfreulich in Bezug auf die Sanierung des Gebäudes sei, dass in letzter Zeit dafür bereits rund 260 000 Euro private Spenden eingegangen seien.

Die nächste Bürgerversammlung findet am morgigen Donnerstag um 19 Uhr im Pfarrsaal in Haslach statt. -K.O.-