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Emotionen zum Abschied

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Pfarrgemeinderatsvorsitzende Josefine Steinbichl (Mitte) und Kirchenpfleger Ludwig Klarwein (rechts) verabschiedeten sich mit einem Rosenstock von Pfarrer Peter Bergmaier, der Übersee nach nur 20 Monaten wieder verlässt. (Foto: vom Dorp)

Übersee – Nach nur 20 Monaten als Pfarrer in der katholischen Pfarrei St. Nikolaus hat Peter Bergmaier seine Amtszeit in Übersee beendet.


In einem Abschiedsgottesdienst nahm seine Pfarrgemeinde jetzt voller Emotionen von ihm Abschied. Trotz unüberhörbarer Differenzen war die Trennung würdevoll und versöhnlich.

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Vor gut einem Monat hatte der 51-jährige Seelsorger offiziell seinen Rückzug aus Übersee angekündigt. »Aus persönlichen Gründen, und weil ich gemerkt habe, dass ich nicht hierher passe«, wie er es formulierte. Der Entscheidung sei ein langer Prozess mit vielen Gesprächen vorausgegangen.

Im Abschiedsgottesdienst bat der scheidende Pfarrer all jene um Verzeihung, »deren Anliegen ich übersehen habe«. Lang war aber auch seine Dankesliste »für all jene, die mich wohlwollend aufgenommen und begleitet haben«.

Berührt war die Gemeinde, als Bergmaier einen 23 Jahre alten Schwimmring mit der Aufschrift »Glaube, Hoffnung, Liebe«, den er für »Notfälle« zu seiner Primiz erhalten hatte, an die Pfarrgemeinderatsvorsitzende Josefine Steinbichl weitergab. Er habe diesen Rettungsring auch den Überseern zuwerfen wollen und lasse ihn nun mit allen guten Zukunftswünschen hier.

Steinbichl verabschiedete sich mit einem Rosenstock von Bergmaier für dessen Garten in Grassau. »Alles Gute bleibt«, sagte sie. »Gehen wir im Guten auseinander.« Für seine neue Tätigkeit als Klinikseelsorger in der Romed-Klinik in Prien ab 1. September wünschte sie ihm einen guten Start.

»Mögen Sie dort finden, was Sie bei uns vielleicht gesucht haben«, meinte Kirchenpfleger Ludwig Klarwein. Er erinnerte daran, dass der Seelsorger »wie ein Wirbelwind« vor 20 Monaten in die Pfarrei gekommen war und seine Arbeit immer sehr ernst genommen hat. Klarweins Dank galt dem besonderen Engagement Bergmaiers für die Renovierung der Orgel. Die Wertschätzung für sich und ihren Mann Richard als Gemeindereferenten stellte Luitgard Mittermaier in den Mittelpunkt ihrer Dankesrede.

»Unsere vertrauensvolle Zusammenarbeit und unser freundschaftliches Miteinander sind nicht nur eine Floskel«, betonte Bürgermeister Marc Nitschke. Daher habe es ihn persönlich betroffen und traurig gemacht, dass sich Bergmaier hier nicht wohlgefühlt habe. Als Zeichen seiner Wertschätzung überreichte auch Nitschke ihm einen großen Rosenstock.

Am emotionsreichsten fielen die Abschiedsworte für Bergmaier von seinem evangelischen Amtsbruder Rudolf Scheller aus: »Ich habe noch nie ein so schönes Miteinander mit einem katholischen Kollegen gehabt und bin auch persönlich sehr traurig über den Abschied.« Er wünschte dem scheidenden Seelsorger »ein hörendes Herz«, damit er stets »Gott als Perle unseres Lebens wahrnehmen kann«.

Unter dem Beifall seiner winkenden Pfarrgemeinde und von einigen mit Tränen begleitet zog Pfarrer Bergmaier dann aus der Kirche aus. Es schloss sich ein Stehempfang des Pfarrgemeinderates im Pfarrheim an.

Im August wird Prof. Dr. Artur Malina als Urlaubspfarrer in Übersee tätig sein und im Pfarrheim wohnen. Ab 1. September übernimmt Dekan Georg Lindl aus Traunstein den Pfarrdienst. Unterstützt wird er von Dr. Christoph Hentschel, der bisher Pfarrer in Taching war. bvd

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