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Emmeran Hilger: »In deine Hände lege ich mein Leben«

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Einer der Höhepunkt im Primizgottesdienst: die Eucharistie, die der tags zuvor zum Priester geweihte Emmeran Hilger (Bildmitte) leitete und mit den weiteren Geistlichen das Sterben und die Auferstehung Jesu Christi verkündigte. (Foto: Wittenzellner)

Traunstein. Für den Traunsteiner Emmeran Hilger und für die ganze Kirchengemeinde Heilig Kreuz war dieses Wochenende ein besonderes Festwochenende. Am Samstag wurde er zusammen mit fünf weiteren Weihekandidaten – darunter Björn Wagner von der Stadtkirche Traunstein und Michael Brüderl aus St. Michael in Kirchanschöring – in Freising im Mariendom durch den Erzbischof Reinhard Marx zum Priester geweiht. Am gestrigen Sonntag Vormittag fand dann in der voll besetzten Kirche Heilig Kreuz in Traunstein die Primiz Emmeran Hilgers statt. Viele Kirchenmitglieder, aber auch die Familienangehörigen und Freunde waren zu dem besonderen Ereignis gekommen. Der weiteste Besuch kam aus Ecuador.


Fahnenabordnungen und die Traunsteiner Stadtmusik, die an der Spitze des aus organisatorischen Gründen verkürzten Primizzuges gingen, trugen ebenso zum Gelingen des Festtages bei wie Chor und Orchester in der Kirche. Der stimmgewaltige Chor, dessen Qualitäten gerade beim Kyrie von Anton Bruckner zum Vorschein kamen, setzte sich aus Mitgliedern der Pfarreien Haslach Mariä Verkündigung, Heilig Kreuz und Sankt Oswald zusammen.

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Pater Josef Klingele von der Kongregation der Missionare vom Kostbaren Blut ging in seiner Predigt darauf ein, dass die Kirche gerade auch mit dem neuen Papst Franziskus nicht rückwärtsgewandt sein dürfe: »So bekommt man lahme und törichte Herzen.« Gottes Geist befähige die Gläubigen weiter zu gehen, die Bequemlichkeit der Menschen führe aber oft zum Stillstand. »Der Heilige Geist drängt uns zum Wandel und das ist oft unbequem.« In einer Zeit des Priestermangels und des Mitgliederschwundes in den Kirchen sei es schön, dass die Antwort darauf ein Gesicht habe, betonte er an den »frisch geweihten« Priester gerichtet. Gleichzeitig dürfe man niemanden überfordern. Letztlich könne diese Lücke nur von Jesus Christus alleine gefüllt werden. Er empfahl dem Primizianten ein »Zeuge des Ursprungs des Glaubens« zu sein, der sich in der frohen Botschaft des Evangeliums wiederfinde. Kaplan Hilger rief zum Ende des Primizgottesdienstes zum Gebet auf. Sein Gebet an Gott gerichtet hieß: »In deine Hände lege ich mein Leben«, was gleichzeitig auch sein Primizspruch war. Er bete vor allem um Kraft für seinen Dienst. In seinen persönlichen Worten an die Gottesdienstbesucher sagte der 30-Jährige, er wolle vor allem auf Gott hören. Ihm sei es aber auch wichtig, den Menschen, denen er begegne, zuzuhören. Gleichzeitig bat er darum, ihn zu unterstützen: »Der Weg ist heute nicht zu Ende, er fängt heute an. Ich brauche euer Gebet.

Ein schönes Jubiläum erwähnte Hilger daneben in seinen persönlichen Worten: Die Primiz von Pfarrer P. Ferdinand Zech von der Kongregation der Missionare vom Kostbaren Blut liegt auf den Tag genau 40 Jahre zurück. »Ich hoffe, ich komme auf genauso viele Jahre«, sagte Hilger an den langjährigen Pfarrer in Heilig Kreuz.

Beim Auszug aus der Kirche, vor dem es für die Fahnenabordnungen noch Primizbänder gab, waren dann vor allem Regenschirme gefragt – kam doch ein heftiger Schauer auf die Kirchenbesucher nieder, von denen sich die meisten auf den Weg in das Pfarrheim machten und dort zu dem freudigen Ereignis noch lange zusammensaßen und die Feier zu einem richtigen Gemeindefest machten – so wie es sich der neu geweihte Priester Emmeran Hilger im Vorfeld der Primiz gewünscht hatte. Am späten Nachmittag ging es dann nochmals zurück in die Kirche zur Vesper mit Einzelprimizsegen. awi

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