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Eltern reagierten mit Unverständnis

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Traunreut. Mit Unverständnis reagierten betroffene Eltern der Sonnenschule (Grundschule Süd) nach der Sitzung des Hauptausschusses, dass ihr Antrag, die Grundschule in der Kernstadt zu erhalten und über einen zentralen Neubau nachzudenken, in ihren Augen in der Sitzung kaum Beachtung gefunden hat. »200 Unterschriften wurden einfach so unter den Tisch gekehrt«, kritisierte Christine Reißl.


Es sei einfach nur traurig, dass das Finanzielle über das Wohl des Kindes gestellt werde und das Menschliche auf der Strecke bleibe, so die enttäuschte Mutter. Auch andere Eltern, die sich vor dem Rathaus versammelten, wollen sich nicht mit der Tatsache abfinden, dass ab dem nächsten Schuljahr alle Grundschüler der Sonnenschule nach St. Georgen ausgelagert werden sollen.

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Auch der Vorschlag von Bürgermeister Franz Parzinger gegenüber den Stadträten, sich Gedanken zu machen, den geplanten Neubau der Grundschule Nord als kleine zentrale Schule an einem anderen Standort zu bauen, stimmte die aufgebrachten Eltern nicht freudig. Nach Aussagen Parzingers werde diesbezüglich vor 2014 nichts passieren. Im Moment, so Geschäftsführer Josef Maier, bestünde kein Zwang, den Neubau der Grundschule Nord zu realisieren.

Wie mehrfach berichtet, werden laut Stadtratsbeschluss ab diesem Schuljahr die Viertklässler der Sonnenschule in St. Georgen unterrichtet. Die Kinder werden mit dem RVO-Bus bis zur Schule gefahren und von dort auch wieder abgeholt. Durch diese Regelung ist es auch aufgrund des hohen Anteils an Kindern mit Migrationshintergrund gelungen, eine weitere vierte Klasse zu bilden. Nach dem Willen der Schulleitung sollen jedoch ab dem Schuljahr 2013/2014 alle Grundschüler der Sonnenschule in St. Georgen unterrichtet werden. In den Augen der Schulleitung sei diese Entscheidung aus pädagogischer Sicht die beste Lösung, die aber gleichzeitig einem Stadtratsbeschluss widerspricht. Trotz der sinkenden Kinderzahl hatte sich der Stadtrat früher dafür ausgesprochen, in allen vier Grundschulen im Stadtgebiet (Traunwalchen, St. Georgen, Traunreut Süd und Nord) mindestens eine Klasse je Jahrgangsstufe zu bilden. Nach Angaben der Verwaltung liege allerdings die Entscheidung der Klassenbildung und Organisation des Unterrichts in den Händen der Schulleitung mit Zustimmung des Staatlichen Schulamtes; für St. Georgen und für die Sonnenschule gibt es eine gemeinsame Schulleitung.

Nach Auffassung von Reinhold Schroll (CSU) und dem Zweiten Bürgermeister Ernst Ziegler (SPD) sollte deshalb versucht werden, die Schulleitung umzustimmen. Es sei höchst ärgerlich, »dass unsere Beschlüsse keinen Wert haben und der Rektor einer Schule das Sagen habe«, kritisierte Ziegler. Gretl Gineiger (Grüne) meinte, man sollte daraus Positives ziehen. Es sei doch vernünftiger alle Klassen in St. Georgen beieinander zu haben, als sie in Traunreut zusammen zu pressen. Unter dem Vorbehalt, den geplanten Neubau der Grundschule Nord zentral zu errichten, rückte der Hauptausschuss aber von den bisher gefassten Beschlüssen nicht ab. ga

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