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Eltern befürchten Verkleinerung des Pausenhofes

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Traunstein. Nach Ansicht von Oberbürgermeister Manfred Kösterke ist das Thema eigentlich noch gar nicht spruchreif; dennoch stand es im Mittelpunkt der Bürgerversammlung am Mittwoch im Gasthaus Sailer-Keller: die Auswirkungen des geplanten Umbaus der Klosterkirche auf den Schulhof der Ludwig-Thoma-Grundschule. Besorgte und wütende Eltern wandten sich vehement gegen Pläne, den Schulhof zu Gunsten des Projektes zu verkleinern.


Das hat es in der jahrzehntelangen Geschichte der Traunsteiner Bürgerversammlungen noch nie gegeben: Eine Interessengruppe, in diesem Fall gut ein Dutzend Eltern von Kindern, welche die Ludwig-Thoma-Schule besuchen, bestritten den allergrößten Teil der Diskussionsrunde in dieser Versammlung. Alle äußerten die Sorge, beim Umbau der Klosterkirche werde Platz vom Pausenhof der Schule benötigt, der ohnehin beengt sei. Befürchtet werden auch massive Einschränkungen während der Bauzeit durch den Baustellenverkehr. Der Pausenhof strahle »Hinterhofflair« aus und sei schon seit Jahren ein Reizthema. So wie die Ausschreibung für die Klosterkirche formuliert ist, habe kein Wettbewerbsteilnehmer die Chance, auf die Interessen der Schule einzugehen, hieß es weiter: »Das Kind ist in den Brunnen gefallen.«

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Es mangelte auch nicht an gut gemeinten Vorschlägen hinsichtlich eines künftigen Kultur- und Veranstaltungszentrums in der Stadt. Einer lautete etwa, die Stadt solle das Areal am Güterbahnhof kaufen und hier bauen; ein anderer sah das Gelände der Franz-Eyrich-Halle als idealen Standort und ein Dritter den Hof der Musikschule, unter dem man auch gleich eine Tiefgarage bauen könnte. Dass das alles unbezahlbare Wunschträume sind, sagte Oberbürgermeister Manfred Kösterke nicht. Er hörte sich all die gut gemeinten Vorschläge an und erklärte jeweils, warum sie nicht verwirklicht werden können. Bereits nach der ersten Wortmeldung zum Thema Pausenhofverkleinerung hatte er klargestellt, dass es viel zu früh sei, darüber zu diskutieren. Dessen ungeachtet ging es mehr als eine Stunde lang weiter mit den Fragen besorgter Eltern.

Aus dem Architektenwettbewerb, den die Stadt europaweit ausgeschrieben hatte, sind mehrere Preisträger hervorgegangen. Die Entscheidung, welcher der vier Entwürfe weiterverfolgt wird, werde erst im nächsten Verfahrensschritt geklärt. Der Entwurf des ersten Preisträgers sehe zum Beispiel überhaupt keine Verkleinerung des Pausenhofes vor. »Die Gestaltung des Pausenhofes war Bestandteil des Wettbewerbs«, betonte das Stadtoberhaupt. Zu den zahlreichen Vorwürfen in Richtung Stadt gehörte auch der, dass die Schule in die Planungen nicht einbezogen sei. Dazu verwies Kösterke darauf, dass der Schulleiter zur betreffenden Arbeitsgruppe gehöre.

Unabhängig vom Thema Pausenhof bewegt das Projekt Klosterkirche aber auch in anderer Hinsicht die Bürger. Heinrich Kainz zum Beispiel meinte, die Klosterkirche sei für ein Kulturzentrum nicht zeitgemäß. Er sehe darin keine gute Lösung für die Zukunft und glaube auch nicht, dass die Ludwigstraße mit ihren leerstehenden Geschäften davon profitieren werde. Auf einem Gelände wie zum Beispiel beim Kaufland könne er sich ein solches Veranstaltungszentrum eher vorstellen. Im Vergleich mit dem »k 1« in Traunreut handle es sich in Traunstein um »Flickschusterei«.

Otto Baur fragte, ob man sich Gedanken wegen der Kosten für den laufenden Betrieb des neuen Kulturzentrums gemacht habe und wollte wissen, ob Einvernehmen mit dem Nuts bestehe. Er befürchte, das Nuts werde »kaputtvergrößert«. Angesichts des zentralen Themas Klosterkirche, über das auch zweieinhalb Stunden nach Beginn der Bürgerversammlung noch heftig diskutiert wurde, blieb nicht mehr viel Zeit für andere Themen, welche die Bürger bewegen. Wir berichten noch. -K.O.-