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Elisabeth Ulmer übernimmt Geschäftsführung

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Stefan Nowack (Zweiter von links) übergibt am Montag den Stab an seine bisherige Stellvertreterin Elisabeth Ulmer, die für eine Übergangszeit die Kliniken Südostbayern AG leiten wird. Unterstützt wird sie bei dieser schwierigen Aufgabe von Sebastian Höger (links). Beide genießen das volle Vertrauen der Landräte Siegfried Walch (rechts) und Georg Grabner (Zweiter von rechts).

Traunstein – Elisabeth Ulmer wird vorübergehend die Geschäftsführung der Kliniken Südostbayern AG übernehmen. Das wurde bei einer außerordentlichen Mitgliederversammlung bekannt gegeben. Stefan Nowack wird bereits zum 1. Dezember die Aktiengesellschaft verlassen. Zu den Gründen – sein Vertrag endet eigentlich zum 31. März 2015 – wurde nichts gesagt. Traunsteins Landrat Siegfried Walch und sein Kollege aus dem Berchtesgadener Land, Georg Grabner, waren am Freitag für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.


Nowacks bisherige Stellvertreterin Elisabeth Ulmer wird bis zur endgültigen Regelung der Nachfolge die Kliniken Südostbayern AG leiten. Unterstützt wird sie dabei von Diplom-Betriebswirt Sebastian Höger. Wie das Traunsteiner Tagblatt erfahren hat, soll es bereits Gespräche mit einem möglichen neuen Geschäftsführer geben. Stefan Nowack übernimmt zum 1. April 2015 die Leitung des Klinikums Passau (wir berichteten). Auf eigenen Wunsch ist er bereits ab Montag von seinen Verpflichtungen in der Kliniken Südostbayern AG freigestellt.

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Viel Applaus bekam er von den rund 200 Mitarbeitern bei der außerordentlichen Versammlung am Donnerstag. Betriebsrat Hans Kern hob das große persönliche Engagement von Stefan Nowack heraus. »Das verdient allerhöchsten Respekt.«

Stefan Nowack bedauerte, dass sich derzeit die öffentliche Diskussion fast ausschließlich um die wirtschaftliche Lage der Kliniken dreht. – Bei einem Defizit von 8,8 Millionen Euro allein im vergangenen Jahr dürfte das allerdings nicht verwundern. Elisabeth Ulmer warb in ihrer Antrittsrede für »eine Unternehmenskultur des Vertrauens«. Im Vordergrund müsse dabei das Gesamtinteresse der Kliniken stehen. Etwa die Hälfte aller Kliniken in Deutschland arbeite wirtschaftlich, die andere Hälfte stecke in roten Zahlen. »Wir müssen daran arbeiten, dass wir wieder zur ersten Gruppe gehören. Ich übernehme die Verantwortung gerne und werde jegliche Anstrengung unternehmen, um an allen unseren Standorten eine gute Patientenversorgung zu erhalten und weiter zu entwickeln«, so die Diplom-Betriebswirtin.

Die außerordentliche Mitarbeiterversammlung war auf ausdrücklichen Wunsch der Landräte Siegfried Walch und Georg Grabner sowie des Aufsichtsrats einberufen worden. Die Verantwortlichen wollten sich damit gezielt dem Dialog mit den Mitarbeitern stellen. Deren kritische Fragen bezogen sich vor allem auf die zunehmende Arbeitsbelastung im Zusammenhang mit dem strikt gesteuerten Konsolidierungskurs. Dabei wurde deutlich, dass zurzeit den Beschäftigten ein bis an die Grenzen gehender Einsatz abverlangt wird.

Mehrfach betonte Landrat Walch, wie außerordentlich wichtig ihm die kommunale Trägerschaft sei: »Ich bin unwahrscheinlich stolz darauf, dass beide Landkreise Kliniken haben, die medizinisch und pflegerisch so hervorragend aufgestellt sind.« Die vor kurzem mit Hilfe der Landkreise vollzogene Kapitalerhöhung von zehn Millionen Euro sei ein wichtiges Signal an die Beschäftigten, dass man nicht nur von Konsolidierung rede, sondern diese massiv fördere.

»Trotzdem müssen wir das Defizit in den Griff bekommen«, betonte Siegfried Walch. »Dafür muss das Konsolidierungspaket konsequent umgesetzt werden. Wir stehen zum Personal, denn die hohe Qualität unserer Kliniken kann ohne die Mitarbeiter nicht gehalten werden. Deshalb wird es auch keine betriebsbedingten Kündigungen geben.« – Das muss es auch nicht. Denn viele Mitarbeiter kündigen derzeit von sich aus. Klara Reiter