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Elektronische Geräte in der Hosentasche richtig nutzen

Ein »Überbleibsel« der Oberbayerischen Kultur- und Jugendkulturtage im Juli 2013 ist »jumpla.de« – ein Online-Magazin für junge Leute von jungen Leuten in der Region. Die Jugend-Medien-Plattform wird es wohl auch künftig geben. Der Kreisjugendhilfeausschuss mit Vorsitzendem Landrat Hermann Steinmaßl befürwortete in seiner gestrigen Sitzung den Weiterbestand.

Wie Jugendamtschef Franz Feil betonte, hätten die Kulturtage gezeigt, wie viele Kinder und Jugendliche sich im Landkreis mit Engagement, Kreativität und Eigeninitiative ins gesellschaftliche Leben mit einbringen. In der täglichen Arbeit der Kinder- und Jugendhilfe werde manchmal übersehen, dass der Großteil junger Menschen gut integriert sei – in Sport, Musik oder anderen Bereichen. Die Kommunale Jugendarbeit, eine Stelle im Landratsamt mit Kreisjugendpflegerin Ulli Himstedt, sei Schnittstelle und Ansprechpartner. Mit der zusätzlichen Fachkraft Stefan Dufter werde die Stelle ab 1. Oktober verstärkt.

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1460 Kinder bei »Jugendideenwerkstätten«

Feil gab einen Überblick über die Kommunale Jugendarbeit. So habe Ulli Himstedt in sieben Gemeinden »Jugendideenwerkstätten« angestoßen und begleitet. Etwa 1460 Kinder und Jugendliche nahmen teil und äußerten ihre Meinung, unterstützt von Bürgermeistern, Jugendbeauftragten und Gemeinderäten. Weiter sei das »Kinderkino« auf 16 Gemeinden und Städte ausgeweitet worden.

Hauptthema in den letzten Monaten waren aber die Oberbayerischen Kulturtage. Eigene Projekte seien damit verbunden gewesen wie »Wellenschmiede – die neue Plattform zur Förderung junger Bands aus dem Landkreis« und das Videoprojekt »Bunt wie der Chiemgau – Kulturtage gendergestrickt« mit den Sichtweisen von Dirndln und Buam auf das Kulturfestival. Der Jugendamtsleiter lobte vor allem dem Kreisjugendring, die Sportjugend, den Jugendhilfeträger Konis und die Beteiligten von »Q3«, einem medienpädagogischen Angebot.

»Q3 – Quartier für Medien, Bildung, Abenteuer« mit Sitz in Übersee hat sich der »Erziehung zur Medienkompetenz« verschrieben. Dazu Feil: »Bisher waren Medienerziehung und Medienbildung, von Ausnahmen abgesehen, nicht unbedingt ein Schwerpunkt im Landkreis Traunstein.« »Q3«, eine Fachstelle des Bezirksjugendrings Oberbayern für die Region, biete Beratung, Konzeption, Vorbereitung und Durchführung von medienpädagogischen Projekten – sowohl hinsichtlich »klassischer« Medien mit Foto, Video oder Audio, aber auch mit neuen Medien wie Smartphone oder Tablet.

Eine »Q3«-Initiative ist »jumpla.de« mit erfolgreichem Start bei den Kulturtagen. Dabei wurden Jugendliche aus dem ganzen Landkreis zu Nachwuchs-Online-Redakteuren ausgebildet. Bei der Berichterstattung über die Kulturveranstaltungen sammelten zwischen 20 und 30 Nachwuchsredakteure erste Erfahrungen. »Jumpla« soll nach Feil eine feste, kontinuierliche Einrichtung werden, betrieben von einer Redaktion aus Jugendlichen und jungen Erwachsenen zwischen 14 und 21 Jahren. Medienpädagogen und Profijournalisten werden jungen Medienmachern das nötige Rüstzeug vermitteln. Die Plattform soll zu hundert Prozent werbefrei sein. Deshalb steht eine Finanzierung durch Fachstellen und Institutionen wie Kreis- und Bezirksjugendring, Medienzentren und Kommunale Jugendarbeit im Raum.

»Q3«-Geschäftsführer Danilo Dietsch stellte Kernpunkte von Jumpla vor. Es sei »wichtig, Jugendliche zu Wort kommen zu lassen«, sei es im Schulradio oder auf andere Weise. Verschiedenes sei bereits realisiert worden, beispielsweise ein »Showzimmer« in Übersee mit kleinen Filmclips und Videovorträgen oder Seminare im »Medienfreiraum« Übersee. Im Gegensatz zu früher brauche man nicht viel Technik: »Kinder und Jugendliche bringen die Technik mit – Handys, Tablets und I-Phones. Unser Ansatz ist, ihnen zu zeigen, wie sie das, was sie in der Hosentasche haben, nutzen können.« Derzeit seien auf »jumpla.de« 64 Beiträge eingestellt. kd