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Elektromobilität auf dem Vormarsch

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Bei der Chiemseekonferenz des Abwasser- und Umweltverbands Chiemsee konnte man Elektroautos probefahren. (Foto: Thümmler)

Rimsting – Die Elektromobilität ist auch am Chiemsee auf dem Vormarsch. Dies zeigte das große Interesse an der Chiemseekonferenz des Abwasser- und Umweltverbands Chiemsee (AZV), der sich das Thema auf die Fahnen geschrieben hatte. Dementsprechend voll war der Gemeindesaal in Greimharting, wo die Konferenz diesmal stattfand; einige Besucher mussten sogar stehen, um die Fachvorträge der hochkarätigen Referenten mitverfolgen zu können.


Referent Stefan Sachs – er sprach über das Thema »Das Elektroauto – Ökolüge oder Klimaretter?« – vertrat die Meinung, dass der AZV sehr gute Voraussetzungen habe, bei der Elektromobilität eine Vorbildfunktion zu übernehmen.« Daher sollen seiner Ansicht nach die Chiemseegemeinden nicht länger auf andere warten, sondern jetzt lokal anfangen, das Mögliche auch mutig umzusetzen.

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Letztlich, so Sachse, müsse jede Kommune und auch jeder Einzelne für sich entscheiden, was ihm die Umstellung auf Elektromobilität wert sei. Diese könne auf jeden Fall einen entscheidenden Beitrag zur Energiewende und zum Klimaschutz leisten.

Über die Vorteile und Nachteile von Elektrofahrzeugen gebe es bei den Interessenten immer noch viele Unsicherheiten und einen großen Informationsbedarf, so Sachs. »Ist es immer noch zu teuer«? Der Referent machte geltend, dass einige Länder schon vor Jahren begonnen haben, den Einsatz von Elektroautos zu fördern. So seien gebrauchte Fahrzeuge aus diesen Ländern schon unter 10 000 Euro zu haben. 91 Prozent der Elektrofahrer seien mit ihrem Auto zufrieden und 74 Prozent würden wieder ein Elektroauto anschaffen.

Auf die Frage, wie weit man mit einem Elektrofahrzeug komme, sagte Sachs, dass aktuelle Elektroautos ohne Zwischenladung vom Chiemgau bereits bis Augsburg oder Linz fahren. Für die Alltagsfahrten seien sie damit völlig ausreichend. Auch bei der Batterie-Lebensdauer gebe es schon belastbare Erfahrungen. So gebe es bereits Kapazitätsgarantien bis zu acht Jahre.

Das Laden der Lithium-Akkus der Autos funktioniere wie bei einem Laptop oder bei den Smartphones. Bis 80 oder 90 Prozent könne sehr schnell geladen werden; danach werde der Akku langsam ganz vollgeladen. Zum Lärm sagte Sachs, dass ein Elektroauto bei niedrigen Geschwindigkeiten sehr viel leiser sei als moderne Verbrenner.

Der Referent sieht daher Vorurteile gegenüber der Elektromobilität bezüglich Preis, Reichweite und Ladeprobleme heute als nicht mehr gültig. Wirtschaftlich werde eine Umstellung auf Elektrofahrzeuge dann, wenn häufig mit begrenztem Radius und normaler Geschwindigkeit gefahren werde. Ein Nachteil sei, dass es noch zu wenig Ladesäulen gebe.

Verbandsvorsitzender Josef Mayer sagte, dass das Thema derzeit sehr aktuell sei, auch weil die Autokonzerne immer mehr auf Elektromobilität setzen würden. Traunsteins stellvertretende Landrätin Resi Schmidhuber meinte, dass die Elektromobilität auch in der Region ein Erfolg werden könne, wenn alle Beteiligten an einem Strang ziehen würden.

Bei der Konferenz gab es auch eine Verlosung, bei der etwa Fahrten mit Elektroautos zu gewinnen waren. E-Autos und E-Bikes standen zudem für Probefahrten bereit. th

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