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Kirchanschöring. Bei der Abschlussveranstaltung des Projekts »Klimaschutz Kirchanschöring« wurden die einzelnen Meilensteine, die die Projektteilnehmer zur Reduzierung von Strom- und Wärmeverbrauch erarbeitet haben, öffentlich vorgestellt. Darunter befindet sich auch eine Maßnahme, die schon angelaufen ist: Der kommunal geförderte, fachmännisch vorgenommene Austausch von Heizungspumpen samt hydraulischem Abgleich (wir berichteten).


Eine Reduktion des CO2-Ausstoßes um 90 Prozent bis 2030 ist das erklärte Ziel der Gemeinde Kirchanschöring. Seit Oktober 2011 ermittelte die kommunale Energieberatung von »Green City Energy« zusammen mit »KlimaKom« deshalb im Rahmen eines Integrierten Klimaschutzkonzeptes die vorhandenen regenerativen Potenziale und Einsparmöglichkeiten. Zur Maßnahmenentwicklung fand im Mai eine Klimaschutzkonferenz statt. Rund 40 Teilnehmer aus lokaler Politik, Wirtschaft und Verwaltung entwickelten unter Anleitung konkrete Maßnahmenpakete und Leuchtturmprojekte zum örtlichen Klimaschutz, die in einem Aktionsplan zusammengefasst wurden.

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Doris Möller von KlimaKom machte deutlich, dass das Sparen von Energie ganz oben auf der Liste des Aktionsplanes stehe, der insgesamt 27 Projekte in acht Handlungsfeldern vorsehe. Diese Felder stellte Möller zu Beginn dieser Abschlussveranstaltung noch einmal vor. Bei Realisierung des Aktionsplanes, der für die Jahre 2013 bis 2016 gilt, will man rund 670 Tonnen CO2-Ausstoß pro Jahr einsparen.

Gemeinde stellt 50 000 Euro pro Jahr bereit

Um das ambitionierte Ziel zu erreichen, habe Kirchanschöring 50 000 Euro pro Jahr für kommunale Förderprogramme, 15 000 Euro speziell für das Heizungspumpen-Austauschprogramm mit hydraulischem Abgleich und 250 000 Euro für energetische Sanierung, bereitgestellt. Dazu kommen noch einmal 25 000 Euro pro Jahr für einen Umsetzungsmanager, im Falle einer Förderung durch das Bundesumweltministerium von 65 Prozent für die drei kommenden Jahre. Damit ist die Umsetzung des Konzepts gewährleistet und die Gemeinde zeigt, dass es ihr ernst ist mit dem Klimaschutz und der Energiewende.

Um das Ziel der Gemeinde zu erreichen, setzt das handlungsorientierte Konzept an vier Punkten an: Energie, Siedlungsentwicklung, Verkehr und Kommunikation. »Wir haben hier in Kirchanschöring eine gute Ausgangsposition«, sagte Pia Bolkart von Green City Energy. »Die Hälfte des regionalen Energiebedarfs wird bereits aus erneuerbaren Quellen bezogen. 2030 sollen dann in Kirchanschöring 15 800 Tonnen CO2 im Jahr weniger verbraucht werden als noch 2010.

Beim Bau der neuen Kindertagesstätte legt die Gemeinde großen Wert auf Energiesparen. Der als Passivhaus geplante Baukörper soll so gebaut werden, dass er möglichst wenig Wärme und Strom verbraucht.

Laut Bürgermeister Hans- Jörg Birner soll sich die Zahl der Photovoltaik-Dachflächen in der Gemeinde bis 2030 vervierfachen. »Wir werden aber keine Anlagen auf landwirtschaftlichen Flächen aufstellen.«

Eine solarthermische Anlage könne die Energiekosten für ein Haus deutlich senken, daher sei diese gute und langlebige Technik für den Privatverbraucher durchaus interessant, meinte Michi Marx, der sich mit dem Thema Solarthermie beschäftigte, die ebenfalls vorangetrieben werden soll.

Erste Schritte auch im Bereich Mobilität

Erste Schritte will Kirchanschöring auch im Bereich der Mobilität unternehmen. Man wolle versuchen, mehr Bewusstsein dafür zu schaffen, das eigene Auto zugunsten des Klimas auf kurzen Strecken auch mal stehen zu lassen und auf das Fahrrad zurückzugreifen. Schärfen könne man dieses Bewusstsein durch Aktionen, wie zum Beispiel durch das Abhalten eines Mobilitätstages gemeinsam mit dem autofreien Sonntag um den Waginger See. Eine Alternative für weitere Strecken könnten Sammeltaxis oder Fahrgemeinschaften sein.

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