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Einsparung und Effizienz bringen am meisten

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Übersee. Nach der Vorstellung des Energiekonzeptes für das gesamte Achental (wir berichteten) hat die Priener Firma »energie. concept. bayern« (ecb) nun ein speziell auf Übersee zugeschnittenes Papier im Gemeinderat vorgestellt. Fazit: Die größten Potenziale für die bis 2020 angestrebte Energieautarkie liegen in Energie- und Effizienzmaßnahmen.


»Übersee hat einen Energiebedarf von 75 Prozent an Wärme und 25 Prozent an Strom«, lautete die Energiebilanz von Sebastian Osenstetter von »ecb«. Die größten Wärmeverbraucher seien zu je 49 Prozent Privathaushalte und Gewerbe und nur zu zwei Prozent die Kommune. Bisher werden in Übersee nur 14,4 Prozent des Wärmebedarfs aus erneuerbaren Energien gewonnen, im gesamten Achental sind es 25 Prozent und in ganz Deutschland 10,4 Prozent. Bei der Stromgewinnung liegt der Anteil erneuerbarer Energien in Übersee bei 17,3 Prozent, im Achental bei 30,8 und in Deutschland bei 22 Prozent.

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Potenziale sieht Osenstetter vor allem im Einsatz von Biomasse, Solarenergie und Wasserkraft. Auch wären Kleinwindanlagen für Eigenstromnutzer interessant. Großwindanlagen kämen dagegen für Übersee und das Achental nicht in Frage. Auch die tiefe Geothermie sei wegen zu hoher Kosten und vergleichsweise zu wenig Potenzial uninteressant.

Große Möglichkeiten sieht er in Einsparung und Effizienz. Damit könnten beim Strom 620 000 Euro und bei der Wärme 1,14 Millionen Euro pro Jahr eingespart werden. Eine nur um ein Grad reduzierte Raumtemperatur hätte den Effekt von sechs Prozent weniger Heizenergie. Wahre Energiefresser seien vor allem alte, vor 1990 gebaute Ölheizungen, die immerhin 25 Prozent der Anlagen ausmachten.

Laut Osenstetter seien im Hinblick auf die angestrebte Energieautarkie 44 Maßnahmen ausgearbeitet worden. Ein Schwerpunkt könnte dabei die Gründung eines »Energieversorgungsunternehmens Achental« mit dem Vertrieb von Grünstromprodukten und dem Betrieb von Erzeugungsanlagen sein.

Die Gemeinde könnte zudem eine Vorbildfunktion übernehmen, indem sie alle Straßenbeleuchtungen auf LED-Technik umstellt. »Leuchtturmprojekt« könnte ein Programm zum Austausch von Umwälzpumpen werden. Per Sammelbestellung könnte man diese günstig beschaffen und von regionalen Heizungsbauern installieren lassen. Auch könnte man den Austausch alter Ölheizungen ins Auge fassen. Für ganz wichtig hielt Osenstetter eine Bekanntmachung des Energiekonzeptes zur Bewusstseinsbildung in der Bevölkerung. Auf jeden Fall sollte die Energiewende immer im Einklang stehen mit Sozialverträglichkeit, Sicherheit, Nachhaltigkeit und Tourismus.

In der Diskussion drückte Gemeinderat Alois Huber (CSU) besonders der Schuh in Sachen »Vereinbarkeit von Wasserkraftwerken und Hochwasserschutz«. Durch das jüngste Hochwasser vom Juni würde das Thema eine neue Bewertung erfahren und sei zunächst auf Sommer nächsten Jahres zurückgestellt worden«, sagte er. Bürgermeister Marc Nitschke betonte, alle Achental-Bürgermeister seien sich einig, dass es keine Wasserkraftwerke geben werde, wenn damit der Hochwasserschutz gefährdet ist. bvd