weather-image
23°

»Einmaliges Wiedererkennungsmerkmal«

0.0
0.0
Bildtext einblenden
Blick in die Vergangenheit: In der Reit im Winkler Dorfmitte entstand Anfang des 20. Jahrhunderts eine neue Kirche.
Bildtext einblenden
Die Musikkapelle Reit im Winkl führte den Festzug an. Es folgten mehrere hundert Gläubige sowie die Vereine und Verbände des Ortes mit ihren Fahnenabordnungen. (Foto: Ostermaier)

Reit im Winkl. Seit 100 Jahren prägt sie den weithin sichtbaren Mittelpunkt des Dorfbildes, seit dem 12. Oktober 1913 stellt sie freilich auch den Glaubensmittelpunkt in Reit im Winkl dar: die St.-Pankratius-Pfarrkirche. Mehrere hundert Gläubige feierten am Sonntag das große Jubiläum, zu dem auch Weihbischof Wolfgang Bischof eigens angereist war (wir berichteten).


Kirche brannte 1718 nach einem Blitzschlag nieder

Anzeige

Nach dem Festgottesdienst, die der Kirchenchor mit Mozarts Orgelsolo-Messe »Missa brevis« musikalisch begleitete, formierte sich der Festzug. Angeführt von der Musikkapelle zogen viele Gläubige sowie Abordnungen verschiedener Vereine und Verbände des Ortes in Richtung Festsaal. Dort fanden die Feierlichkeiten mit einem gemeinsamen Mittagessen und verschiedenen Wortbeiträgen ihre Fortsetzung.

Eine Kirche gibt es in Reit im Winkl seit vielen Jahrhunderten schon, seit 1393 lässt sich ein solches Gebäude urkundlich auch nachweisen. Im Laufe der Geschichte änderte sich die Gestalt des Gotteshauses mehrfach, auch, weil es beispielsweise 1718 nach einem Blitzschlag völlig niederbrannte. Nachdem das in der Folge schnell errichtete Kirchengebäude 1891 fast ein zweites Mal ein Raub der Flammen wurde, entschieden sich die damals Verantwortlichen unter der engagierten Führung des damaligen Pfarrers Johann Genghammer, eine neue Kirche zu erbauen. 1913 wurde diese St. Pankratius Kirche schließlich eingeweiht.

Um das 100-jährige Weihejubiläum gebührend zu feiern, fanden fast ein halbes Jahr lang in Reit im Winkl immer wieder besondere Gottesdienste statt. Beim Höhepunkt am Sonntag ging Weihbischof Wolfgang Bischof in seiner Ansprache auf die besondere Bedeutung der liturgischen Farben ein, wobei erst das Vorhandensein aller Farben auch das wirkliche Leben widerspiegele. Er fand dabei einen einprägsamen Vergleich: So wisse man auch vom Farbdrucker, wie sich das ausgedruckte Bild verfälsche, wenn eine Farbe fehle. Mitgestaltet wurde der Festgottesdienst auch von den Brüdern Christoph und Wolfgang Huber, jeder als Monsignore im Kirchendienst zu München tätig, dem frisch geweihten Diakon Klaus Mühlberger, sie alle stammen aus Reit im Winkl, dem Pfarrer Heinrich Zimmermann aus Übersee, der am Ort als Kaplan tätig war, und Johann Spiolek, dem Ortspfarrer, der Ende November in den Ruhestand gehen wird. Zugegen war im Altarraum auch der evangelische Pfarrer Thomas Schmeckenbecher aus Ruhpolding; er betreut die Protestanten am Ort.

»Da darf das Bild der Kirche nicht fehlen«

Für Johann Spiolek ist dieses Kirchenjubiläum auch ein »Anlass des Gedenkens und des Dankes an die Vorfahren und auch Anlass zur Besinnung – das Vergangene zu betrachten, das Gegenwärtige in den Blick zu nehmen und die Zukunft zu planen – das ist unsere christliche Aufgabe.«

Bürgermeister Josef Heigenhauser, der neben Spiolek und dem Vorsitzenden des Pfarrgemeinderats, Walter Petersen im Festsaal eine kurze Ansprache hielt, beschrieb die St.-Pankratius-Pfarrkirche als »einmaliges Wiedererkennungsmerkmal« des Ortes: Dies zeige sich beispielsweise auch darin, dass das prägende Gebäude demnächst auf einer großen Hinweistafel an der Autobahnausfahrt bei Bernau zu finden sein wird. »Da darf das Bild der Kirche nicht fehlen«, so Heigenhauser. ost