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»Einfach und bescheiden«

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In der Gemeinschaftsküche der zentralen Unterkunft für Asylbewerber der Regierung von Oberbayern erklärten Martin Aschauer (Zweiter von links) von der Abteilung Hochbau im Landratsamt und Karlheinz Thiel (Dritter von links), Geschäftsführer der kreiseigenen Wohnbaugesellschaft, den Aufsichtsräten, wie der Betrieb künftig funktioniert. (Foto: Kretzmer)

Traunstein – In zwei frühere Telekom-Gebäude an der Seuffertstraße, die künftig als zentrale Unterkunft der Regierung von Oberbayern dienen, werden plangerecht Mitte Dezember 164 Asylbewerber in die für zwei bis fünf Personen ausgelegten Zimmer einziehen.


Aufsichtsratsmitglieder der kreiseigenen Wohnbaugesellschaft, der die im Februar 2015 von der Telekom gekauften Gebäude gehören, informierten sich am Freitag in dem Komplex. Noch sind dort einige Handwerker tätig. Doch die Arbeiten, aus den einstigen Büros mit möglichst wenig Aufwand zweckmäßige Wohn-, Wirtschafts- und Verwaltungsräume zu schaffen, sind weitgehend abgeschlossen.

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Martin Aschauer, Leiter der Hochbauabteilung im Landratsamt, sein Mitarbeiter und Bauleiter Markus Maier sowie Karlheinz Thiel als3 Geschäftsführer der Wohnbaugesellschaft führten die Aufsichtsräte durch die Unterkunft und beantworteten viele Fragen. Laut Thiel war das neue Domizil für Flüchtlinge dringend notwendig. Der Landkreis habe die Immobilie erworben und seit Mitte Juli den Vorschriften der Regierung entsprechend »standardmäßig, einfach und bescheiden« hergerichtet. Die Kosten seien noch nicht exakt zu beziffern. Künftige Mieterin der Gebäude und Betreiberin auf eigene Kosten sei für die nächsten zehn Jahre die Regierung. Die Übergabe durch den Landkreis könne pünktlich zum 15. Dezember erfolgen.

Mit Martin Aschauer habe er nach dem Kauf geprüft, welche Räume wie genutzt werden könnten, fuhr Thiel fort. Vieles in den beiden Gebäuden sei nahezu unverändert geblieben, etwa der Zuschnitt der Räume, die alten Fußbodenbeläge, die Sanitärräume in den Etagen. Einige Sanitärräume seien zusätzlich erforderlich gewesen. Soweit möglich, seien Dinge wiederverwendet worden. Das gelte für die teils noch von der Telekom, teils aus dem Landratsamt stammenden Vorhänge, aber auch für die Lüftungsanlage in einer Gemeinschaftsküche: »Die Lüftung befand sich früher in der Schulküche des Johannes-Heidenhain-Gymnasiums in Traunreut.« Die Kücheneinrichtungen selbst seien neu, aber ebenfalls ohne jeden Luxus. Die Asylbewerber müssten sich auf eigene Kosten verpflegen und selbst kochen. Zum Thema »Kühlschränke« informierte der Geschäftsführer, jeweils einer werde von der Regierung in jedem Wohnraum angebracht – »damit es keinen Streit gibt, wem was im Kühlschrank gehört«. Die gesamten Möbel, von Betten über Schränke bis zu Tischen und Stühlen, bringe die Regierung beim Einzug in zwei Wochen mit. Gleiches gelte für Wäsche und Geschirr, aber auch die Möblierung der Verwaltungsbüros und die Ausstattung der Gemeinschaftsräume.

An das aus dem Jahr 1950 stammende Haus mussten nach Angaben von Martin Aschauer Außentreppen angebaut werden, da der vorgeschriebene zweite Fluchtweg fehlte. Das andere Gebäude aus dem Jahr 1920 habe bereits über einen alternativen Rettungsweg verfügt. Im Außenbereich seien nur wenige Parkplätze für Pkws entstanden. Dafür habe man noch einen Spielbereich für Kinder realisieren können. Dank richtete Martin Aschauer auch namens seines Bauleiters Markus Maier an alle Nachbarn, die viel Verständnis für die Baumaßnahmen bewiesen hätten. kd

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