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Einer der erfolgreichsten Rinderzuchtverbände in ganz Bayern

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Ehrungen für Franz Hasholzner (Mitte): Ministerialrat Maximilian Putz (links) übergab ihm die Staatsmedaille in Silber und der RZV-Vorsitzende Hubert Hartl die Ernennungsurkunde zum Ehrenvorsitzenden.
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Ein Spaß für die Teilnehmer und nett zum Anschauen für die Zuschauer war der »Bambini-Cup« der Jungzüchter. Ziel war es, den Kindern die Freude am Umgang mit den Tieren zu vermitteln, denn um ein aufgeregtes Kälbchen führen zu können, mussten sie zuvor fleißig üben. (Fotos: Buthke)

Traunstein – Mit einer Jubiläumstierschau in der Chiemgauhalle feierte der Rinderzuchtverband (RZV) Traunstein sein 120-jähriges Bestehen. Ministerialrat Maximilian Putz vom Landwirtschaftsministerium zeichnete dabei den langjährigen Vorsitzenden Franz Hasholzner mit der Bayerischen Staatsmedaille in Silber aus.


Beeindruckt von der Leistungsfähigkeit des RZV zeigte sich Schirmherr Oberbürgermeister Christian Kegel, der auf die lange Tradition verwies. Die Stadt sei glücklich, dass der Verband seinen Sitz in Traunstein habe. Seit 120 Jahren zeige der RZV, dass erfolgreiche Tierzuchtarbeit eine Gemeinschaftsleistung sei. Heute sei er einer der erfolgreichsten der 13 bayerischen Rinderzuchtverbände.

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Die Glückwünsche des Landkreises überbrachte stellvertretende Landrätin Resi Schmidhuber.Es seien schon Prachtexemplare, die bei der Jubiläumstierschau vorgestellt würden. Aber bei der Zucht gehe es nicht nur um die Milch- und Fleischleistung, sondern auch um die Gesundheit der Tiere. Der Verbraucher sei kritisch und schaue auf die Qualität. Auch sie würdigte Hasholzner, der den RZV Traunstein 20 Jahre lang geführt hatte. »Das ist eine großartige Leistung«, meinte Schmidhuber. Dem RZV wünschte sie eine gedeihliche Entwicklung, damit der Verbraucher stets »weiß, wo das Fleisch herkommt«.

Erfolge in der Rinderzucht nur gemeinsam möglich

Bei der Auszeichnung Hasholzners hob Ministerialrat Putz die Notwendigkeit des Ehrenamts für eine Gemeinschaft hervor. »Speziell die Rinderzucht ist ein Betätigungsfeld, in dem Erfolge nur gemeinschaftlich möglich sind«, so Putz. Der RZV Traunstein sei Beweis für den Erfolg der Verbandsidee. Unter seiner Führung sei der RZV einer der erfolgreichsten Zuchtverbände in Bayern geworden. Er habe mit großer Leidenschaft für die Berufskollegen, die Region und den Freistaat Bayern gewirkt. Hasholzner sei über 40 Jahre ehrenamtlich tätig gewesen. Seit 1975 war er Ausschussmitglied, von 1980 bis 1995 zweiter Vorsitzender und von 1995 bis heuer Vorsitzender. Daneben übte er weitere Ehrenämter aus, zum Beispiel beim Bauernverband, der Schlachtvieh-Erzeugergemeinschaft Traunstein und bei der Prüf- und Besamungsstation München-Grub, später Bayern-Genetik.

Hasholzner züchtete selbst herausragende, die gesamte Fleckviehpopulation prägende Tiere. Putz nannte die »Haxl«-Tochter »Uta« mit 30 Nachkommen, davon zwölf KB-Stiere durch künstliche Besamung (KB) oder den KB-Stier »Vanstein« mit 129 Söhnen in KB. Die junge Familie Anton und Sabine Hasholzner setze diese Arbeit fort. Der neue Vorsitzende Hubert Hartl ernannte Hasholzner zum Ehrenvorsitzenden. Auch er hob die erfolgreiche Arbeit von Hasholzner hervor.

Hasholzner betonte die gute Zusammenarbeit mit den staatlichen Stellen. Es sei auch weiter sinnvoll, in die Tierzucht zu investieren. Auf gute Milch und gutes Fleisch sowie auf Gesundheit werde viel Wert gelegt. Viele Züchter würden jedoch resignieren, weil es immer mehr Auflagen gebe. Hasholzner appellierte an die Politik, wieder bessere Rahmenbedingungen zu schaffen.

Bei der Jubiläumstierschau wurden dann dem Preisrichter, Landwirtschaftsdirektor Josef Ziegelgänsberger aus Mühldorf, über 60 Fleckviehküche und sieben Pinzauerkühe vorgestellt. In der Klasse Kühe mit einer Kalbung überzeugten Johann Schederecker aus Schnaitsee mit »Killa« und Hubert Hartl aus Seeon mit »Hariete«, in der Klasse mit Kühen mit zwei oder drei Kalbungen Josef Thaler aus Laufen mit »Redfire« und Josef Kaiser aus Traunstein mit »672«, in der Klasse mit Kühen mit vier oder mehr Kalbungen Bernhard Esterer aus Teisendorf mit »Ronda« und Christian Niederbuchner aus Nußdorf mit »Laura«. Bei der Pinzgauern wurde Anna Sterzinger aus Marktschellenberg mit »Enzian« Sieger. Reservesieger wurde Josef Mösenlechner junior aus Teisendorf mit »Laura«.

Ergänzt wurde die Jubiläumstierschau durch eine Nachzuchtschau. Die Besamungsstation Bayern-Genetik aus München-Grub stellte einige Töchter des Zuchtstiers »Welfenprinz« vor. Die Besamungsstation CRV Deutschland hatte Töchter des Zuchtstiers »Wobbler« dabei.

Große Aufregung bei den beteiligten Kleinen

Für einen netten Einstand in die Feier sorgte der »Bambini-Cup« der Jungzüchter mit einem Parcours für Kälber. Der Parcours bestand aus Baumstämmen, einem Tor und einer Slalomstrecke. Trotz des fleißigen Übens war die Situation in der Halle mit den vielen Zuschauern für Kinder wie Kälbchen aufregend – das eine oder andere Kälbchen brauchte schon viel guten Zuspruch, sich über den Parcours zu trauen. Am Ende bekam jedoch jeder Teilnehmer einen Pokal und eine süße Überraschung. Das weitere Programm bestand aus Auftritten der Wolfsburger Goaßlschnalzer und des Vogelstimmenimitators Helmut Wolferstetter, einem Gewicht-Schätzen einer Schlachtkuh und der Verlosung eines Zuchtkalbs der Jungzüchter. Bjr