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Eine »WM der Superlative« und abgeschlossener Kanalbau

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Ruhpolding. In der überaus gut besuchten Bürgerversammlung (wir berichteten bereits) im Hotel zur Post bezeichnete Bürgermeister Claus Pichler die Biathlon-Weltmeisterschaft 2012 als »WM der Superlative«. Das überwältigende Interesse von 220 000 Besuchern vor Ort und mehr als 50 Millionen Fernsehzuschauern, tolles Wetter, faire Wettkämpfe und viele freiwillige Helfer hätten eine großartige Kulisse geboten. Von den höchsten Verantwortlichen sei Ruhpolding als das »Mekka des Biathlon« gelobt und die hohe Qualität des Austragungsortes immer wieder betont worden.


Nach der erst kurz vor der Bürgerversammlung beendeten Gesamtabrechnung ergab sich, dass diesmal auch ein wirtschaftlich erfreuliches Ergebnis herausgekommen sei, berichtete Pichler. Bei einem Etat von über acht Millionen Euro wurden Mehreinnahmen von rund 800 000 Euro für die Gemeinde erzielt. Der Betrag werde sowohl für den laufenden Betrieb der Chiemgau-Arena, den Eigenanteil an den geleisteten Investitionen und zur Deckung der finanziell schwierigen Weltcups 2011 und 2013 eingesetzt, so der Bürgermeister. Er betonte darüber hinaus, insgesamt könnten die wirtschaftlichen Auswirkungen einer so erfolgreichen Biathlon-WM auf die Umsätze der Ruhpoldinger Vermieter, Gaststätten und sonstigen Betriebe gar nicht hoch genug eingeschätzt werden.

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Besucherrückgang beim Weltcup

Nach der großartigen WM gab es allerdings beim Weltcup aus vielfältigen Gründen einen deutlichen Besucher-Rückgang im Vergleich zu den Vorjahren, ähnlich wie 1997 nach der WM 1996, sagte der Bürgermeister. Grundsätzlich sei es nicht ein-fach, die zur WM geforderten Standards »wieder auf Weltcupniveau zu reduzieren«, so Pichler. Beim nächsten Weltcup sollten nun »manche Inhalte« neu überdacht werden. Alle müssten sich um das Biathlonpublikum wieder mehr bemühen. Das Fernsehen habe zwar tolle Bilder gebracht, die hohen Anforderungen an die Flutlichtausstattung des Stadions habe jedoch die Ausgaben des Veranstalters deutlich nach oben getrieben. Trotz der späten Startzeiten sei es jedoch ein tolles Biathlonfest gewesen und auch die Aufzeichnung des Star-Biathlons sei gut besucht gewesen, resümierte Pichler.

Kanalarbeiten werden abgeschlossen

Stolz berichtete das Gemeindeoberhaupt, dass mit den Kanalbauarbeiten in den Ortsteilen Mitterwegen, Widdmoos und Hutzenau demnächst fertiggestellt werden. Damit sei das Abwasserentsorgungskonzept aus dem Jahr 2004 umgesetzt und abgeschlossen, so Pichler. Insgesamt wurden 12,6 Kilometer Freispiegelkanal, 4,3 Kilometer Kanaldruckleitung, 256 Stück Schächte und acht Pumpstationen gebaut. Die Gemeinde habe damit ihre Pflichtaufgabe erfüllt und einen nachhaltigen Beitrag zum Gewässerschutz geleistet. Insgesamt wurden in den neun Jahren rund 3,3 Millionen Euro für den Kanalbau ausgegeben, wobei meist 70 Prozent, in Einzelfällen bis zu 80 Prozent der zuwendungsfähigen Kosten staatlich gefördert wurden.

Durch die Erweiterung des Kanalnetzes falle naturgemäß eine höhere Menge an Schmutzwasser an, erklärte der Bürgermeister. Obwohl 348 832 Kubikmeter Abwasser zusätzlich behandelt werden mussten, habe durch die neue Gasturbine 19 Kilowatt Strom eingespart werden können. Außerdem werden im Klärwerk pro Jahr rund 80 000 Kilowatt Strom erzeugt und damit weitere Kosten eingespart, so Pichler.

Neue Straßenleuchten

Im Rahmen der Bürgerversammlung gab auch Franz Ringsgwandl senior als Vertreter des Arbeitskreises (AK) Energie einen Bericht über den seit März 2011 bestehenden Kreis. Er wird von Kläranlagenmeister Volker Henn geleitet und teilt sich in drei Arbeitsgruppen auf, nämlich erneuerbare Energien und Effizienz unter Leitung von Stefan Fritzenwenger, in den Kreis Wasserkraft, geleitet von Anton Zeller, und in neue Technologie mit Franz Ringsgwandl. Ein AK hatte die Straßenbeleuchtung in Ruhpolding unter die Lupe genommen und festgestellt, dass beim Austausch vieler Leuchten Energiekosten in Höhe von 50 bis 70 Prozent eingespart werden könnten. Am Steinbachweg sind derzeit drei neue Musterleuchten mit unterschiedlicher Leuchtkraft aufgestellt, die jeder besichtigen kann.

Für den Bereich Wärmeversorgung erarbeitete ein AK einen Fragebogen, der an 100 Gebäudeinhaber geschickt wurde. Der Rücklauf von 55 Fragebögen habe ein aussagekräftiges Ergebnis geliefert, so Ringsgwandl. Die Zukunft der Energiebeschaffung sehe für viele Kleinabnehmer »nicht sehr rosig« aus, umso wichtiger sei es, »uns selbst zu helfen«. Daher forderte er die Bürger auf, bei den verschiedenen Arbeitskreisen aktiv mitzuwirken.

Aus dem seit einem Jahr bestehenden Arbeitskreis Gewerbe/Tourismus berichtete Pongratz Haßlberger. Bisher habe es 20 Treffen des AK gegeben. Erstes greifbares Ergebnis sei die Einrichtung eines Bauernmarktes vor dem Rathaus, der erstmals voraussichtlich im Juni stattfinden soll. Weiter berichtete Monika Huber von der Eigeninitiative zum Aufbau einer Seniorentagesstätte, die ebenso Unterstützer sucht. gi