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»Eine Weiterentwicklung gibt es immer«

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Matthias Schmid ist neuer Direktor am Johannes-Heidenhain-Gymnasium Traunreut. Der 44-jährige Studiendirektor aus Amerang unterrichtet seit über 15 Jahren am Traunreuter Gymnasium und war zuvor Konrektor. (Fotos: Rasch)
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Die Sanierung des Westflügels des Johannes-Heidenhain-Gymnasiums verläuft planmäßig. Die Firmen haben auch in den Ferien durchgearbeitet. Ende des Jahres ist der Einzug geplant.

Traunreut – Grundlegend »umkrempeln« möchte Matthias Schmid als neuer Direktor des Johannes-Heidenhain-Gymnasiums Traunreut an der Schule nichts. »Aber eine Weiterentwicklung gibt es immer«, sagt der 44-jährige Studiendirektor aus Amerang. Das gleiche gilt aktuell für die laufenden Baumaßnahmen. Nachdem der Teilneubau im November vergangenen Jahres in Betrieb genommen wurde, wird derzeit der sogenannte Westflügel saniert.


Der westliche Gebäudeteil wurde komplett entkernt. Das bedeutet, dass bis auf die Grundmauern alles neu gemacht wird: von neuen Fenstern über eine neue Heizung bis hin zu einer isolierten, vorgehängten Fassade. Auch das bisherige Flachdach wurde gegen ein geneigtes Dach ausgetauscht. Um diese Arbeiten auszuführen, musste ein Aufzug installiert werden, der jetzt nach Abschluss der Rohinstallationen wieder abgebaut werden konnte. »Die Firmen haben in den großen Ferien voll durchgearbeitet«, sagte Ludwig Rieß vom Landratsamt Traunstein dem Traunsteiner Tagblatt. Sowohl zeitlich als auch finanziell liege man mit der Baumaßnahme im Rahmen, bestätigte auch der Projektleiter Philipp von Funcke. »Im Großen und Ganzen sind wir zufrieden und konnten die lärmintensiven Arbeiten in den Ferien durchführen«, sagte von Funcke. Lobend erwähnte er auch die gute Zusammenarbeit mit der Schulleitung. »Herr Schmid ist voll mit dabei.«

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Eine enge Zusammenarbeit zwischen dem Bauherrn, dem Landkreis Traunstein, und der Schule sei unabdingbar, erklärte Schmid, der ein gutes Miteinander auch von Seiten der Schule bestätigte. Die seit rund drei Jahren laufenden Baumaßnahmen müssen mit Ausnahme der großen Ferien während des Schulbetriebs durchgeführt werden. Für die Schule sei dies eine große Herausforderung, es funktioniere aber sehr gut, so Schmid. Sofern alles klappt, steht nach dem ersten Umzug in den Neubau zum Ende dieses Jahres ein zweiter Umzug in den neu sanierten Westflügel an.

»Positiv, dass die großen Zimmer erhalten bleiben«

In das Erdgeschoß wird die komplette Verwaltung einziehen. Ebenfalls dort befinden sich das Lehrerzimmer und eine Teeküche, die auf eine kleine Terrasse führt. Im ersten Obergeschoß befinden sich Klassenzimmer und im zweiten Obergeschoß die naturwissenschaftlichen Fachräume. Dass an der Größe der Klassenzimmer nichts verändert wurde, freut den neuen Schulleiter. »Das ist sehr positiv, dass die großen Zimmer erhalten bleiben.« Die Bücherei, der Werkraum und die IT-Räume befinden sich im Untergeschoß. Durch einen sogenannten Lichtgraben verfügen diese Räume über Tageslicht.

Bis es aber soweit ist, müssen sich die Schüler noch in Geduld üben und die eine oder andere Lärmbelästigung oder Beeinträchtigung in Kauf nehmen. Am kommenden Dienstag beginnt für die Gymnasiasten wieder der Ernst des Lebens. 532 Schüler werden im Schuljahr 2016/2017 das Heidenhain-Gymnasium besuchen. Der neue Schuldirektor spricht von einer stabilen Schülerzahl und »wir haben gute Anmeldungen in der 5. Klasse.« Matthias Schmid unterrichtet seit über 15 Jahren am Traunreuter Gymnasium und stellt der Schule eine sehr gute Note aus: »Als Gymnasium hat die Schule einen sehr guten Ruf in der Region«, betont der 44-jährige Ameranger. Bevor er zum Direktor ernannt wurde, war er längere Zeit Konrektor. Diese Aufgabe übernimmt nun sein Kollege, Studiendirektor Matthis Reuter. Außerdem werden neun neue Lehrkräfte an der Schule unterrichten, darunter mehrere Lehramtsanwärter.

Nächstes Jahr wird der Ostflügel abgerissen

Als letzte Maßnahme steht nach dem Bezug des Westflügels der Abriss des Ostflügels im nächsten Jahr an. An diesem Gebäudeteil musste bis zum Umzug in den Westflügel aus Sicherheitsgründen ein zusätzlicher Fluchtweg in Form einer Außentreppenanlage geschaffen werden. Zum Schuljahr 2017/2018 soll die 17,5 Millionen Euro teurere Gesamtbaumaßnahme dann nach vier Jahren gänzlich abgeschlossen sein. Damit kann sich der Landkreis Traunstein mit einem der modernsten und bestausgestatteten Gymnasien in Bayern schmücken.

Bis vor zwölf Jahren war das Gymnasium in der Hand der Stadt Traunreut. 2004 hatte dann der Landkreis Traunstein die damals schon sanierungsbedürftige Schule übernommen. Um den Gebäudebestand und die Situation an der Schule zu verbessern und einen neuesten Standard zu erreichen, waren intensive Vorbereitungen notwendig. Erste Aufgabe des neuen Schulaufwandsträgers war eine Entschärfung der Raumnot. Vor zehn Jahren wurde ein Interimsgebäude in Holzbauweise mit drei Klassenzimmern erstellt und für die Umsetzung des G8 Räumlichkeiten für eine Mittagsverpflegung. Zwei Jahre später folgte dann der Neubau eines drei Millionen Euro teuren Erweiterungstrakts und 2013 genehmigte der Kreistag die Gesamtkosten für einen Teilneubau mit Generalsanierung in Höhe von 17,5 Millionen Euro. ga