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»Eine untragbare Situation«

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Kinder
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Foto: dpa/Arne Dedert

Traunstein – Die Situation im Kindergarten am Klosterberg hat sich weiter zugespitzt. Gestern wurde bekannt, dass eine weitere Erzieherin aufgrund von Schwangerschaft ausfällt. Eine andere Erzieherin ist für einige Wochen krankgeschrieben und die Vertretung aus Kammer wurde ebenfalls krank. Nun hat sich der Elternbeirat an das Traunsteiner Tagblatt gewandt. Barbara Kramer, die stellvertretende Elternbeiratsvorsitzende, spricht von einem »Debakel«.


»Es ergibt sich eine beinahe untragbare Situation für die Erzieher«, betont sie. Fünf Personen, die zum Teil nur Teilzeit beschäftigt seien, müssten sich derzeit um 75 Kinder kümmern. »Die Kinder sind nur noch selten im Garten, da die Aufsichtspflicht mit so wenig Personal nicht gewährleistet werden kann«, beschreibt Barbara Kramer die Situation im Kindergarten am Klosterberg. »Und diese Woche musste im Kindergarten auch schon die Vorschule ausfallen«, ergänzt die stellvertretende Elternbeiratsvorsitzende, die betont, »dass es im Bereich der Kinderkrippe ein ähnliches Debakel gibt«. Nun könne kein Personal mehr zwischen den beiden Bereichen verschoben werden, »da es überall brennt«.

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Barbara Kramer hat im Namen des Elternbeirats auch einen Brief an Oberbürgermeister Christian Kegel geschrieben und um umgehende Ausschreibung für alle offenen Erzieher- und Kinderpflegerstellen gebeten.

Die letzte Ausschreibung war nämlich bereits im Juli, da habe es aber nur ungeeignete Bewerber gegeben, so die Stadt auf Nachfrage. Eine weitere Ausschreibung sei nicht mehr unternommen worden, weil die endgültige Entscheidung des Stadtrats im Oktober abgewartet werden sollte. Der Beschluss steht nun (wir berichteten) – und sobald die letzte juristische Hürde genommen sei, könne nun mit der Ausschreibung begonnen werden, so die Stadt.

Für die Erzieher am Klosterberg wäre eine Entlastung dringend nötig, denn derzeit fehlen drei Leute aufgrund von Schwangerschaften. Diese Stellen wurden nicht nachbesetzt, andere Erzieher fehlen aufgrund von Krankheit.

»Krankheiten und Schwangerschaften treffen die Stadt als Arbeitgeber – wie jeden anderen Arbeitgeber auch – unvorhersehbar und überraschend«, heißt es von Seiten der Stadt. Die Vorhaltung ausreichender Vertretungen für alle erdenklichen Fälle sei einfach nicht möglich. Die Stadt hofft aber, dass sie künftig durch die zusätzliche Anstellung von Beschäftigten auf geringfügiger Basis – einen entsprechenden Beschluss hat der Stadtrat gefasst – »schnell und unkompliziert Ersatz hat, wenn Mitarbeiter in der Kindertagesstätte ausfallen«. KR

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