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Eine Stunde lang die Vögel im Garten zählen

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Der Stieglitz ist der Vogel des Jahres 2016. (Foto: M. Graf)

Der Landesbund für Vogelschutz (LBV) ruft wieder alle Naturfreunde auf, eine Stunde lang die Vögel am Futterhaus, im Garten, auf dem Balkon oder im Park zu zählen und zu melden. Die Aktion »Stunde der Wintervögel« findet von Freitag, 8., bis Sonntag, 10. Januar, statt. Besondere Aufmerksamkeit verdient diesmal der Stieglitz, Vogel des Jahres 2016. Sein Bestand nimmt deutschlandweit stark ab.


»Der farbenfrohe Finkenvogel ist bei uns das ganze Jahr über zu sehen und bekommt im Winter sogar Zuzug von Verwandten aus dem Norden und Osten«, so Frank Weiß, Vorsitzender der LBV-Kreisgruppe Traunstein. Um die Zahlen mit den Ergebnissen der vergangenen Jahre abgleichen zu können, hofft der LBV auf eine rege Beteiligung bei Deutschlands größter wissenschaftlicher Mitmachaktion.

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Besonderes Augenmerk liegt auf dem Stieglitz

Früher war der Stieglitz vor allem ein Vogel der freien Feldflur, doch findet er dort aufgrund der Intensivierung der Landwirtschaft kaum noch geeigneten Lebensraum. »Es wird interessant, ob der Stieglitz oder auch Distelfink genannt trotz seines allgemeinen Rückgangs vermehrt in Gärten zu sehen sein wird. In den letzten Jahren rangierte er in den bayerischen 'Vogelcharts' meist knapp unter den 20 häufigsten Wintervögeln«, erklärt Weiß.

Wer bestimmte Stauden- und Blütenstände aus dem Sommer im Garten stehen hat lassen, hat gute Chancen, im Winter Besuch vom Vogel des Jahres 2016 zu bekommen. Bei geschlossener Schneedecke kommt der Stieglitz auch gerne an die Futterhäuser. »Da der Stieglitz oft in Schwärmen auftritt, kann man sich meist gleich über eine Handvoll der farbenprächtigen Finken freuen«, erklärt Weiß und lädt ein, die Musterfutterstellen des LBV im Umweltgarten in Wiesmühl an der Alz und am Obst- und Bienenlehrpfad in Chieming zu besichtigen.

Schon die pure Freude an der Natur reicht zur Teilnahme an der Mitmachaktion aus. Eine besondere Qualifikation ist für die Wintervogelzählung nicht nötig. So beteiligten sich im Januar 2015 allein in Bayern fast 22 000 Menschen und meldeten mehr als eine halbe Million Vögel in über 15 000 Gärten. Die Kohlmeise ergatterte damals den Spitzenplatz als häufigster Wintervogel in Bayern, der Feldsperling kam auf Rang zwei. Auf den Plätzen drei bis fünf folgten Haussperling, Amsel und Blaumeise. »Wir sind gespannt, ob die Überraschungsgewinner vom Vorjahr wie Rotkehlchen, Zaunkönig und Amsel ihren positiven Trend fortsetzen können«, sagt Frank Weiß. Nun erhofft sich der LBV auch 2016 wieder eine rege Beteiligung. Denn je größer die Teilnehmerzahl ist, desto wertvoller werden die Ergebnisse.

Die Wintervogelzählung funktioniert ganz einfach: Von einem ruhigen Beobachtungsplätzchen aus wird von jeder Art die höchste Anzahl notiert, die im Laufe einer Stunde gleichzeitig zu beobachten ist. Im Mittelpunkt der Aktion stehen vertraute und oft weitverbreitete Vogelarten des Siedlungsraums wie Meisen, Finken, Rotkehlchen und Spatzen. Die Beobachtungen können dann auf der Internetseite zur Aktion »Stunde der Wintervögel« bis Montag, 18. Januar, gemeldet werden. Auch per Post und Telefon – am 9. und 10. Januar von 10 bis 18 Uhr unter der kostenlosen Servicenummer 0800/115 7 115 – ist die Meldung möglich. fb