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Eine Schülerbücherei im ursprünglichen Wortsinn

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Die Schülerbücherei der Grund- und Mittelschule Ruhpolding wurde um Regale mit Büchern für die Mittelschule erweitert. (Foto: Bichler)

Ruhpolding. Die Schüler der Grund- und Mittelschule Ruhpolding haben ein weiteres Projekt abgeschlossen: Die Schülerbücherei der Grundschule ist um einige Regale und weitere Literatur für Mittelschüler erweitert worden. Dabei ist es eine Schülerbücherei im ursprünglichen Wortsinn. Die Schüler packten nämlich selbst kräftig mit an.


Zusätzliche Lesezeit vor Unterrichtsbeginn

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Bereits im vergangenen Frühjahr war die neue Bücherei für die Grundschüler eingerichtet worden. Dieses Angebot und auch die zusätzliche Lesezeit von 7.30 Uhr bis kurz vor Unterrichtsbeginn wird von den Grundschülern seither gern genutzt. Dank des Engagements des Elternbeirats und der Organisation von Kathrin Groß wurde nun auch eine gute Regelung für die Aufsicht gefunden.

In enger Zusammenarbeit zwischen Schülern und Lehrern wurde die Erweiterung der Bücherei geplant. Jeder einzelne Handgriff wurde von den Schülern bewerkstelligt; natürlich nicht ganz ohne Hilfe von Fachleuten. Bei der Anfertigung der Regale stand Schreinermeister Sebastian Steinbacher den Schülern über mehrere Wochen zur Seite. Bretter wurden zugeschnitten, es wurde geschliffen und gebohrt, montiert und eingelassen. Dann bewiesen auch die Mädchen ihr handwerkliches Geschick und halfen beim Malern.

Auch die Bestückung der neuen Regale erfolgte in enger Abstimmung mit den Schülern, begrenzt natürlich vom Budget. Dennoch wurde den literarischen Wunschlisten der Schüler hier weitgehend Rechnung getragen. Und auch für den Raum der früheren Bücherei wurde schnell ein neuer Verwendungszweck gefunden. Gemeinsam mit Ralf Gstatter und Malermeisterin Sigrid Veit wurde der Raum von den Achtklässlern hell und freundlich neu gestaltet als Gesprächszimmer. Nachdem die Techniker die Regale gebaut hatten, gestalteten die Fachrichtungen Wirtschaft und Soziales die Feier.

Während die Wirtschaftler den Text für die Einladungen entwarfen und das Projekt im Rahmen einer Power-Point-Präsentation vorstellten, gestalteten die Neuntklassler der sozialen Fachrichtung unter Anleitung von Inge Haßlberger das bayerische Buffet.

Wie entsteht ein Buch eigentlich? Diese Frage beschäftigte die Schüler der sechsten und siebten Klasse unter der Leitung ihrer Lehrerin Maike Woloschin. Alles beginnt im Kopf des Autors. Aus einer bloßen Idee folgt eine Handlung, die entweder auf einer wahren Begebenheit beruht oder tatsächlich nur im Kopf des Schriftstellers stattfindet. Doch bevor ein Buch im Buchhandel landet, muss ein passender Verlag gefunden werden, der bereit ist, das Buch zu drucken und zu vermarkten.

Bürgermeister las aus seinem Lieblingsbuch

Bürgermeister Claus Pichler ließ es sich nicht nehmen, der Eröffnung als Überraschungsgast beizuwohnen, sehr zur Freude der Schüler. Er las sogar aus einem seiner Lieblingsbücher vor und unterstrich, wie wichtig der Bezug zur Welt der Bücher sei.

Dem schloss sich auch Rektorin Dr. Lydia Großpietsch an. Sie lobte die hervorragende Arbeit von Lehrern und Schülern und unterstrich die Bedeutung des Lesens. »Lesen ist mehr als einfach nur Buchstaben zusammenlesen können«. Es gehe darum, geschriebene Texte in ihrem Kern zu erfassen, ihre Absichten zu verstehen und den Inhalt für verschiedene Zwecke nutzen zu können, beispielsweise in beruflicher Hinsicht. Die erweiterte Schulbücherei umfasst mehrere hundert Bücher in sechs Kategorien. Sie soll das Angebot der Pfarrbücherei abrunden. jsb

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