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Eine Rückkehr mit vielen Verwirrungen

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Christian Pointner (gespielt von Franz Schlechter, rechts) kehrt nach 20 Jahren als Seefahrer in sein Heimatdorf zurück. Knecht Bonifaz (Beppo Landenhammer) klärt ihn bei etlichen Gläsern Schnaps über die Lage des Fischereibetriebs auf. (Foto: Ostermaier)

Reit im Winkl. 20 Jahre lang war er auf hoher See, jetzt aber kehrt Christian Pointner, gespielt von Franz Schlechter, nach Jahren in der weiten Welt genau in dieses recht kleinbürgerliche Dorfleben zurück: Er soll den Fischereibetrieb seiner Eltern weiterführen. Mit dieser Vorgeschichte beginnt die Handlung des Dreiakters »St. Pauli in St. Peter« von Maximilian Vitus, die der Reit im Winkler Theaterverein an Pfingsten als Premiere auf die Bühne brachte. Das Publikum zeigte sich bestens unterhalten, es gab viel Applaus und viele lobende Worte.


Jakob Speicher zog sich aus Altersgründen zurück

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Eine eigene Premiere feierte im Hintergrund des Theaterbetriebs Christian Hauser: Er war erstmals für den technischen Ablauf verantwortlich. Er löst damit Jakob Speicher ab, der sich nach Jahrzehnten in dieser Tätigkeit aus Altersgründen zurückgezogen hatte.

Zeitlich einzuordnen sei die Handlung in die 1970er Jahre, »als die Welt noch in Ordnung war«, wie dies Spielleiterin Kathl Willhelm in ihrer Begrüßung in den Raum stellte. Diese Welt war für Christian Pointner zunächst aber eine recht komplizierte. Denn erst muss er sich mit der intriganten Notburga (Regina Wolfenstetter), der Wirtin »Zur Seerose«, und dem nicht minder umtriebigen Peter Schwoier (Wolfgang Hechtl), dem Wirt »zum Hecht«, herumschlagen, die ihrerseits die Fischerei übernehmen wollen. Um ihr Ziel zu erreichen, lassen sie sich allerlei Verwerfliches einfallen, wozu die beiden insbesondere Knecht Bonifaz (Beppo Landenhammer) für ihre Pläne gewinnen wollen.

Doch dann kommt eine unerwartete Wendung ins Spiel. Denn Pointner hatte kurz vor seiner Rückkehr nach St. Peter brieflichen Kontakt zu einer sehr norddeutschen Dame aufgenommen. Diese Martha Petersen (Lisi Höflinger) taucht plötzlich in dem kleinen Dorf am See auf und belebt mit ihrem Dialekt und Erscheinungsbild die Handlung nachhaltig. Pointner zeigt sich so überrascht, dass er von seinen Heiratsabsichten spontan ablässt, stattdessen soll fortan Bonifaz sich als Hausherr ausgeben. Dieser willigt freilich ein, beste Voraussetzungen also für allerlei Verwirrungen und komische Szenen, woran auch die Magd Monika (Michaela Raubinger) und Eva (Lisa Heigenhauser) als die Tochter Peter Schwoiers ihren Anteil hatten.

Gäste aus Thüringen kommen seit 20 Jahren

Die weitere Handlung ist recht vorhersehbar und lebt zur Unterhaltung des Publikums mehr von den kurzweiligen Dialogen, von Missverständnissen und auch von der Frage, wie lange es denn dauern mag, bis endlich zusammenkommt, wer unvermeidlich zusammenkommen wird. »Das ist ein Grund, warum wir dieses Bauerntheater hier so mögen«, freuen sich die beiden Thüringer Angelika und Wilfried Bieder. Bereits seit 20 Jahren kommen sie während der Pfingstzeit nach Reit im Winkl und freuen sich immer ganz besonders auf die Theaterpremiere.

Das Stück wird in den Spielplan für die kommende Sommersaison aufgenommen und dann alle drei Wochen zur Aufführung gebracht. ost