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Eine neue kommunalpolitische Kultur gestalten

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Bürgermeisterkandidat für die Liste der »Bürger für Marquartstein« ist Andreas Scheck. (Foto: Giesen)

Marquartstein. Sozusagen in allerletzter Minute hat die Liste der »Bürger für Marquartstein« einen eigenen Kandidaten für das Bürgermeisteramt gekürt. Bei der gut besuchten Aufstellungsversammlung im Gasthof Hofwirth zur Post wurde Andreas Scheck aus Piesenhausen einstimmig zum Kandidaten gewählt.


Einer der Sprecher der Liste, Klaus Hell, erklärte, dass man zwar spät dran sei, aber ein ernsthafter Kandidat mit guten Aussichten, der zudem bereit sei, eine gut gehende, eigene Firma aufs Spiel zu setzen, sei auch nicht so leicht zu finden gewesen. Umso mehr freute sich Hell so wie die übrigen Kandidaten, dass sich Scheck bereit erklärt hatte, zu kandidieren.

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Andi Scheck ist 44 Jahre alt, verheiratet und hat zwei Töchter im Alter von 16 und 14 Jahren. Er wuchs in Marquartstein auf, besuchte hier die Volksschule und neun Jahre lang das Staatliche Landschulheim, wo er 1988 das Abitur ablegte. In Rosenheim studierte Scheck Produktionstechnik an der Fachhochschule, schloss als Diplomingenieur (FH) ab und ließ sich nebenher zum IT (Informationstechnologie)-Administrator ausbilden. In diesem Beruf arbeitet er selbstständig in seinem Elternhaus in Piesenhausen seit 1994.

Andi Scheck lebt mit seiner Familie in Übersee, da er damals kein geeignetes Grundstück für Einheimische in Marquartstein bekommen konnte. »Ich bin mehr in Marquartstein als jemand, der hier nur wohnt und anderswo arbeitet«, sagt Scheck, der sich »mit Herz und Seele als Marquartsteiner fühlt«, wie er der Versammlung erklärte. Er sei immer in den Marquartsteiner Vereinen engagiert gewesen, besonders im GTEV Marquartstein-Piesenhausen, wo er sieben Jahre Vorplattler war und insgesamt 13 Jahre in der Vorstandschaft mitgearbeitet hat. Zudem ist Scheck seit Ende 2011 Zweiter Vorsitzender des Wasserbeschaffungsvereins Piesenhausen und war federführend an der Errichtung der neuen Wasseraufbereitungsanlage beteiligt. Darüber hinaus war er Gründungsmitglied von MIT (Marquartsteiner Interessen Team), wo er lange in der Vorstandschaft tätig war.

Die Kommunalpolitik habe er schon immer mit höchstem Interesse verfolgt, sagte Scheck. Sein Vater, Hans Scheck, war von 1972 bis 1990 im Gemeinderat tätig. Durch eine Gesetzesänderung ist es erst seit 2013 erlaubt, dass ein Bürger, der nicht am Ort wohnt, in den Gemeinderat gewählt wird. Deshalb konnte er bisher nicht für das Gemeindeparlament kandidieren, erklärte Scheck.

Die Bürger mitnehmen

Seine politischen Ziele definierte er unter dem Schlagwort »eine neue kommunalpolitische Kultur schaffen«. Sowohl die Bürger als auch die Gemeinderäte müssten weit früher als bisher über die Themen, die den Ort betreffen, informiert werden. Auch die Kompetenzen und die Kreativität der Bürger sollten nach Meinung des Kandidaten und seiner Liste viel mehr genutzt werden. So wolle er zum Beispiel den Arbeitskreis »Leben findet innen statt«, der so engagiert begonnen habe, wieder neu beleben. Viele Bürger seien enttäuscht, weil sie »bei Entscheidungen nicht mitgenommen« würden. Konkret würde Scheck zum Beispiel das Konzept der Arbeitsgruppe zum Prinzregentensaal nochmal aufgreifen und auf Realisierbarkeit überprüfen, eventuell sogar versuchen, die Gemeindebücherei mit einzubeziehen.

Nicht jedes Bauprojekt hält Scheck für sinnvoll, obwohl es durch öffentliche Gelder gefördert werde. Manches Mal könne seiner Meinung nach das Geld vielleicht sinnvoller verwendet werden, zum Beispiel für die Sanierung von schlechten Straßen im Ort.

Abschließend wurde in der Versammlung darauf hingewiesen, dass die Unterschriftenliste, die zur Aufstellung des Bürgermeisterkandidaten notwendig ist, im Rathaus ausliegt. gi