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Eine Million Euro für die Schwimmbadsanierung

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Markus Fritsche (rechts) vom  Planungsbüro  Fritsche stellte  Teisendorfs Bürgermeister Thomas Gasser und dem Gremium vier Versionen für Sanierung oder Neubau des Schwimmbads in Neukirchen vor. (Foto: Albrecht)

Teisendorf – Um die Zukunft des Neukirchener Schwimmbads ging es in der jüngsten Sitzung des Teisendorfer Gemeinderats. Viele Neukirchener kamen deshalb zur Sitzung, um über das weitere Vorgehen »ihres Bades« informiert zu werden.


Zur Vorstellung der Planung übergab Bürgermeister Thomas Gasser das Wort an Markus Fritsche vom Planungsbüro Planquadrat Fritsche. Es seien vier Varianten zur Sanierung ausgearbeitet worden, sagte Fritsche. Die Variante 1 würde den Abbruch und den Neubau des Funktionsgebäudes, der beiden Becken und der Badewassertechnik vorsehen. Die Becken würden dann in STB-Bauweise und Folienauskleidung neu gebaut. Die Gesamtkosten beliefen sich dabei auf rund 1,5 Millionen Euro.

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Variante 2 beinhaltete den Abbruch und Neubau des Funktionsgebäudes und der Badewassertechnik. Die beiden Alubecken würden durch eine Vormauerung und Auskleidung mit Folien saniert werden. Die Kosten beliefen sich dabei auf 1 347 000 Euro. Variante 3 gleicht grundsätzlich Variante 1, wobei jedoch die neuen Becken in Edelstahl ausgeführt würden. Kostenpunkt dabei knapp zwei Millionen Euro. In Variante 4 würden nur die Dachkonstruktion des Funktionsgebäudes und die Badewassertechnik abgebrochen und erneuert, der Rest des Funktionsgebäudes lediglich saniert sowie die Alubecken mit Vormauern versehen und dann mit Folie ausgekleidet. Die Kosten wären dabei 1,2 Millionen Euro.

Der Vorsitzende der Schwimmbadfreunde Neukirchen, Hans Helminger, erklärte, der Verein habe 439 Mitglieder und es seien bereits sehr erfolgreiche Aktionen zur Finanzmittelgewinnung gemacht worden. Bei der Sanierung solle eine Höchstgrenze von einer Million Euro nicht überschritten werden. Die Gelder für den Eintritt zum Schwimmbad sollen künftig auch wieder der Gemeinde, statt dem Kioskbetreiber zugutekommen. Eine mögliche von Vereinsmitgliedern installierte Photovoltaik-Anlage auf dem Dach des Funktionsgebäudes würde nach ihrer Abbezahlung zur Entlastung der Unterhaltskosten des Schwimmbades beitragen. Um den Verein mit eigenen Arbeitsleistungen besser in den Prozess der Erneuerung oder Sanierung einzubringen, erbat Helminger ein Mitsprache- und Entscheidungsrecht während der Planungs- und Sanierungsmaßnahmen.

Über die Dauer der Sanierungsmaßnahmen gab Markus Fritsche an, es müsse mit zwei Badesaisonen dafür gerechnet werden. Bei einem Baubeginn im kommenden Frühjahr könne die Neueröffnung des Schwimmbads 2018 erfolgen. Auf die Frage von Gemeinderat Edwin Hertlein, ob mögliche Sponsorengelder in den Kostenvoranschlägen berücksichtigt seien, erteilte ihm Fritsche eine negative Antwort, weil diese einen ungewissen Faktor darstellten. Sie würden aber natürlich in den Baukosten berücksichtigt, wenn sie eingegangen seien.

Alois Stadler bezweifelte die Durchführbarkeit des Projekts im angestrebten Zeitrahmen und fragte nach Defiziten in der Finanzierung. Gasser meinte, es müsse mit einem Defizit von etwa 70 000 Euro gerechnet werden, das aber durch Eigenleistungen des Vereins um etwa 15 000 Euro gesenkt werden könne.

Es gab anschließend eine lange Diskussion, in der sich die meisten Gemeinderäte generell für eine Unterstützung der Schwimmbadfreunde aussprachen, jedoch mehr Details über die Planung und Kosten des Projekts wollten. Anita und Johann Niederstraßer meinten, zwei Schwimmbäder seien für die Gemeinde untragbar. Sissy Lang fragte diesbezüglich, wann mit Untersuchungsergebnissen hinsichtlich des Schwimmbads Teisendorf, das ebenfalls sanierungsbedürftig sei, gerechnet werden könne. Laut Gasser sei erst im Frühjahr nach dem Frost damit zu rechnen.

Differenzen ergaben sich bei der Frage der Dringlichkeit einer Entscheidung. Während einige die Sanierung möglichst schnell in Angriff nehmen wollten, bedingten sich andere mehr Zeit zu einer Entscheidungsfindung aus. Am Ende fiel dennoch eine Entscheidung: Der Verein der Schwimmbadfreunde Neukirchen entscheidet – allerdings in Abstimmung mit dem gemeindlichen Bau- und Umweltausschuss sowie dem Gemeinderat und dem Planungsbüro über die Art und Weise der Sanierung – weitgehend eigenverantwortlich. Außerdem werden keine zeitlichen Vorgaben durch den Marktgemeinderat beziehungsweise die Verwaltung gemacht.

Von Seiten der Gemeinde werden eine Million Euro für die Sanierung des Schwimmbads zur Verfügung gestellt, die der Schwimmbadverein weitgehend in Eigenleistung durchführen möchte. Der Verein wird beauftragt in Zusammenarbeit mit dem Planquadrat Fritsche den Vorschlag zu konkretisieren und erneut dem Marktgemeinderat vorzustellen. al