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Eine Landesgartenschau in Traunstein?

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Oberbürgermeister Manfred Kösterke übergab dem Vorsitzenden der Werbegemeinschaft Traunstein, Thomas Miller, eine Kopie der Urkunde und eine Nachbildung der Medaille vom Bundeswettbewerb Entente Florale »Unsere Stadt blüht auf«, zu dessen Gewinn die Werbegemeinschaft mit ihren »Traunsteiner Rosentagen« einen großen Beitrag geleistet hat.

Traunstein. Über die Landesgartenschau in Rosenheim 2010 informierte Helmut Cybulska, Baudezernent der Stadt Rosenheim, bei der Jahreshauptversammlung der Werbegemeinschaft Traunstein. Die Landesgartenschau sei nicht nur ein begeisterndes Ereignis mit über einer Million Besuchern gewesen, sondern habe auch nachhaltige Impulse für die Stadtentwicklung gesetzt, erklärte er.


So seien dauerhaft zusammenhängende Grünflächen als attraktive Erlebnisräume und Naherholungsgebiete in der Stadt entstanden, innerstädtische Flächen umstrukturiert und Stadtquartiere entwickelt worden. Weiter wies er auf die positiven wirtschaftlichen Auswirkungen für Tourismus, Gastronomie und Handel hin. »Nicht zuletzt hat die Stadt Rosenheim beträchtlich an Prestige und Image gewonnen«, betonte er. Die rund zwölf Millionen Euro Investitionskosten seien zur Hälfte durch Zuschüsse gedeckt worden. Im Durchführungshaushalt für Werbung, Planung und Organisation sei sogar ein kleines Plus erwirtschaftet worden.

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Benötigt werden 12 bis 14 Hektar Fläche

Sollte sich Traunstein mit dem Gedanken anfreunden, sich für eine Landesgartenschau bewerben zu wollen, dann muss sie bis 2022 warten. Denn bis dahin sei sie bereits vergeben, berichtete Dagmar Voß, Geschäftsführerin der Gesellschaft zur Förderung der bayerischen Landesgartenschauen. Benötigt werden mindestens 12 bis 14 Hektar Fläche, die danach mindestens 25 Jahre zur öffentlichen Nutzung zur Verfügung stehen sollen. Dabei darf es sich nicht um intakte Flächen handeln, sondern um solche, die durch die Landesgartenschau verbessert bzw. entwickelt werden. Alternativ gebe es noch die Ausstellung »Natur in der Stadt« als »kleine Landesgartenschau«, so Voß.

Erfahrung mit kleinen Gartenschauen haben Stadt und Werbegemeinschaft bereits durch die »Traunsteiner Rosentage«. Im vergangenen Jahr kamen nach den Worten des Vorsitzenden Thomas Miller rund 18 000 Besucher. »Mit den 'Traunsteiner Rosentagen' haben wir innerhalb von zwei Jahren eine Veranstaltung in unserer Stadt etabliert, die weit und breit keine Nachahmer findet und mit der wir eine Alleinstellung im ganzen südostbayerischen Raum bis hinein ins Salzburger Land haben«, erklärte er stolz. Nur durch die »Rosentage« sei es möglich gewesen, mit 260 000 Flyern sowie Plakaten und Anzeigen flächendeckend in der Region zu werben und in Gartenzeitungen und Rundfunkanstalten bundes- und landesweit redaktionell hinzuweisen. Für die »3. Traunsteiner Rosentage« vom 14. bis 16. Juni seien bereits sämtliche Ausstellungsflächen mit 122 Ausstellern aus ganz Deutschland vergeben.

»Wir alle müssen uns für die nächsten Jahre darauf einstellen, dass der Wettbewerb zunimmt und wir uns immer wieder auf neue Herausforderungen einstellen müssen«, unterstrich Miller.

Gegen Aventura-Projekt in Teisendorf ausgesprochen

Dabei wies er auf das geplante Aventura-Projekt in Neukirchen hin, das enorme Auswirkungen auf das Geschäftsleben weit über die Grenzen der Gemeinde Teisendorf hinaus haben werde, sollte es verwirklicht werden. Die Werbegemeinschaft spreche sich entschieden gegen dieses Projekt aus. »Es kann nicht sein, dass ohne Rücksicht auf gewachsene Strukturen eine Fläche von 47 000 Quadratmetern zugebaut und eine Einzelhandelsfläche von bis zu 8000 Quadratmetern geschaffen werden soll«, kritisierte er. Der Markt Teisendorf habe mit seinen Einzelhandelsbetrieben eine Gesamtladenfläche von etwa 6000 Quadratmetern, schilderte er die Größenordnung des Projekts. Für ihn waren daher das Votum des Teisendorfer Gemeinderats und die positive Bewertung durch den Geschäftsführer Berchtesgadener Land Tourismus unverständlich. Es gehe der Werbegemeinschaft nicht darum, wirtschaftliche Entwicklungen zu verhindern, sondern darum, dass diese Entwicklungen mit Augenmaß und wirtschaftlicher Vernunft vorgenommen werden, so Miller.

Über die verschiedenen Aktionen der Werbegemeinschaft berichtete Schriftführerin Angela Huber wie zum Beispiel die verkaufsoffenen Sonntage (Blattl- und Lindl-Sonntag und der Rosensonntag), das Weihnachtsgewinnspiel TRAUNopoly mit fast 700 Einkaufsgutscheinen, die Traunsteiner Märchenwelt, die von der Ausstellung »200 Jahre Hausmärchen der Gebrüder Grimm« be-gleitet wurde, sowie die Verleihung des »Goldenen Lindl« an zehn Mitgliedsbetriebe. »Auf sehr viel positive Resonanz weit über die Stadtgrenzen hinaus stießen die Christbäume mit den roten Kugeln, an denen sich die Werbegemeinschaft beteiligt hat«, sagte sie.

Nachdem die Kasse 2011 mit einem Defizit abgeschlossen hatte, gelang Kassenwart Markus Schlaffner mit rund 137 000 Euro bei den Einnahmen und Ausgaben fast eine »Punktlandung«. Dabei machten die »Traunsteiner Rosentage« den größten Umsatz aus. Den Einnahmen von fast 70 000 Euro standen Ausgaben in ähnlicher Höhe für Werbung, Rahmenprogramm, Verbesserung der Strominfrastruktur, Sicherheitsdienst und Bühnentechnik gegenüber.

Neue Holzfiguren mit dem Namen »Trau di«

Oberbürgermeister Manfred Kösterke erinnerte an eine besondere Ehrung für die Stadt Traunstein: Die Verleihung der Goldmedaille beim Bundeswettbewerb Entente Florale »Unsere Stadt blüht auf« im vergangenen Jahr. »Die Initiative der Werbegemeinschaft mit ihren 'Traunsteiner Rosentagen' hat einen großen Teil dazu beigetragen«, betonte Kösterke. Als Dank überreichte er Miller eine Kopie der Urkunde sowie eine Nachbildung der Goldmedaille aus Marzipan.

Er bat die Traunsteiner Geschäftsleute um Unterstützung der Stadt als Inklusionspartner bei den Oberbayerischen Kunst- und Kulturtagen 2013. Die Werbegemeinschaft hatte dafür in der Versammlung etliche Holzfiguren mit dem Namen »Trau Di« der Sonderpädagogischen Förderzentrums als Symbol der Kunst- und Kulturtage aufgestellt. Der Oberbürgermeister bat die Mitglieder der Werbegemeinschaft, möglichst viele dieser »Trau Di’s« bei sich aufzustellen, die als Symbol von Inklusion für ein gesellschaftliches Miteinander aller Bevölkerungsgruppen werben sollen. Bjr