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Eine Hausgemeinschaft aus Alt und Jung

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Traunstein. Eine Hausgemeinschaft aus Alt und Jung, deren Bewohner sich gegenseitig unterstützen und ergänzen. Welche angehenden Senioren würden sich das nicht wünschen – vor allem, wenn als Alternative ein Altenheim droht? Und auch für junge Familien ergäben sich aus einer solchen »Mischung« deutliche Vorteile. Menschen, die solch eine Wohnform konkret angehen wollen und dies schon seit drei Jahren mit Nachdruck versuchen, sind im Verein »Alternatives Wohnen in Traunstein« organisiert.


In der Großen Kreisstadt sind zwar die Büroadresse (Scheibenstraße 22, Telefon 0861/2047101) und auch der monatliche Treff zu finden: an jedem ersten Donnerstag im Monat um 19 Uhr im Café Lenz. Aber der Verein ist, wie bei einem Pressegespräch deutlich wurde, keineswegs auf die Stadt allein fixiert. Umso weniger als ein ursprünglich angestrebter Bau auf dem Gelände des ehemaligen Triftstadions aus finanziellen Gründen nicht mehr realisierbar ist.

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Wie Vorsitzender Eugen Wette-Köhler aus Weibhausen und die Stellvertretende Vorsitzende Walburga Müller aus Grabenstätt informierten, ist der Verein jetzt auf der Suche nach einem Grundstück oder einem Gebäude, beispielsweise einem alten Hotel, Gasthaus oder Ähnlichem – irgendwo im Landkreis, wobei eine vernünftige Anbindung schon da sein sollte.

Auftrieb bekommt der Verein jetzt nach einem gewissen Frusterlebnis angesichts der Entwicklung in Traunstein durch eine Initiative aus Freiburg. Dies ist eine Gesellschaft, die aus Hausvereinen, Gruppen und Einzelpersonen besteht. Unter dem Namen »Mietshäuser Syndikat« vereinigt diese Initiative einen Verbund von derzeit 63 Hausprojekten und vielen weiteren Projektinitiativen unter ihrem Dach.

Dabei gehören die Häuser nicht dem »Mietshäuser Syndikat«, vielmehr ist jedes einzelne Haus rechtlich selbstständig als ein eigenes Unternehmen in der Rechtsform einer Hausbesitz-GmbH mit zwei gleichberechtigten Gesellschaftern: dem Hausverein und der Mietshäuser Syndikat GmbH. So ist gewährleistet, dass die Immobilien nach einiger Zeit nicht einfach verkauft oder anders genutzt werden können.

Ein solches Projekt läuft derzeit auch in Altötting, und Mitglieder des Vereins »Alternatives Wohnen in Traunstein« haben dort vorbeigeschaut. Eugen Wette-Köhler berichtet: Zumeist junge Leute haben sich an der Konventstraße in der Wallfahrtsstadt ehemalige Werkswohnungen gekauft. Zwei Dutzend Wohnungen stehen in den beiden Gebäuden zur Verfügung, die nach und nach umgebaut und renoviert wurden, einschließlich eines Gemeinschafts- bzw. Veranstaltungsraums.

Ein solches oder ähnliches Projekt schwebt nun auch dem Traunsteiner Verein vor, wobei da allerdings Eigenleistungen eher im Hintergrund stehen. Wenn es also irgendwo in Traunstein oder im Landkreis ein Grundstück gibt, sollte es etwa 1000 bis 1500 Quadratmeter groß sein, damit auch Raum zum Spielen für Kinder bleibt.

Derzeit besteht der harte Kern des Vereins aus fünf »Parteien«, zwei Paaren und drei alleinstehenden Damen, die alle zwischen 60 und 70 Jahre alt sind. Doppelt so groß sollte den Vorstellungen zufolge die »Belegschaft« aber schon werden. Die Mitglieder des Vereins kennen sich nun schon seit etlichen Jahren, haben bei gemeinsamen Unternehmungen Freundschaften geschlossen – und suchen noch etliche Gleichgesinnte jeglichen Alters, damit der lang gehegte Wunsch eines eigenen Mehrgenerationenhauses endlich Wirklichkeit werden kann. he