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Eine echte Erfolgsgeschichte

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Foto: Austermayer

Mit rund 290 Passagieren an Bord ist das »Volksmusikschiff« knapp drei Stunden lang über den Chiemsee gefahren.


Das besondere Schiff übt seit dem Jahr 2000 eine gleichbleibend starke und auch im 17. Jahr ihres Bestehens noch ungebrochene Anziehungskraft aus, nicht nur bei den Zuhörern. Auch die Gesangs- und Musikgruppen, deren Herkunftsgebiet sich diesmal vom Tölzer Land bis in den Salzburger Flachgau erstreckte, betrachten es mittlerweile als Auszeichnung, auf der »Edeltraud« mit dabei zu sein. Marlene Anner als Vertreterin des Priener Veranstalters ist es wieder einmal gelungen, aus ihrem reichhaltigen Gruppenfundus echte »Gustostückl« herauszuzaubern.

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Zuvorderst sind da die Tölzer Sänger zu nennen, vier pensionierte Lehrer mit einem Liedrepertoire, das seinesgleichen sucht. Mit ihren unverwechselbar wohltemperierten, harmonisch abgerundeten Männerstimmen waren sie bereits im Jahr 2000, also bei der ersten Fahrt des »Volksmusikschiffs«, unter den Mitwirkenden. Für exakt dazu passende Ein- und Zwischenspiele sorgten Simone Lahner mit ihrem Mann Albert vom Hochberg und Manfred Wörnle aus Telfs in Tirol. Als »Boarische Almmusi« bekannt, agierten sie virtuos auf zwei Zithern und einer Kontragitarre.

Sozusagen als Gegenstück zu den überwiegend gebirglerisch frischen G'sangln der Tölzer Sänger hatten sich die drei jungen Frauen des Thalpichler Dreigesangs aus dem Salzburger Flachgau fürs ruhigere Liedgut entschieden. Mit Xandi Maurer hatte man sich einen ausgewiesenen Könner auf der Diatonischen Harmonika mit an den Chiemsee gebracht, dessen facettenreichen Ein- und Zwischenspiele dem reichhaltigen und handverlesenen Liederschatz des Thalpichler Frauen-Dreigesangs zusätzlichen Glanz verliehen.

Nach dem Motto: »Wenns ihr moants, unsre Stückl san gar, dann hamma im Hosensack aa no a paar, präsentierten die vier jungen Burschen der »Wabach Musi« aus dem Chiemgau und dem Rupertiwinkel auf Diatonischer Harmonika, Gitarre, Posaune und Kontrabass ihre Polkas, Landler und Walzer. Das kam gut an. Der sonst zur Gruppe gehörende Martin Geistreiter aus Siegsdorf wurde diesmal durch Christian Scheurl aus Inzell vertreten.

Siegi Götze stellte in den jeweiligen Schiffsräumen die Gruppen und Einzelpersonen mit launigen Worten vor, wobei ihm der Beruf des Kirchenmalers von Christian Scheurl einige hörenswerte Begebenheiten entlockte. Gabi Dicker und Norbert Hierl aus Bad Endorf ernteten reichlich Beifall für ihre ganz eigene Vortragsweise im »gemischten Zweigesang«. Dass sie neben dem Spiel mit Okarina, Flöte, Gitarre, Ziach und Tuba zusätzlich noch als Gesangsduo rare und schon fast vergessenen Couplets hochhalten, ist besonders erwähnenswert. Das Publikum hatte seine helle Freude an den beiden.

Aus Bayrischzell und dem übrigen Leitzachtal stammen die Mitglieder der »Röpfl Geigenmusi«, die mit speziell ausgesuchtem Spielgut auf zwei Geigen, Gitarre, Kontrabass und Harmonika die Zuhörer erfreuten. Den Kern dieser Gruppe bilden Martina Röpfl, ihr Mann Martin und Tochter Liesi. Zur Überraschung vieler ließen die sich im Laufe des Abends auch als Dreigesang vernehmen, zur Freude aller Aktiven sogar noch übers offizielle Programm hinaus.

Fazit: Den Zuhörern hat's wieder einmal unbändig gut gefallen auf der »Edeltraud«, weit jenseits vom Alltagsstress und der sonst üblichen akustischen »Berieselung«. fb