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»Eine direkte Gaudi ist eine Birke nicht«

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Die Birken an der Schule bleiben vorerst stehen. (Foto: Höfer)

Petting – Drei Birken am Biotop der Grundschule hat die Gemeinde Petting bereits entfernen lassen. Ein Pettinger bedankte sich per Mail dafür, dass »genau die richtigen«, jene, die Äste verloren und Schmutz verursacht hatten, entfernt worden waren. Ein Ehepaar dagegen möchte, dass auch noch die restlichen fünf Birken entfernt werden. Der Gemeinderat sprach sich dafür aus, die Bäume vorerst stehen zu lassen.


»Die Birken wurden 1954 von Schulkindern gepflanzt«, schreibt das Ehepaar an die Gemeinde. Die Bäume hätten inzwischen eine Größe und ein Alter erreicht, wo sie mit dem Abwurf von zum Teil dicken Ästen eine Gefahr für die Schulkinder und für die Anwohner darstellten. Die Schmutzbelästigung durch Birkenreisig, Blütenträger und Flugsamen sei zudem unverhältnismäßig. Da die Schulstraße nur dreimal jährlich mit Kehrmaschine gereinigt werde, müssten die Anlieger für Sauberkeit sorgen. Radfahrer und Fußgänger seien gefährdet, Gullydeckel und Regenrinnen würden verstopft. Für Allergiker sei das eine starke Belastung. Gegen eine Neubepflanzung mit anderen geeigneten Bäumen habe man allerdings nichts einzuwenden, betonten die Antragsteller ausdrücklich.

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Nachdem man drei der Birken bereits entfernt hat, sieht Bürgermeister Karl Lanzinger keine Belästigung oder Verdunklung mehr für die Nachbarn. Wenngleich man darüber streiten könne, ob Birken im Ort die »Idealbesetzung« seien, so handle es sich doch um »schöne alte Bäume.«

»Die Bäume lassen, neue pflanzen und dann entfernen, wenn die anderen so groß sind, dass sie Schatten bringen«, schlug Franz Vordermayer vor. »Die jetzt noch vorhandenen sind wirklich nicht krank«, erläuterte Theo Pastötter, der die anderen drei entfernt hatte. Auch der Architekt habe sich für den Erhalt ausgesprochen. Wenn der neue Biotopteich fertig sei, könne man immer noch schauen, wie sich das Areal präsentiere. »Kein Loch reißen«, bat Franz-Martin Abfalter und warb für den Erhalt des »landschaftsgestaltenden Elements«. Generell aber empfahl er, auf Baumarten zu setzen, die länger sicher seien.

»Ich hätte nichts dagegen, wenn alles komplett neu gemacht wird«, meinte dagegen Zweiter Bürgermeister Ludwig Prechtl, denn »eine direkte Gaudi ist eine Birke nicht.« Im Dorf habe diese Baumart nichts zu suche, der Einfluss auf Allergiker sei nicht zu unterschätzen. Lanzinger formulierte daraufhin folgenden Beschlussvorschlag: »Die Birken bleiben vorerst stehen und es wird Ersatz gepflanzt.« Damit waren alle einverstanden. höf

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