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Eine Bundesbehörde mit 82 000 ehrenamtlichen Helfern

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Bei Wettbewerben misst sich die THW-Jugend an verschiedenen Stationen. Sobald die Jugendlichen 16 Jahre alt sind und eine Prüfung absolviert haben, dürfen sie auch bei Einsätzen mit ausrücken.
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Egal ob im Inland oder im Ausland, wie hier derzeit auf dem Balkan, die Pumpenspezialisten des THW sind weltweit gefragt. Im Ortsverband Traunstein gibt es dazu sogar eine spezielle Fachgruppe.
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Sie helfen, wenn nichts mehr hilft. Gemeint ist das Technische Hilfswerk (THW), das dann zum Einsatz kommt, wenn andere Hilfsorganisationen wie die Feuerwehren, die Rettungsdienste sowie Zoll und Polizei personelle und materielle Unterstützung oder Spezialgeräte und Fachwissen benötigen. Dies ist etwa bei Hochwasserkatastrophen der Fall, wenn Menschen aus Gefahr gerettet werden müssen oder ein Gebäude einsturzgefährdet ist.


Grundaufgaben des THW sind der Zivil- und Katastrophenschutz, für den sie sowohl in der Region, als auch weltweit im Einsatz sind. Aktuell sind die Pumpeneinheiten des THW noch auf dem Balkan im Einsatz, um der dortigen Bevölkerung nach dem verheerenden Hochwasser Anfang Juni zu helfen.

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Zwei Ortsverbände im Landkreis Traunstein

Weltweit einzigartig dürfte die Mitarbeiterstruktur des THW sein. Obwohl es sich beim Technischen Hilfswerk um eine Bundesbehörde handelt, sind 99 Prozent der Helfer ehrenamtlich tätig. 82 000 Männer und Frauen engagieren sich bundesweit ehrenamtlich und in ihrer Freizeit im THW.

Auf regionaler Ebene ist das Technische Hilfswerk in jeder größeren Stadt bzw. in den Landkreisen vertreten. Im Landkreis Traunstein gibt es zwei Ortsverbände. Der THW-Ortsverband Traunstein befindet sich in der Scheibenstraße, gegenüber dem Gerätehaus der Feuerwehr. Die Helfer des Ortsverbandes Traunreut sind seit kurzem in Altenmarkt, genauer am Berndlring, beheimatet. Beide Ortsverbände haben rund 45 Helfer sowie auch Jugendgruppen.

In jedem Ortsverband gibt es die sogenannten Bergungsgruppen, die ein breites Spektrum von der Rettung des Verletzten bis zur Beseitigung von Sturmschäden und dem Bau von Stegen abdecken. Im Ortsverband Traunstein ist zudem die Fachgruppe »Wasserschaden/Pumpen« stationiert. Sie ist mit einer Hochleistungs-Schmutzwasserpumpe ausgestattet, die 5000 Liter pro Minute abpumpen kann. Zum Vergleich: Mit dieser Pumpe wäre eine volle Badewanne in zwei Sekunden abgesaugt.

Eine weitere Fachgruppe zum Thema »Wassergefahren« befindet sich beim Ortsverband Traunreut. Ausgestattet mit Booten und Pontons ist diese Fachgruppe auf die Ölschadensbekämpfung auf dem Chiemsee spezialisiert. Mit Hilfe der Pontons kann etwa eine schwimmende Arbeitsplattform aufgebaut werden, die zum Abtransport gebundenen Öls eine wichtige Rolle spielt.

Sowohl die Bergungs- als auch die Fachgruppen wurden in den vergangenen Jahren bei zahlreichen Einsätzen angefordert. Hierzu zählt natürlich das Hochwasser Anfang Juni. Beide Ortsverbände unterstützten dabei die Feuerwehrkräfte beim Füllen und Verbauen von Sandsäcken sowie beim Auspumpen von Kellern und Gebäuden. Vor allem der Ortsverband Traunstein mit seiner Hochleistungspumpe war besonders gefragt. Die THW-Mannschaft war in überfluteten Gebieten in Waldkraiburg und Freilassing sowie in Deggendorf und Osterhofen an der Donau im Einsatz.

Mitmachen können Kinder ab zehn Jahren

Um auch zukünftig einsatzbereit zu sein, engagiert sich das THW auch in der Nachwuchsarbeit. Mitmachen können Buben und Mädchen ab 10 Jahren. Unter dem Motto »Spielend helfen lernen« werden sie an die Gerätschaften der Katastrophenschutzeinheiten herangeführt. Aber auch gemeinsame Aktivitäten, wie Filmabende, Zeltlager und Ausflüge, spielen eine Rolle, um die sozialen Kompetenzen zu stärken. Jugendgruppen aus dem Landkreis nehmen unter anderem an dem alle zwei Jahre stattfindenden Bundesjugendlager statt. Dabei treten die Jugendlichen auch in verschiedenen Wettbewerben gegeneinander an.

Mit Erreichen des 16. Lebensjahres können die Buben und Mädchen in die Grundausbildung wechseln. Dort lernen sie, wie mit den Standardgerätschaften des Technischen Hilfswerks umzugehen ist. Abgeschlossen wird die Grundausbildung mit einer theoretischen und einer praktischen Prüfung. Sobald beide bestanden sind, kann der Einsatz als aktiver Helfer beginnen.

Im Rahmen des Blaulicht-Tages präsentieren sich die verschiedenen Rettungs- und Hilfsdienste im Landkreis am Samstag, 19. Juli, auf dem Traunreuter Festplatz. Wir stellen die Organisationen in einer Serie vor. Im nächsten Teil: die Wasserwacht.

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