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Eine besonders innige Verbindung

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Rosina von Niedernfels (Mona Pavlak) und Hans Sigmund von Lebenberg (Klaus Kirchleitner) beschrieben ihr Leben vor mehr als 400 Jahren. Dabei gingen sie auch auf die geschichtliche Verbundenheit der beiden Gemeinden ein. (Foto: T. Eder)

Grassau. Vor 50 Jahren unterzeichnete Hans Steiner, der damalige Bürgermeister von Grassau, die Urkunde zur Übernahme der Patenschaft für die Gemeinde Tscherms in Südtirol. Nun wurde das 50-jährige Bestehen der Partnerschaft mit vielen Aktionen und einem Südtiroler Weinfest im voll besetzten Heftersaal gefeiert. Musikalisch umrahmt wurde die Veranstaltung von den Tschermser Musikanten.


Bürgermeister Rudi Jantke sprach von einer lebendigen und innigen Verbindung der beiden Gemeinden. Sie sei insbesondere auf die Verbindung der Musikanten zurückzuführen, hob er hervor.

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Rudi Jantke lobte Dr. Manfred Huber

Seinen besonderen Dank richtete er an die verdienten Männer und Frauen beider Gemeinden, die die Partnerschaft mit Leben füllen. Unvergessen seien Dr. Franz Zech, Hans Steiner, Hans Hornberger sen., Hilde Norman und aus Tscherms Karl Innerhofer, der von 1963 bis 1990 Bürgermeister war, sowie Karl Spornberger. »Sie werden zufrieden nach unten sehen«, meinte Jantke. Die Basis der Freundschaft seien persönliche Beziehungen, betonte er weiter. Hier hob Jantke allen voran Dr. Manfred Huber, der seit 1979 Vorsitzender des Kontaktkomitees Grassau ist, hervor. Huber habe sich für eine lebendige Partnerschaft eingesetzt, lobte der Bürgermeister.

Der ganze Ort sei seit Tagen in Feierlaune und Feststimmung, freute sich Jantke. Die Tulpen am Kreisverkehr seien bewusst in »weiß-rot«, den Farben Tscherms, gehalten. Jantke sah eine Chance, Geschichte in dieser Partnerschaft zu schreiben, wenn ein Paar aus beiden Gemeinden verheiratet werden könnte. Er würde die Patenschaft für den ersten Grassauer-Tschermser Sprössling übernehmen, kündigte er an.

100 Tschermser seien mit zwei Bussen nach Grassau gereist und in weniger als drei Stunden in Grassau angekommen, informierte Roland Pernthaler, Bürgermeister aus Tscherms. Er erinnerte an die Zeit vor fünfzig Jahren, als man für die gleiche Strecke noch fast acht Stunden benötigte. Dies zeige, wie Europa zusammen-gewachsen sei. Anerkennung zollte er seinem Amtsvorgänger Karl Huber, der 30 Jahre die Partnerschaft aktiv mitgestaltet habe, darunter 20 Jahre als Bürgermeister.

Die Originalurkunde hatte Pernthaler im Gepäck und zeigte diese als Beginn eines regen Austausches zwischen den Gemeinden. Auch wenn sich noch kein Paar aus den beiden Gemeinden gefunden habe, so durfte er dennoch erst vor kurzem ein Grassauer Paar in Tscherms verheiraten. Als Gastgeschenk überreichte er Jantke eine große Flasche Wein und dem Kontaktkomitee blaue Schürzen mit dem Aufdruck 50 Jahre Partnerschaft. Nach den Klängen der Blasmusik eroberte ein Paar aus dem Mittelalter die Bühne: Rosina von Niedernfels und Hans Sigmund Fuchs von Fuchsberg/ Tscherms. Was den Bürgermeistern von heute bislang verwehrt blieb, gab es vor mehr als 400 Jahren, nämlich ein adliges Paar aus Tscherms und Niedernfels.

Rosina und Hans berichteten in mittelalterlicher Rede und Robe von ihrem Leben auf Schloss Niedernfels. Hans Sigmund von Fuchsberg wurde vor mehr als 400 Jahren in Grassau beerdigt. Damit ist auch eine geschichtliche Verbundenheit beider Gemeinden vorhanden. Geschrieben wurde der Dialog des Paars von Robert Höpfner. Gespielt wurde er von Mona Pavlak und Klaus Kirchleitner.

Spannende Duelle an der Fußballtorwand

Bereits am Samstagmittag reisten die Tschermser an. Für sie gab es zur Begrüßung ein Weißwurstessen im Hefterstadel. Die Grassauer Tanzlmusi spielte auf. Beim Luftgewehrschießen wie auch an der Fußballtorwand standen sich die Tschermser und Grassauer gegenüber und bei der Kirchenführung konnten die Tschermser auch die Gedenktafel ihres Ahnen Hans Sigmund Fuchs entdecken. tb

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