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Eine besondere neunte Klasse verabschiedet

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Bei der Entlassfeier an der Grund- und Mittelschule Unterwössen wurden die vier besten Entlassschüler geehrt. Unser Bild zeigt (von links): Elisabeth Georgi, Sebastian Tatzel und Josef Schiller (alle Notendurchschnitt 2,0), Klassenlehrer Josef Parzinger, Schulrektor Otto Manzenberger, Patrick Werner (Note 1,7) und Elternbeiratsvorsitzende Bettina Schiller. (Foto: Flug)

Unterwössen. Die neunte Klasse der Grund- und Mittelschule Unterwössen hat sich jetzt in einer Entlassfeier verabschiedet. Als Klassenlehrer Josef Parzinger die Klasse im siebten Schuljahr übernahm, war es noch ein schwieriges Gegeneinander. Im gemeinsamen Miteinander hat sich daraus ein heute vorbildlicher Klassenverbund mit dem Lehrer gebildet, so der Tenor auf der Abschlussfeier in der Schulaula. Die Schüler, acht Dirndln und acht Buben, gehen als junge Erwachsene, die zuletzt Aushängeschild ihrer Schule über die Gemeindegrenzen hinaus waren. Die einen gehen in den Beruf, die anderen besuchen weiterführende Schulen, keiner bleibt ohne Aufgabe.


Schulrektor Otto Manzenberger erklärte in seiner Festrede, das hölzerne Rednerpult, das die Entlassschüler vor kurzem erst gebaut hatten, spiegle für ihn die Eigenarten der Klasse wieder. Edle Achentalhölzer stünden für die Heimatverbundenheit der Klasse. Eigensinnige Proportionen spiegelten Bodenständigkeit, die manchmal etwas verkehrt daher komme, aber stets aufrecht und geradlinig im Wesentlichen münde, so Manzenberger. Kein überflüssiger Firlefanz. Filigran das Geheimfach für die in der Klasse allzeit gegenwärtige Brotzeit. Astlöcher in vorderster Front stünden für Knorrigkeit und manchmal brachiale Herzlichkeit. Verdeckte Kabel und vielleicht WLAN für Hightec, technische Höchstleitungen.

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Manzenberger meinte, die neunte Klasse sei eine originelle Klasse mit ausgefallenen Einfällen und Ansichten auch über die Grenzen der Schule hinweg, die Schule und Lehrer in Atem gehalten habe. Das meine er durchaus positiv, so der Schulleiter.

Doch dann wurde Manzenberger nachdenklich, als er schilderte, wie Klassenlehrer Josef Parzinger die damals siebte Klasse erstmals übernahm. Es habe Fehler gegeben, auch seine eigenen, meinte dazu später Klassenlehrer Josef Parzinger. Ein Kräftemessen sei es gewesen, manchmal Verzweiflung, dann wieder viele Gespräche. Der Klassenlehrer schilderte das als eine Talsohle der damaligen Beziehungen, die – im Bild bleibend – kurz darauf auf eine Hochalm und schließlich ins Hochgebirge geführt habe. Längst sei die Klasse erwachsen, meinten Parzinger und Manzenberger. Ein hervorragendes, von 95 Prozent bestandenes Quali-Ergebnis bescheinigten beide der Klasse. Bei den fünf verbleibenden Prozent hätte eigentlich auch nicht viel gefehlt. Vier Schüler mit Durchschnittsnoten 1,7 und 2,0 bilden die Spitze: Patrick Werner (1,7) sowie Elisabeth Georgi, Sebastian Tatzel und Josef Schiller (alle 2,0).

Manzenberger schloss: »Ich wünsche Euch für Eure Zukunft alles erdenklich Gute. Glaubt an Euch, an Euer Können und auch an das, was wir Euch versucht haben beizubringen. Ideale sind wie Sterne. Man kann sie nicht erreichen, kann aber seinen Weg nach ihnen ausrichten. Bewahrt Eure Ideale, dann ist mir nicht bange.«

Bürgermeister Hans Haslreiter sagte, zu den schönsten Aufgaben seines Amtes gehöre es, solche Entlassfeiern zu erleben. Er sprach für sich und seine Kollegen aus den Orten Reit im Winkl und Schleching. Der jetzigen neunten Klasse bescheinigte er ein ganz besonderes Engagement. »Diese neunte Klasse hat auch über die Gemeindegrenzen gewirkt.« Ihn hätten viele positive Rückmeldungen zu dieser Klasse aus den Nachbarorten erreicht. »All Eure Talente und Fähigkeiten werden in Zukunft von Euch abverlangt werden. Aber wenn Ihr in Eurem Berufsleben Euren Weg so weiter macht wie bisher im Klassenverbund, mit sozialer Kompetenz, Kommunikationsbereitschaft und Kreativität, dann seid Ihr auf einem sehr, sehr guten Weg.«

Klassenlehrer Josef Parzinger erinnerte sich an das erste Zusammenraufen und Irritationen in der Klasse. Von da an sei es bergauf gegangen und habe in einer sehr guten persönlichen Entwicklung für jeden der Schüler geendet. Freundlichkeit, Ehrlichkeit und Hilfsbereitschaft stünden für diese Klasse. Er sei unglaublich stolz auf sie gewesen, wenn Lehrerkollegen von besonderen Erlebnissen aus »seiner Neunten« berichtet hätten. Heute sehe er die Schüler nur ungern gehen, aber auch wieder gern, weil jeder seinen Weg machen werde. »Ich danke, dass ich Euer Lehrer sein durfte.«

Für die Schülererklärten die Klassensprecher Patrick Werner und Emina Icic, gern würden sie zurückblicken auf eine Zeit in einem guten Klassenverband. Alle hätten sich zusammengefunden und heute falle ihnen der Abschied von Schule, Lehrern und einander sehr schwer. Beide versprachen, mit dem Lernen nicht aufzuhören. Die Schüler bedankten sich mit Blumengeschenken bei ihren Unterstützern durch die Schulzeit. Schöne Bilder aus gemeinsamen Jahren in einer Präsentation erinnerten an das Vergangene. lukk