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Eine Baustelle im Nadelöhr

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Eine schwierige Baustelle am Bodenberg (Bundesstraße 21): Über den Fortschritt berichteten Polier Franz Dunst, Baustellenverantwortlicher Josef Leitner vom Straßenbauamt Traunstein, Abteilungsleiter Thomas Zumbrunnen und Amtsleiter Sebald König bei einem Pressetermin. (Foto: Bauregger)

Schneizlreuth – Im Nadelöhr durchs »kleine deutsche Eck« verlaufen die Bauarbeiten nach Plan. Der erste von fünf Bauabschnitten ist geschafft. Im September nun begann der zweite Bauabschnitt. Bei einem Pressetermin auf der Bundesstraße 21 am Bodenberg in Schneizlreuth informierte der Leiter des Staatlichen Bauamts, Sebald König, über den Baufortschritt. Die Bauarbeiten werden noch bis 2021 dauern. Insgesamt soll die Maßnahme rund 14 Millionen Euro kosten.


Laut König ist die Baumaßnahme aus mehreren Gründen erforderlich: die Bausubstanz, die größtenteils aus dem Jahr 1899 stammt, ist sanierungsbedürftig und die enge, kurvenreiche Strecke hat sich zu einem Unfallschwerpunkt entwickelt. König wies darauf hin, dass es sich bei der Straße immer schon um eine wichtige »innerösterreichische Verbindung« zwischen Salzburg und dem Pinzgau gehandelt habe.

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Durchschnittlich 12 000 Fahrzeuge am Tag

Das durchschnittliche Verkehrsaufkommen liege heute bei täglich bis zu 12 000 Fahrzeugen, mit einem großen Anteil Schwerlastverkehr. An Spitzentagen, etwa beim Bettenwechsel in den Tourismusorten oder an schönen Ausflugstagen, steige die Belastung sogar auf etwa 16 000 Fahrzeuge. Das sei auch der Grund, warum nur in der Vorsaison, ab Frühjahr bis Juli und ab September bis zum Wintereinbruch gebaut werde.

Der Verkehr wird während dieser Zeit einspurig mit Ampelregelung an der Baustelle vorbeigeleitet. Dadurch kommt es zwar immer wieder zu Behinderungen und Staus. Der Großteil der Verkehrsteilnehmer habe dies aber inzwischen akzeptiert, so König. Bei einer Vollsperrung wäre ein Umweg von 140 bis 150 Kilometer erforderlich, um in den Pinzgau und die dahinterliegenden Gebiete zu gelangen. Eine Vollsperrungen gebe es deshalb nur an einzelnen Tagen, wenn es keine andere Möglichkeit gibt, so König. Aus der Abwicklung des ersten Bauabschnitts (215 Meter lang) im Frühsommer dieses Jahres habe man wertvolle Erkenntnisse gewonnen, um die Abläufe zu optimieren. Größte Herausforderung in den beengten Verhältnissen sei nach wie vor die Baustellenlogistik.

Seit April dieses Jahres werden am Bodenberg auf einer Länge von 1185 Metern, aufgeteilt in fünf Bauabschnitte, die Stützbauwerke erneuert, die Straße auf einer sogenannten Hangbrücke neu aufgebaut und die kurvige Strecke, so gut es geht, begradigt.

Der jetzige Bauabschnitt ist etwa 70 Meter lang und endet an einem bereits vor einigen Jahren durchgeführten Sanierungsabschnitt. Wie Franz Dunst, Polier der Firma Porr, erklärte, müssen auf dieser Strecke 14 sogenannte Stützscheiben betoniert werden, auf denen später die Hangbrücke aufgesetzt wird. Für jedes Fundament werden derzeit mit einem Spezialbohrgerät Stahlanker im Fels platziert.

Felswand bleibt an der Hangseite unberührt

Da der Fels sehr kompakt ist, gab es laut König bisher keine außergewöhnlichen Probleme. Generell bleibt, um weiteren Problemen bei der Bauausführung aus dem Wege zu gehen, die Felswand an der Hangseite unberührt. Lediglich die Entwässerung der Straße und die Ableitung aufkommenden Hangwassers werden erneuert. In den nächsten Wochen sollen zudem die auf der Kante wachsenden Bäume oberhalb der Felswand gefällt werden.

Insgesamt sind für die Baumaßnahme 14 Millionen Euro eingeplant. Die Gesamtlänge der Stützbauwerke ist 825 Meter. Eine Hang- und Felssicherung ist auf einer Länge von 1000 Metern notwendig. Diese wird aber erst nach Abschluss der Arbeiten angebracht.

Ob die Geschwindigkeitsbegrenzung im Bereich Bodenberg nach der Baumaßnahme auf 70 km/h erhöht oder bei 50 km/h bleiben wird, sei noch mit der Polizei abzustimmen, so König. wb