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Eindringliche Worte über die Bedeutung des Glaubens

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Kardinal Reinhard Marx segnete vor dem Festgottesdienst die Kinder. (Foto: Ostermaier)

Reit im Winkl. In einem Festgottesdienst feierte die katholische Kirchengemeinde in Reit im Winkl gestern das Patrozinium der St. Pankratiuskirche. Dazu war auch Kardinal Reinhard Marx, Erzbischof von München und Freising, angereist. Denn mit diesem Patrozinium beginnt auch das halbjährliche Festprogramm zum 100-jährigen Weihefest der Pfarrkirche (wir berichteten).


Hoher Gast wurde am Pfarramt begrüßt

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Ortspfarrer Johann Spiolek und die beiden Monsignores Wolfgang und Christoph Huber, die beide in Reit im Winkl aufgewachsen sind, gestalteten die fast zweistündige Messe. Wunderbar musikalisch umrahmt wurde der festliche Gottesdienst vom Kirchenchor unter der Leitung von Suzanne Calabro Schmuck, die in der vorgetragenen Schubert Messe in G-Dur auch als Sopranistin glänzte. Stimmungsvolle Lieder steuerten auch die Dirndl des Koasawinkla Trachtenvereins bei. In seiner Predigt fand Kardinal Reinhard Marx eindringliche Worte über die Bedeutung des Glaubens für die Menschen in der Gegenwart.

Am Pfarramt waren die Fahnenabordnungen mehrerer Vereine, Vertreter der Gemeinde und der Pfarrgemeinderat zusammengekommen, um den hohen Gast angeführt von der Musikkapelle zur Kirche zu geleiten. Doch trotz einer kleinen Verspätung demonstrierte der Erzbischof, was ihm besonders wichtig war: der Kontakt zu den Menschen. So suchte er schon bei dieser Gelegenheit ein kurzes Gespräch und segnete die Kinder.

Auch in seiner Ansprache stellte er den Menschen in den Mittelpunkt, insbesondere die Bedeutung, welche die Kirche seit Jahrhunderten für die Menschen habe. Sie stifte »Identifikation und Orientierung«, gebe »Hoffnung, Mut und Trost«, stelle sich gegen »Vergänglichkeit und Äußerlichkeit«, betonte er. Dies zeige sich auch in den Traditionen der Kirche, in den Sakramenten, hier finde der Mensch Halt und Identität. »Seit Jahrhunderten zieht sich der Glaube wie ein roter Faden durch die Lebensgewohnheiten der Gläubigen, wir brauchen diese Kirche«, sagte er. Der Glaube solle als Angebot verstanden werden, der Gottesdienst als Bereicherung und weniger als Pflichterfüllung, man solle den Glauben nicht »unter seinem Niveau« praktizieren und ihm mit Neugierde begegnen, schloss er seinen Appell an die Grundwerte des katholischen Glaubens ab.

Feierlichkeiten dauern sechs Monate

Und er gratulierte freilich der Pfarrkirche nachdrücklich zu deren 100-jährigem Bestehen. Wobei sich auch in der Tatsache, dass eine Kirche im Bergort über viele Jahrhunderte Bestand hat, beweise, dass auch hier die Menschen immer die Nähe zu diesem baulichen und gemeinschaftlichen Mittelpunkt gesucht hätten, betonte Marx. Nach der Messfeier wurde der Erzbischof von den Kirchgängern, Vereinen und der Kapelle zurück zum Pfarrsaal begleitet. Beim Stehempfang war er ein gefragter Gesprächspartner.

Mit besonderen Gottesdiensten und Veranstaltungen wird in den kommenden sechs Monaten das 100-jährige Weihefest der St. Pankratius Pfarrkirche gefeiert, ehe am eigentlichen Tag des Jubiläums, dem 13. Oktober, die Feierlichkeiten mit einem Festzug nach dem Festgottesdienst abgeschlossen werden. Zu diesem Festgottesdienst wird Weihbischof Wolfgang Bischof erwartet. ost