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Eindeutiges Votum für BayWa-Kaufland-Projekt

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Traunreut. Die Mehrheit der Traunreuter votierte beim Bürgerentscheid am Sonntag für ein neues Einkaufszentrum mit einem BayWa-Bau- und Gartenmarkt und einem Kaufland-Verbrauchermarkt an der Trostberger Straße.


Wie berichtet, haben sich 4395 Bürger bzw. 64,41 Prozent der Wähler für das Projekt ausgesprochen. Beim Entscheid zum Neubau einer Grundschule in der Kernstadt sprachen sich über 70 Prozent für den Erhalt der derzeitigen Schulsituation aus. Abgelehnt wurde der Neubau einer Stadtbibliothek. Hier votierten über 72 Prozent der Wähler für eine Anmietung von Räumen.

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Dass sich das BayWa-Kaufland-Projekt durchsetzen werde, habe sich in den vielen Gesprächen in den vergangenen Wochen abgezeichnet, sagte Bürgermeister Franz Parzinger dem Traunsteiner Tagblatt. Man habe mit einem positiven Ausgang rechnen können. »Leider Gottes ist der Neubau einer Stadtbibliothek abgelehnt worden. Hier ist es uns offenbar nicht gelungen, die Leute hinreichend zu informieren und das Sechs-Millionen-Euro-Todschlagargument aus den Köpfen der Bürger rauszubringen«, so das Stadtoberhaupt.

Eine Stadtbibliothek sei eine wichtige Kultur- und Bildungseinrichtung. Die jetzige, am Rathausplatz angemietete Fläche sei mit 350 Quadratmetern viel zu klein für 36 000 Medien. »Wir bräuchten etwa dreimal so viel Fläche«, erklärte Parzinger.

Als erfreulich wertete das Stadtoberhaupt, dass sich über 70 Prozent der Bürger für den Erhalt der jetzigen Schulsituation ausgesprochen hätten und keine neue, zentrale Schule in der Kernstadt gebaut werde.

Michael Mollner, der Sprecher der Initiatoren des Bürgerbegehrens, akzeptierte die Niederlage beim BayWa-Kaufland-Projekt. »Es war ein eindeutiges Votum, da brauchen wir nicht groß 'rum zu diskutieren.« Die Gesamtkonsequenz sei aber sehr fragwürdig. Denn die Kaufkraft werde sich damit an den Stadtrand verschieben, was auch von den Experten im Vorfeld bestätigt worden sei.

Überrascht und erfreut zeigte er sich darüber, dass bei der Stadtbibliothek das Quorum erreicht worden und die Entscheidung zu Gunsten der Initiatoren ausgefallen sei. 4722 Bürger votierten dafür, Räume anzumieten und keinen teuren Neubau hinzustellen. Er hoffe, so Mollner, dass sich die Stadt ernsthaft bemühe, alternative Plätze zu suchen. »Wir sind nicht gegen Bücher, sondern gegen ein eigenständiges Gebäude, das im Besitz der Stadt ist.«

Zur Niederlage des Bürgerbegehrens »Neuordnung der Schulsituation« sagte Mollner: »Offenbar finden es die Bürger toll, dass 200 Schüler von Traunreut nach Sankt Georgen gefahren werden müssen.« 4908 Bürger hatten sich für den Erhalt der bestehenden Schulsituation ausgesprochen und nur 2356 für einen Neubau einer Grundschule in der Kernstadt.

Von den insgesamt 16 515 Wahlberechtigten gingen knapp 43 Prozent zu den Wahlurnen. Für einen Bürgerentscheid eine außergewöhnlich hohe Wahlbeteiligung, stellte Parzinger fest. Vordringliches Thema war dabei sicher das BayWa-Kaufland-Projekt, das offenbar auch Nicht-Traunreuter interessierte. Nach Angaben des Geschäftsleitenden Beamten der Stadt Traunreut, Josef Maier, seien am Wahltag in der Stadtverwaltung einige Anrufe von Bürgern aus den Nachbargemeinden eingegangen, warum sie nicht mit abstimmen dürften.

Das Ergebnis von BayWa und Kaufland lag bereits kurz nach 19 Uhr vor. Anschließend wurden die Stimmen zum Neubau der Stadtbibliothek und zum Neubau einer Grundschule im Stadtzentrum ausgezählt. In 28 Wahllokalen konnten die Bürger ihre Stimmen für die drei Bürgerentscheide abgeben. Außerdem gab es insgesamt sieben Briefwahllokale. ga