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Einbau von zwei Arztpraxen am Kirchplatz zugestimmt

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In dieses Anwesen am Kirchplatz sollen nach dem vom Gemeinderat beschlossenen Tekturplan eine Arzt- und eine Zahnarztpraxis eingebaut werden. (Foto: Hauser)

Reit im Winkl – Zwei Arztpraxen, zwei Wohnungen und drei Personalzimmer sollen in einem Anwesen am Kirchplatz entstehen. Einem entsprechenden Tekturantrag auf Nutzungsänderung und Sanierung erteilte der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung das gemeindliche Einvernehmen. Sechs Gemeinderäte stimmten dagegen.


Wie Bürgermeister Josef Heigenhauser erläuterte, hatte die der Antragstellerin im Oktober die Sanierung des Anwesens mit Anbau von Balkonen, Einbau eines Treppenraums mit Aufzugsschacht und Anbau von Nebenräumen beantragt. Demnach sollten im ersten und im zweiten Obergeschoß zwei Wohnungen und 13 Personalzimmer entstehen. Diesem Antrag wurde im November zugestimmt.

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In dem nun vorliegenden Tekturantrag bleibt der Grundriss im Erdgeschoß im Vergleich zur ursprünglichen Planung im Wesentlichen unverändert. Im zweiten Obergeschoß sind nur noch drei Personalzimmer geplant sowie eine Arztpraxis mit einer Größe von 190 Quadratmetern. Im ersten Obergeschoß soll zusätzlich zu den bereits ursprünglich vorgesehenen zwei Wohnungen eine 145 Quadratmeter große Zahnarztpraxis untergebracht werden. Auch dieser Antrag enthielt einen Treppenraum mit Aufzug sowie einen Anbau von Nebenräumen und Balkonen. Zur Berechnung der Stellplätze wurde vom Planer die Garagen- und Stellplatzverordnung herangezogen, da dies in den letzten Jahren im Ortszentrum bereits häufiger praktiziert worden sei. Laut dieser sind für das gesamte Anwesen ohne Pizzeria 14 Stellplätze nachzuweisen. Heigenhauser erklärte, seitens der Verwaltung bestehe mit einer damit erfolgten Abweichung von der gemeindlichen Stellplatzsatzung Einverständnis. Bezüglich der Pizzeria solle eine Doppelnutzung der Parkplätze erfolgen – tagsüber für die Arztpraxen, abends für die Pizzeria. Insgesamt würden damit 13 Stellplätze nachgewiesen. Im Übrigen könne das gemeindliche Einvernehmen nicht aufgrund der fehlenden Stellplätze verweigert werden.

Lorenz Höflinger war mit dieser Lösung nicht einverstanden und meinte, eine weitere Verschlechterung der ohnehin angespannten Parkplatzsituation im Ortskern sei nicht mehr hinnehmbar. Heigenhauser widersprach dem mit dem Hinweis, in diesem Bereich sei das Parken bei den verschiedenen Anwesen ohnehin »ein Geben und Nehmen«. Im Übrigen begrüßte er den Antrag mit dem Hinweis, Arztpraxen gehörten in den Ortskern. Georg Speicher schlug vor, in den Beschluss mit aufzunehmen, dass das Landratsamt die Stellplatzsituation überprüfen solle.

Mit diesem Hinweis erteilte der Gemeinderat dem Tekturantrag schließlich mit neun Für- und sechs Gegenstimmen das gemeindliche Einvernehmen, ebenso den darin enthaltenen Abweichungen von der Ortsgestaltungssatzung hinsichtlich Dachform und -neigung des Anbaus im Erdgeschoß. sh