weather-image
16°

»Ein zentraler Ort der Frömmigkeit«

2.3
2.3
Bildtext einblenden
Reinhard Kardinal Marx segnete beim Patroziniumsgottesdienst in Maria Eck den neuen Sonnengesangweg. (Foto: Effner)

Siegsdorf – Mit einem festlichen Patroziniumsgottesdienst am Freialtar und der Einweihung des neuen Sonnengesangsweges feierte Erzbischof Reinhard Kardinal Marx zusammen mit rund 600 Besuchern und Ordensmitgliedern das Jubiläum zum 125-jährigen Wirken der Franziskaner-Minoriten im Kloster und der Wallfahrtskirche Maria Eck in Siegsdorf. Zahlreiche Ehrengäste der Geistlichkeit und aus der Politik sowie die Fahnenabordnungen des Gauverbands der Trachtler und der Krieger- und Soldatenkameradschaften unterstrichen am Feiertag Mariä Himmelfahrt ebenso wie die musikalische Umrahmung der Musikkapelle Vogling den festlichen Anlass des vielbesuchten Wallfahrtsorts.


Kardinal Reinhard Marx zelebrierte den Gottesdienst und bezeichnete Maria Eck als einen »zentralen Ort der Frömmigkeit und der Zuversicht im Chiemgau«, der franziskanische und marianische Glaubenselemente miteinander verbinde. Der heilige Sonnengesang des Franz von Assisi, auf den sich Papst Franziskus in seiner Enzyklika »Laudato si« bezogen habe, gemahne zur Bewahrung der Schöpfung, die allen Menschen gehöre. Sie sei als zentraler christlicher Wert ebenso wichtig wie die Sorge um die Armut in der Welt, »sonst wird es für das Gesellschaftsmodell Europa keine Zukunft geben«. Als Wallfahrtsort mit fast 400-jähriger Tradition sei Maria Eck ein »Ort der Zuversicht«. In einer kurzen Zeremonie segnete Marx auch die von den Besuchern mitgebrachten Kräuterbuschen.

Anzeige

Landrat Siegfried Walch: »Ein Ort der Kraft«

Landrat Siegfried Walch ging in seinem Grußwort darauf ein, dass Kraftorten wie Maria Eck gerade in der heutigen Zeit mit ihren Herausforderungen eine große Bedeutung zukomme: »Dies ist ein Ort der Kraft, an dem man zur Ruhe kommen, Lösungen finden und Schwierigkeiten überwinden kann.« Dies helfe mitunter, den Alltag gut zu meistern. Seine Familie pflege selbst bereits seit 100 Jahren die Tradition der Wallfahrt nach Maria Eck.

Die enge wechselseitige Beziehung des Klosters und des Ordens der Franziskaner-Minoriten zur Gemeinde Siegsdorf und der Region hob zweiter Bürgermeister Manfred Guggelberger hervor. »Die vielen Taufen und Hochzeiten zeigen ebenso wie die gut besuchten Wallfahrten die enge Verbundenheit der Chiemgauer mit Maria Eck.« Er bedankte sich für das große Engagement und die vielfältigen Impulse der Ordensmitglieder, Maria Eck als kraftvollen Ort des Rückzugs und der inneren Einkehr zu verschönern und weiter auszubauen. Als Beispiel nannte er die Renovierung des Mitteregg-Stadls mit eigenem Weiher und die in Klosternähe neu entstandene Einsiedelei »Franzisklause« sowie den Bau einer hölzernen Waldkapelle und einer Mariengrotte. Der Sonnengesangweg sei dazu ein weiterer »bemerkenswerter Puzzlestein«.

Pater Franz und Bruder Christian gingen auf die Symbolik und die »von spannenden Momenten« durchzogene Planungsgeschichte des Sonnengesangwegs ein, der viele Helfer gehabt habe und schon von Pater Leopold angedacht worden sei. Anfang und Ende bilden zwei als große Tau-Zeichen gestaltete Tore, die aus dem Holz von zwei Thujen geschnitzt sind, die nicht mehr erhalten werden konnten. Begleitet von den passenden Bibelpassagen und Pflanzkästen aus Metall greifen die einzelnen Stationen die Verbindung der Schöpfung mit der Sonne sowie dem Mond und den Sternen und den vier Elementen auf. Steinmosaike, ein sprudelnder Felsenquell und eine Feuerstelle mit Sitzsteinen laden zur Begegnung im Gespräch und Erleben an schön gestalteten Orten der Besinnung ein. In den beiden Toren des Tau – dem Urbild franziskanischer Symbolik – schließt sich der Kreis von Schöpfung und Tod, der in der Auferstehung überwunden wird.

Nach der Segnung und dem Durchschneiden des Bands von Erzbischof Reinhard Kardinal Marx stimmten sich die Besucher mit musikalischer Begleitung und dem Singen des Sonnenlieds auf den neueröffneten Weg zum Lob der Schöpfung ein. eff

Mehr aus der Stadt Traunstein
Einstellungen