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Ein Wetterjahr über dem Durchschnitt

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Möwen genießen die Morgensonne am Chiemsee. Nach Seebruck sollen nun auch die Ortsteile Seeon und Truchtlaching das Prädikat »Luftkurort« erhalten.

Traunstein – Es wurde ja bereits viel über das vergangene Jahr berichtet, wie es in Deutschland und weltweit war. Auf und Ab ging es auch beim Wetter 2017. Unter dem Strich lässt sich nun sagen, das vergangene Jahr fügt sich nahtlos in die Reihe überdurchschnittlich warmer Jahre ein. Allerdings schlugen die Temperaturen dabei einige Wellen. Zudem war das Jahr ausgesprochen feucht.


An 257 Tagen – im Vergleich dazu waren es 1974 nur 246 – zeigte sich die Sonne. Die meisten Sonnentage gab es 2009 mit 286 Tagen, am wenigsten waren es 1978 mit nur 211 Tagen. Dennoch war es im vergangenen Jahr auch sehr feucht. Niederschlag gab es an 190 Tagen – und damit an zwölf Tagen mehr als im Referenzjahr 1974. Der Rekord wurde aber 1994 erreicht, damals waren es 235 »nasse« Tage; am trockensten war es 1976 mit nur 128 Tagen Niederschlag.

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Schneefall gab es im vergangenen Jahr an 45 Tagen. Die meisten Schneefälle gab es 1981 an 64 Tagen, dagegen 2002 nur an 16 Tagen. Gewitter gab es diesmal an 35 Tagen, damit wurde der Spitzenwert von 1988 um einen Tag übertroffen. Hagel oder Graupel gab es bei uns an acht Tagen, doppelt so viel wie der Durchschnitt. Rar machte sich im vergangenen Jahr der Nebel, es gab nur 28 Tage mit Nebel oder Hochnebel. Am meisten Nebel gab es 1996 mit 65 Tagen, am wenigsten 2008 mit nur 19 Tagen. Der letzte Schnee im Frühjahr 2017 fiel am 28. April und den letzten Frost gab es am 2. Mai. Der erste Schnee im Herbst kam am 6. November und der erste Frost am 26. Oktober. Diese Werte liegen im absolut normalen Bereich.

Dass es eines der wärmsten Jahre seit der Aufzeichnung der Wetterdaten war, zeigt auch die Durchschnittstemperatur. Mit 10,2 (8,7) Grad lag Traunstein doch erheblich über dem Mittelwert und nur gering unter dem wärmsten Jahr 2015 mit 10,7 Grad. Das kälteste Jahr war bei unserer Station 1991 mit einer Durchschnittstemperatur von 6,5 Grad.

Nachtfrost gab es 2017 nur 94-mal, davon elfmal im einstelligen Bereich. 1992 gab es hingegen 155-mal Nachtfrost und 1994 nur an 38 Tagen. Dauerfrost gab es 2017 nur 16- (19-) mal. Der Rekordhalter für die meisten Tage mit Dauerfrost ist das Jahr 2010 mit 49 Tagen; 2015 hingegen gab es nur an vier Tagen Dauerfrost.

Auch bei den Tageswerten bestätigt sich die Aussage, dass es wärmer wird. Es gab 241 Tage mit zweistelligen Temperaturen. Davon kletterte an 126 das Thermometer über 20 Grad, an 71 Tagen sogar über 25 Grad und an 21 über 30 Grad. Die kälteste Nacht war am 7. Januar mit minus 20,1 Grad und der wärmste Tag war mit 34,5 Grad am 22. Juni. Um Spitzenwerte handelt es sich dabei jedoch nicht. Die kälteste Nacht an der Messstation am Traundamm war 8. Januar 1985 mit minus 26 Grad und der wärmste Tag mit 36,7 Grad der 7. Juli 2015.

Besonderheiten im Monatsrückblick:

Januar: Einer der kältesten seit 1974 und sehr schneereich.

Februar: Zur Monatsmitte blühten schon die ersten Winterlinge und Schneeglöckchen.

April: Nachtfrost beeinträchtigte die Apfelblüte.

Mai: Geprägt von kaltem Nord- und Nord-Ostwind.

Juni: Zweitwärmster Juni seit 1974.

Juli: Kälteeinbruch und viel Niederschlag in der zweiten Monatshälfte.

August: Anfang und Mitte des Monats starker Sturm.

September: Ohne besondere Vorkommnisse.

Oktober: Sehr stürmisch und am 6. Oktober der erste Schnee in den Chiemgauer Bergen.

November: Schneedecke zum Monatsende.

Dezember: Sehr wechselhaft und grüne Weihnachten.

Soviele Aufschlüsse die Aufzeichnungen im Rückblick auch geben mögen, ist zur Prognose zu sagen: »Das Teuflische an der Wettervorhersage ist, dass sie zu oft stimmt, als dass man sie ganz in den Wind schlagen könnte, aber doch nicht oft genug, um sich darauf verlassen zu können.« mh