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Ein weiterer Mosaikstein zur Eigenversorgung mit Strom

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Das neue Blockheizkraftwerk in der Kläranlage Traunreut wurde jetzt offiziell in Betrieb genommen. Bürgermeister Franz Parzinger (Mitte) betätigte im Beisein der Stadtwerke-Chefs Willi Helmdach (links) und Franz Hagenauer den Schalthebel. (Foto: Rasch)

Traunreut. Kläranlagen gehören zu den größten Stromverbrauchern in den Gemeinden. Die Traunreuter Stadtwerke versuchen seit Jahren, den Energiebedarf der Traunreuter Kläranlage zu zügeln. Mit dem Bau eines 430 000 Euro teuren neuen Blockheizkraftwerks (BHKW) und der Installierung einer Photovoltaikanlage, befindet sich das Klärwerk nun auf einem guten Weg zur Energieautarkie.


Bei der offiziellen Inbetriebnahme der Anlage mit Vertretern der Stadtverwaltung und des Stadtrates sowie Firmenvertretern lobte Bürgermeister Franz Parzinger den konsequenten Weg, den die Stadtwerke seit 20 Jahren in Richtung Stromeinsparung gehen.

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Mit dem neuen Heizwerk kann das beim Vergären des Klärschlamms entstehende Methangas zur umweltfreundlichen Produktion von Wärme und Strom noch effizienter genutzt werden. Pro Jahr kann die neue Anlage etwa 420 000 Kilowattstunden Strom erzeugen, der im Klärwerk zum Antrieb von Gebläsen, Pumpen und Rührwerken genutzt wird. Zusätzlich erzeugt das Blockheizkraftwerk im Jahr 650 000 kWh nutzbare Wärme zum Heizen des Faulbehälters und der Räume. Die Stadtwerke gehen davon aus, dass mit dem neuen BHKW und der Photovoltaik-anlage, die bis zu 30 000 kWh Strom bringt, der Fremdbezug von Strom von 800 000 Kilowattstunden im Jahr 2002 auf 70.000 Kilowattstunden im Jahr 2014 verringert werden kann. Ziel sei es aber, mit dem Klärwerk energieautark zu werden, sagte der Technische Leiter der Stadtwerke, Franz Hagenauer. Um die Effizienz der Betriebsabläufe zu steigern, seien in den vergangenen Jahren eine Reihe von Maßnahmen umgesetzt worden. Unter anderem habe man die Prozessleittechnik erweitert, die Arbeits- und Reinigungsprozesse optimiert, Rührwerke und Motoren ersetzt und 2007 ein 19 Jahre altes BHKW gegen ein neues ausgetauscht.

Der Betriebsleiter der Kläranlage, Richard Fenzl, habe in seinem Ehrgeiz nicht nachgelassen, den Stromverbrauch weiter zu reduzieren. Als Lösung habe sich ein Austausch des zweiten Blockheizkraftwerks angeboten, das nach 25 Jahren ohnehin ersetzt werden musste.

Im Frühjahr 2013 wurde der Auftrag für die Anlage an eine Münchner Firma erteilt. Die Erdarbeiten für die Wärmeleitungen und Kabeltrassen wurden von einem heimischen Unternehmen erledigt und die Einbindung in das Prozessleitsystem wurde an eine Firma in Emertsham übertragen. Die 70 000 Euro teure Photovoltaik-anlage auf dem Dach des Betriebsgebäudes wurde von einer Firma aus Engelsberg installiert. Die Planung und Bauleitung für die Maschinentechnik lag in den Händen eines Priener Ingenieurbüros und für die Elektrotechnik war ein Planungsbüro aus Schnaitsee zuständig.

Der überschüssige Strom werde nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz ins Stromnetz eingespeist; das heiße, dass keine Kilowattstunde verloren geht. Im Vergleich zur energetischen Ausgangslage im Jahr 2002 werden durch den geringeren Stromzukauf jedes Jahr rund 155.000 Euro Kosten eingespart. ga

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