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Ein voller Erfolg – trotz Hitze und Regenschauern

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»Magdalena, du bist de olla Scheena«, sang die Band »Heischneida« in ihrem Liebeslied. Das Publikum schmolz nicht nur wegen der Liedzeilen, sondern auch wegen der tropischen Temperaturen am Samstagnachmittag sprichwörtlich dahin. (Foto: Theresa Volk)

Chieming – Fünf Mal Hitze, Sonnenbrand und Badehose – fünf Mal Unwetter, Gummistiefel und Regentanz. Beim Seewärts-Festival in Chieming gehören seit fünf Jahren gutes und schlechtes Wetter irgendwie zusammen. Doch von Unwetterwarnungen und Platzregen ließen sich auch dieses Jahr weder Veranstalter noch Zuschauer beeindrucken.


Das Ein-Tages-Festival war wieder ein voller Erfolg. Rund 1000 Besucher kamen um Bands wie »Heisskalt«, »Erwin&Edwin« und »Heischneida« live zu erleben. »Ich freue mich ganz besonders, dass wir es geschafft haben vor allem Bands aus unserer Region auf die Bühne zu bringen«, so Benedikt Speckbacher, Hauptorganisator des Seewärts-Festivals. Dabei war das Line-Up nicht nur regional, sondern auch musikalisch kunterbunt gemischt. Von Rock bis Alternative, von Elektro- bis hin zu Blechmusik-Pop war alles dabei.

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Newcomer-Band eröffnete das Festival

Die Newcomer-Band »Peak to Peak« eröffnete bei strahlendem Sonnenschein das Festival. Die drei jungen Musiker aus München spielten das erste Mal auf einer so großen Bühne und bestanden die Feuerprobe mit Bravour. Ihr Alternative-Pop passte perfekt in die einzigartige Kulisse des Chiemsees und machte Lust auf mehr. Anlässlich der schrecklichen Ereignisse des Vortags in München spielte »Peak to Peak« unplugged den Song »Give peace a chance« von John Lennon und gedachte damit den Opfern der Schießerei und deren Angehörigen.

Nach einer kurzen Umbaupause war es Zeit für »Heischneida«! Ihre Kombination aus Blechmusik-Pop-Rock und Gipsy-Blues lockte die Zuschauer auf den Platz vor der Bühne und brachte sie trotz Hitze zum Tanzen und Springen.

»Broach« übernahm im Anschluss den rockigen Teil des Festivals. Mit drückenden Drums, fettem Bass und markanten Gitarrenriffs heizten sie der Menge ein. Während die einen vor der Bühne ausflippten, nutzen andere Festivalbesucher die Chance sich im Chiemsee zu erfrischen oder in der »Chill-Out-Area« zu entspannen.

Neben vielen kleinen Ständen auf dem Veranstaltungsgelände war auch eine 20 Meter lange Graffitiwand aufgebaut. Die Sprayer Edi, Peter und Andi aus dem Landkreis Traunstein zeigten darauf eindrucksvoll, dass Graffiti keine Schmiererei ist, sondern echte Kunst. Der eine oder andere Besucher griff auch selbst zu Spraydose, um sich zu verewigen.

Am frühen Abend betraten »The Capitols« die Festivalbühne. Die Indie-Rock-Band aus München faszinierte mit der einzigartigen Stimme des jungen Sängers Donald Norman und dessen Können an der barocken Blockflöte. Mit großem Hut und Glitzer-Blazer bewies Norman, wie perfekt das klassische Instrument zu Blues, Rock und Indie passt. Die Stimmung der Festivalbesucher ließ sich auch von dem aufkommenden Wind und den dicken Regenwolken am Himmel nicht trüben. Als der Regensturm dann herein brach drehte »The Capitols« erst richtig auf. Sie motivierten zum Tanzen und Springen im Regen und das Publikum jubelte!

Die Band »L´aupaire« schloss sich direkt an die Strategie ihrer Vorband an. Ihr Indie-Blues, die Wahnsinnsstimme des Sängers und der Regen machten das Seewärts-Festival zu einem echten Erlebnis. Während viele Zuschauer unter Pavillons und Bierinseln Schutz suchten, tanzten andere pitschnass durch Pfützen und feierten das Leben. Die Stimmung blieb bis zum Ende des Regens entspannt, locker und außergewöhnlich fröhlich.

Als »Erwin&Edwin« die Bühne betraten, war der Regensturm vorbei. Mit weißen Hemden zeigten die vier Jungs aus Oberösterreich den Chiemgauern, wie gut Elektro und Blasmusik zusammenpasst. »Erwin&Edwin«, die eigentlich Flo, Michi, Simon und Christoph heißen, machten sich selbst mit ihrem lässigen Elektrosound zum Höhepunkt des Festivals.

Nachdem auch der letzte Seewärts-Besucher einmal das Tanzbein geschwungen hatte, betrat der Hauptakt »Heisskalt« die Bühne. Einen Tag vorher spielte die deutsche Rockband noch vor 50 000 Zuschauern am Deichbrand-Festival in der Nähe von Cuxhaven, jetzt rockten sie in Chieming. Schlicht, unglaublich kraftvoll und ungeschminkt tanzten, feierten und sprangen die vier Musiker gemeinsam mit dem Publikum bis tief in die Nacht hinein.

»Die Stimmung war hervorragend«

Am Ende des Tages waren die Veranstalter trotz Regen zufrieden. »Die Stimmung war hervorragend! Was wollen wir mehr!?«, so Benedikt Speckbacher. Zum fünften Mal wurde das Seewärts-Festival auf ehrenamtlicher Basis vom Förderverein der Wasserwacht Chieming organisiert. Die Erlöse kommen vollständig der Wasserwacht zugute. »Für viele unbekanntere Bands ist es eine Chance einmal auf einer großen Festivalbühne zu stehen. Wir geben ihnen die Möglichkeit dazu und wenn die Bands ihren Spaß da oben haben, dann hat auch das Publikum Spaß daran«, so Speckbacher. Theresa Volk

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