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Ein ungarischer Traum ist wahr geworden

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Zur Übergabe des Tanklöschfahrzeugs und zur Einweihung des neuen Feuerwehrhauses der Freiwilligen Feuerwehr von Bakonyoszlop war eine Delegation der Traunsteiner Feuerwehr nach Ungarn gereist. (Foto: Buthke)

Traunstein – Schöner und besser kann man seine Freude wohl nicht zum Ausdruck bringen: Weil die Freiwillige Feuerwehr von Bakonyoszlop in Ungarn ein 34 Jahre altes Tanklöschfahrzeug (TLF 16/25) von der Stadt Traunstein geschenkt bekommen und zugleich ihr neues, auf das Fahrzeug zugeschnittene Feuerwehrhaus einweihte, feierte die ganze Ortschaft ein wahres Volksfest. Ein Bierzelt war aufgebaut worden, die Blasmusik spielte, zwei Frauenchöre sangen – auch deutsche Lieder – und eine Frauengruppe zeigte ein Aerobic-Programm.


Die beiden Anlässe waren für die ungarische Regierung so wichtig, dass sogar Staatssekretär Zoltan Kovacs aus Budapest angereist war. Der Staatssekretär hob nicht nur die Bedeutung der Freiwilligen Feuerwehr Bakonyoszlop für die Region um die Stadt Zirc hervor, sondern würdigte auch die großartige Leistung von Joszef Hédl, dem Präsidenten der Vertretung der deutschen Minderheit in der Stadt. Vor 17 Jahren hatte Hédl die Kontakte mit der Stadt und dem Landkreis Traunstein geknüpft und zusammen mit dem damaligen Kreisbrandrat Engelbert Deininger sowie mit Albert Kutzer, seinerzeit Stadtbrandinspektor von Traunstein, den ersten Hilfstransport mit Feuerwehrausrüstung organisiert.

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Danach nahm die Freiwillige Feuerwehr Traunstein die dringend notwendige Hilfsaktion unter der Führung von Kutzer allein in die Hand. Inzwischen wurden neben der Ausrüstung für die Feuerwehren auch andere Hilfsgüter in die Region in und um Zirc gebracht, wie zum Beispiel Spielzeug für den Kindergarten in Porba, medizinische Geräte und Betten für das Krankenhaus in Zirc oder gebrauchte Bekleidung für die Bevölkerung.

Kaiserin Maria Theresia, auch Königin von Ungarn, hatte während ihrer Regentschaft (1740 bis 1780) deutsche Siedler nach Ungarn geholt. Sie sollten das durch die Türken verwüstete Land wieder aufbauen. Ihre Nachfolger leben heute noch in und um die Stadt Zirc, was Namen wie Wittmann und Baumgartner belegen. Oder auch Ference Wolf, Bürgermeister der Gemeinde Bakonyoszlop. Er berichtete über die vielen Pläne, die die Feuerwehr und die Gemeinde bezüglich des Tanklöschfahrzeugs gemacht haben. Heute erhalte man durch die Zusammenarbeit von Hédl mit der Stadt und der Feuerwehr Traunstein eine große Spende, sagte Wolf. »Wir haben für dieses Feuerwehrfahrzeug ein eigenes Feuerwehrhaus gebaut, auf das wir sehr stolz sind«, so der Bürgermeister.

Neben Oberbürgermeister Christian Kegel, der aus familiären Gründen verhindert war, hatten die Ungarn auch seinen Vorgänger Manfred Kösterke eingeladen, denn während dessen Amtszeit war die Übernahme des ausgemusterten Tanklöschfahrzeugs durch die ungarische Feuerwehr ausgemacht worden. Kösterke freute sich, dass er bei diesem Akt der Freundschaft dabei sein durfte.

»So funktioniert Europa, nicht bei den Regierungen, sondern bei den Menschen oder, wie in diesem Fall, bei den Feuerwehrkameraden«, betonte Kösterke. Für ihn sei es eine Selbstverständlichkeit gewesen, zu kommen. Sein Dank galt der Traunsteiner Feuerwehr, die durch die Feuerwehrkameraden Erwin Eichschmid, Herbert Enthofer, Manfred Ertl, Ernst Fuchsgruber, Albert Kutzer und Klaus Schultes vertreten war. Die Wehr, so Kösterke, habe über viele Jahre den Kontakt aufgebaut und gepflegt.

Außerdem gratulierte der frühere Oberbürgermeister der ungarischen Feuerwehr zur tollen Eigenleistung, mit der sie das Feuerwehrhaus erstellt hat. »Ich hoffe, dass dieses Feuerwehrfahrzeug ein weiteres Zeichen der Freundschaft zwischen den Regionen Traunstein und Zirc sein wird«, sagte Kösterke. Es solle nicht das letzte Zeichen sein. Kösterke übergab dem Kommandanten Tibor Czingiszer die Autoschlüssel und zerschnitt am Tanklöschfahrzeug ein Band in den ungarischen Nationalfarben.

»Danke an alle, die es ermöglicht haben, dass unser Traum Wahrheit geworden ist«, sagte Czingiszer. Die Menschen würden die Aufgaben bei der Feuerwehr neben ihrer täglichen Arbeit übernehmen. Man habe die Unterstützung von Spendern gebraucht, sonst wäre der Traum von einem Feuerwehrfahrzeug nicht wahr geworden. Seine Feuerwehr werde die Technik gut benutzen und erfolgreich für ihre Arbeit einsetzen, versprach er. Bjr