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Ein »touristischer Leuchtturm« für Ruhpolding

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So stellt sich das »Hoteldorf Zell« jetzt im Modell dar, das bei der Informationsveranstaltung ebenfalls präsentiert wurde. (Foto: Burghartswieser)

Ruhpolding. Über 100 Teilnehmer kamen zu der von der Gemeinde organisierten, öffentlichen Informationsveranstaltung zum »Hoteldorf Zell« ins Kurhaus. Nach den Kurzvorträgen von Städteplaner Andreas Jurina, Michael Schroll von der Projektgesellschaft und Holger Hutmacher vom künftigen Betreiber, hatten die Besucher Gelegenheit, noch einige Fragen zum Hotelresort, das als »touristischer Leuchtturm« für Ruhpolding bezeichnet wurde, zu stellen.


»Es handelt sich um ein Projekt von außergewöhnlicher Bedeutung, das dem Tourismus dienen soll«, sagte Bürgermeister Claus Pichler. Schon der letzte Gemeinderat habe sich intensiv damit befasst und auch der Bürgerentscheid im Februar 2011 habe mit über 72 Prozent Zustimmung ein eindeutiges Votum gebracht. Nachdem die TUI ihre Pläne geändert habe und als Betreiber nicht mehr zur Verfügung stand, musste sich die Projektgesellschaft um einen neuen Betreiber kümmern. Mit der »a-ja Resort und Hotel GmbH« konnte man schließlich einen renommierten Pächter finden. Tourismusdirektor Markus Stuckmann bezeichnete die gemeindliche Situation des Tourismus als »Schicksalsgemeinschaft für den Ort«. Der Tourismus sei mit 68 Millionen Euro, die daraus generiert werden konnten, immer noch der Wirtschaftsfaktor Nummer eins in Ruhpolding. Jetzt würden aber inhaltliche und strategische Aufgaben anstehen. »Die Grundproblematik in der Struktur besteht darin, dass lediglich ein Drittel der Gesamtbetten in Hotels zur Verfügung steht. Hier muss die Struktur verändert werden, um wettbewerbsfähig zu bleiben«. Dies sei aber nicht ausschließlich ein Ruhpoldinger Thema, sondern ein landkreisweites. »Wenn wir es schaffen, die beiden Segmente aus Privatvermietern und Hotels zu vereinigen, stehen die Chancen sehr gut«, so Stuckmann weiter.

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Bebaute Fläche wird reduziert

Aus städtebaulicher Sicht stellte der Planer Andreas Jurina das Projekt vor, das nun eine »völlig veränderte Bebauung« vorsieht. Anstelle der ursprünglich geplanten kleingliedrigen Bebauung würde nun nur noch ein Baukörper entstehen. Die Bettenzahl würde von 516 auf 460 in 230 Zimmern reduziert werden und das geplante Parkdeck von 35 mal 130 Meter entfallen. Der geplante Schallschutz an der Nordseite mit rund zwei Metern Höhe liege größtenteils hinter einer Hecke und die Bebauung sei weiter von der Kreisstraße weggerückt und meistens auch niedriger als beim Projekt vorher.

Michael Schroll von der Projektplanungsgesellschaft zeigte sich erfreut, mit der »a-ja Resort und Hotel GmbH« einen Betreiber gefunden zu haben. Mit der Entwicklung des Bauprojektes wurde die Gesellschaft »go along limited« beauftragt. Die neue Zufahrt zum Resort sei bereits mit dem Landkreis abgestimmt. Die bebaute Fläche werde von über 7000 Quadratmeter auf rund 5300 Quadratmeter reduziert und die Bruttogeschoßfläche von 18 400 Quadratmeter auf dann 13 900 zurückgefahren. »Nach der Sommerpause liegen aussagekräftige Gebäudeansichten vor«, sagte Schroll abschließend.

»Wir haben uns aus freien Stücken entschieden, nach Ruhpolding zu kommen«, betonte Holger Hutmacher von der »a-ja« Betreibergesellschaft. Mit ihrer touristischen Kompetenz hätten sie vor, einen »touristischen Leuchtturm« in den Chiemgauort zu bringen. Das Resorthotel sei im Vier-SterneSegment angesiedelt und soll ein »Luxushotel für alle« werden. Mit den 230 Doppelzimmern wolle man einen Ganzjahresbetrieb aufrechterhalten und zusätzlich einen Spa-Bereich mit Badewelt, Saunahaus und Vitalpark anbieten. »Ein öffentliches Konzept, das den Markt in Ruhpolding ergänzen soll«, so Hutmacher. An eine »Verdrängung anderer Vermieter« denke man in keiner Weise, vielmehr an eine Erweiterung des Angebots.

In der Diskussion wurde Hutmacher gefragt, ob es stimme, dass man trotz der Ansiedelung im Vier-Sterne-Bereich keine Sterneklassifizierung vornehmen wolle. Dies beantworte er mit Ja. Ein niedriger Grundpreis sowie alle frei wählbaren Extras ließen dem Gast die Freiheit, seinen Aufenthalt nach eigenen Wünschen und Bedürfnissen zu gestalten und auch nur das zu bezahlen. Auf die Nachfrage, ob im Hotel an Bedienungsservice oder Selbstbedienung gedacht werde, sagte er: »Auch im Sechs-Sterne-Hotel in Dubai wird das Essen in Buffetform angeboten«. Weitere Fragen zur Oberflächenwasserableitung konnten nicht endgültig beantwortet werden, da eine Detailplanung noch ausständig sei.

Baukosten von Banken und Investoren getragen

Andreas Jurina wurde gefragt, ob die Ortsgestaltungssatzung auch für das Hotelprojekt gelte. »Die gilt nur begrenzt, da es sich hier um einen Sonderbau handelt«, sagte der Fachmann. Wie denn die Projektgesellschaft den Bau trotz fehlenden Eigenkapitals finanzieren wolle, wurde nachgehakt. Die Baukosten von rund 28,5 Millionen Euro würden durch zwei Banken und drei bis fünf Investoren zur Verfügung gestellt, war die Antwort. Zudem gehe man davon aus, dass sich die Hotelanlage auch ohne Fördermittel rechnet. Schließlich wurde Bürgermeister Pichler gefragt, ob auch die Gemeinde an dem Projekt finanziell beteiligt sei. Die kurze Antwort war »Nein!«. Er betonte, dass die Gemeinde großes Interesse an der Verwirklichung des Hotels habe. »Bis zum Spatenstich ist aber noch vieles abzuarbeiten«. Hab

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