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»Ein Stück ihres Herzens an Oberwössen verloren«

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Zum 100. Mal war Waltraud Kemp aus Bonn zu Gast in Oberwössen. Das freute auch ihren Sohn Michael Kemp (Dritter von links) sowie Bürgermeister Ludwig Entfellner und Uschi Grünbacher (von links) von der Tourist-Information Oberwössen. Großen Anteil an diesem Rekord haben auch die beiden Gastgeber Hans und Christa Aberger vom Oberwössner Gästehaus Aberger. (Foto: Flug)

Unterwössen – 100-mal zu Gast in Oberwössen, das macht der Waltraud Kemp aus Bonn so schnell keiner nach. »Unerreicht« sieht das Bürgermeister Ludwig Entfellner, der mit sichtlicher Freude am Gästehaus Aberger gratulierte. Zusammen mit Uschi Grünbacher von der Oberwössner Touristinformation sieht er dabei nicht nur die besonderen Leistungen der Bonnerin und ihre Treue zum Ort, sie halten das auch für eine Auszeichnung für die Gastgeber, Christa und Hans Aberger.


Waltraud Kemp gibt zu, sie habe schon »ein Stück ihres Herzens an Oberwössen verloren«. Eine zweifache Liebesbeziehung begann, als sie in den 50er Jahren mit ihrem späteren Mann und ihren Schwiegereltern mit dem Auto nach Oberwössen fuhr. Das war für die junge Frau nicht nur die erste Autofahrt ihres Lebens. Es war auch der erste gemeinsame Urlaub mit ihrem späteren Ehemann. Geschlafen haben die beiden Paare – wie damals üblich – nach Geschlechtern getrennt, jeweils Alt und Jung beieinander, bei Manfred Mix in Oberwössen. Die jungen Kemps schlossen den Ort so in ihr Herz, dass sie auch später regelmäßig mit ihrem Sohn Michael den Urlaub in Oberwössen verbrachten. Und heute, nach dem Tod ihres Ehemannes, ist es der Sohn, der die Mutter in den Chiemgau chauffiert. Seit Oktober 2005 wohnen die beiden regelmäßig im Gästehaus Aberger bei Christa und Hans Aberger. Während sie früher zweimal im Jahr kamen, sind es jetzt manchmal auch drei oder vier Mal. Für die Treue zum Urlaubsort gab es kleine Geschenke und etwas Besonderes: Der zweite Bürgermeister, zweite Vorstand des Verkehrsvereins und Moderator  der Heimatabende Barthl Irlinger erntet immer einen besonderen Lacher, wenn er Gäste ehrt und für Oberwössen wirbt. »Zum 100. Besuch wird der Bürgermeister mit den Gästen ein Oberwössner Grundstück aussuchen«, scherzt er unter dem Lachen der Besucher. Dieses Bild vor Augen hatte sich Uschi Grünbacher daran gemacht, eine Schale Oberwössner Erde mit Gras zu bepflanzen. Sie hat Kühe, ein Huhn, einen Senner als Figuren in die Schale gesetzt. Über die Szene bastelte sie liebevoll aus Papier und Zahnstochern ein Transparent »Oberwössner Grundstück«.

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In fröhlicher Runde feierten alle gemeinsam auf der sonnigen Terrasse des Gästehauses diesen besonderen 100. Besuch bei Kaffee und Kuchen, Brotzeit und Bier. lukk