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»Ein Skandal«

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Reit im Winkl – »Hat dieser Bürgerentscheid Auswirkung auf den gesamten Alpenraum?« Diese Frage stellte die Aktionsgemeinschaft zum Schutz der Saalforste und des Sonntagshorns auf dem Dürrnbachhorn (AG) angesichts der Zustimmung der Bürger und in der Folge der Bayerischen Staatsregierung zu der geplanten Skischaukel am Riedberger Horn. Laut Rudi Till, dem Vorsitzenden der AG, habe das Riedberger Horn nun Beispielfunktion für alle anderen bisher an den Umweltgesetzen gescheiterten Ausbaupläne für Bergbahnen.


Der Bergwaldbeschluss des bayerischen Landtags von 1984 sei bisher ebenfalls ein starker Hinderungsgrund für weitere Ausbaupläne, erläuterte Walter Kellermann von der AG. Der Beschluss besagt, dass Bergwälder von hoher Bedeutung für den Natur- und Kulturraum der Bayerischen Alpen seien, vor Naturgefahren zu schützen und ein Lebensraum für eine Vielzahl von Tier- und Pflanzenarten sind. Rodungen für Freizeiteinrichtungen sind aus diesen Gründen verboten.

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»Plötzlich werden diese Rahmenbedingungen durch einen Bürgerentscheid bayernweit infrage gestellt«, so der Landtagsabgeordnete der Grünen, Ludwig Hartmann. Das könne so nicht richtig sein. Auch Andreas Helminger, Vorsitzender der ÖAV-Sektion Reit im Winkl, und sein Naturschutzreferent Karl-Heinz Schlechter pflichteten ihm bei.

Welche Bedeutung die Entwicklung des Riedberger Horns am Dürrnbachhorn nehmen kann, zeigte Walter Kellermann auf. Die Diskussion um den Zusammenschluss von Winklmoosalm und Heutal mit neuen Bergbahnen werde wohl wieder neue Nahrung finden.

Einig war man sich, dass die wichtigen Entscheidungen nun in München gefällt werden. Kabinett und Landtag müssten den Weg ebnen – was die Opposition wohl nicht verhindern werde können, fügte Hartmann an. »Dass ausgerechnet im Jahr des deutschen Vorsitzes in der internationalen Alpenkonvention der Alpenplan geopfert werden soll, ist ein Skandal«, so Beate Rutkowski, Vorsitzende des Bund Naturschutz. Sie machte deutlich, dass der Bund Naturschutz und andere Umweltverbände gegen eine mögliche Baugenehmigung klagen würden. fb