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Ein sichtbares Zeichen der Volksgläubigkeit

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Feierstunde an einem »magischen Platz«: An der Felswand eines riesigen Findlings befindet sich das neue Wegekreuz des Burschenvereins. (Foto: Burghartswieser)

Ruhpolding. Auf dem Weg von der Glockenschmiede Richtung Thoraualm zweigt auf halber Höhe die Forststraße Richtung Farnböden-Alm ab. Dort, ganz in der Nähe des Hochfelln, hat jetzt der Burschenverein Ruhpolding am Wegesrand ein schmiedeeisernes Kreuz als Zeichen der Volksgläubigkeit und Erinnerung an die verstorbenen Mitglieder des Vereins und Almbauern errichtet.


Im Rahmen der »Ruhpoldinger Almroas« (siehe Bericht auf Seite 10) fand zunächst eine Almmesse, zelebriert von Pfarrer Otto Stangl, am neu errichteten Wegekreuz statt. Die musikalische Gestaltung übernahmen die Weisenbläser der neu gegründeten »Strohnschneid-Musi«. In seiner Predigt ging der Seelsorger auch auf die Bedeutung der Kreuze am Wegesrand ein. »Wir sollen und können beten, wie es uns am Herzen liegt«, sagte er, denn Gott nehme die Menschen ernst. »Habt Vertrauen in allen Zeiten des Lebens, um nicht im Leben zu erstarren.« Der evangelische Ortspfarrer Thomas Schmeckenbecher ging anschließend zunächst noch einmal kurz auf die Geschichte des 1891 gegründeten Burschenvereins ein, ehe er und sein katholischer Amtskollege, Pfarrer Stangl, gemeinsam das Kreuz segneten.

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Direkt am Wegesrand des neu geschaffenen »Salzalpensteiges« befindet sich auf der Farnböden-Alm ein riesiger Findling, der »ideale Ort für das schmiedeeiserne Wegekreuz«, bestätigte Vorsitzender Christian Haller. Ausgesucht hat diese Stelle letztlich Georg Hollweger, der dort einen »magischen Platz und unwiderstehlichen Kraftort« aufgrund der sprudelnden Wasserquellen sieht. Die Entscheidung, hier das Wegekreuz anzubringen, fiel schließlich in gemeinsamem Einvernehmen der Vereinsvorstandschaft. Der Grund dafür sei die Beerdigung des Vereinsmitgliedes Josef Pointner gewesen, an der man leider nicht hatte teilnehmen können. Darum sei die Idee entstanden, für alle verstorbenen Vereinsmitglieder, ehemaligen Vorstände und Almbauern dieses Zeichen zu errichten.

Eingefriedet von einem neuen Stangenzaun und einer zusätzlichen Ruhebank thront nun das Kreuz, das Sepp Kreidl, ein Schmied aus dem Tegernseer Tal zusammen mit Christian Hogger gefertigt hat, über den Wanderern. Umgeben von einem Strahlenkranz befindet sich in der Mitte als Zeichen der gegenseitigen Hilfe und Verbundenheit das Zeichen des Burschenvereins, der innige Handschlag zweier Hände. Und dass der Burschenverein auch an die Nächsten denkt, zeigt die Tatsache, dass die Kollekte der Messe und eine zusätzliche Spende in ein vom Landschaftspflegeverband Traunstein begleitetes Projekt in Bangladesch fließen. hab

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