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Ein schwules Pärchen aus diversen Blickwinkeln

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Maximilian Krull und Lenny Lander als schwules Pärchen, das den Eltern Celine Pohl und Fabian Kürpick (von links) seine Neigung zueinander eröffnet. (Foto: Giesen)

Marquartstein – Eine ebenso unterhaltsame wie hintergründige Geschichte – nicht ganz jugendfrei – hat die Theatergruppe der Oberstufe mit dem Stück »Romeo und Romeo« auf die Bühne des Staatlichen Landschulheims gebracht. Die Leitung hatten Christoph Nöldeke und Lisa Schmalen. Den Text erarbeiteten die Schüler der 11.  und 12. Jahrgangsstufe selbst und arrangierten ihn für die Bühne. Entstanden sind dabei drei ganz unterschiedliche Szenen, die das Thema Homosexualität aus unterschiedlichen Blickwinkeln beleuchten.


Die erste Szene – eine Art Rahmenhandlung – zeigt ein schwules Pärchen, das hinreißend von Hannes von Stein und Yannik Peukert gespielt wurde. Die beiden wollen ein Theaterstück besuchen und bringen den mit seinem Job unzufriedenen Kartenverkäufer (Jakob Ruchnewitz) beinahe zur Verzweiflung. Dann werden die beiden Schauspieler selbst zu Zuschauern und sehen wie in einem Theater im Theater das »Coming-out« zweier Burschen, überzeugend dargestellt von Max Krull und Lenny Lander, vor ihren Eltern (Celine, Pohl, Fabian Kürpick). Beide sind sich offenbar beim Boxtraining näher gekommen. Völlig unbegründet erscheinen ihnen die Sorgen der Mutter, denn so selbstverständlich finden die Jugendlichen zueinander.

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Die letzte Szene des Stücks greift nur entfernt das Thema Homosexualität auf. Inwiefern die in einem Gefängnis Inhaftierten Gefühle für andere Häftlinge entwickeln, konnte der Zuschauer selbst entscheiden und interpretieren.

Nach viel Applaus am Ende des Stücks stellten sich die Schauspieler den vielen Fragen der Zuschauer in einem Publikumsgespräch. Lenny Lander erklärte, dass ein Tabu erst dann gebrochen sei, wenn man darüber Witze machen dürfe. Auch Schweigen sei eine Art von positiver Diskriminierung. Aus diesem Grund hatten sich die Verfasser des Stücks bewusst entschieden, lustige Passagen mit einzubauen.

Im Verlauf des Theaters ließ sich erkennen, dass die Schüler ihr eigenes Stück mit viel Herzblut und großer Spielfreude realisierten. Immer wieder äußerten Zuschauer den Wunsch, dass das Stück nochmal gespielt werden sollte. Für manche der Darsteller beginnen aber kommende Woche die Abiturprüfungen, sodass man erst später auf eine Wiederholung hoffen darf. gi