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Ein Schulhaus gebaut in nur zweieinhalb Wochen

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Innerhalb von nur zweieinhalb Wochen entstand im Busch bei Uganda eine Schule, angeregt und finanziert von Christa Gromotka und Barbara Böhne vom CVJM-Frauenkreis Traunstein.

Traunstein. Über ihr jüngstes Projekt, eine Schule für etwa 70 Kinder im Busch bei Kiyunga in Uganda, berichteten Christa Gromotka und Barbara Böhne beim Treffen des CVJM-Frauenkreises. Eigentlich wollten die beiden in einem Hotel, etwa 50 Kilometer von der Hauptstadt Kampala entfernt, nur Urlaub machen und sich mit den vielen eigenen und den von Freunden gesponserten Patenkindern treffen. Dabei wollten sie sich über deren schulischen Fortschritt und gesundheitlichen Zustand informieren.


Doch lernten sie bei einem Fußmarsch zu einem nahe gelegenen Buschdorf die Lehrerin Annet Nakigudde kennen. Sie hat auf ihrem kleinen Grundstück eine provisorische Hütte errichtet, um 70 Kindern die offizielle Landessprache Englisch sowie Lesen, Schreiben und Rechnen beizubringen. Denn in vielen Familien wird nur Luganda, die Sprache der Einheimischen, gesprochen. Schnell war entschieden, hier muss geholfen werden. Allerdings standen für die zwei geplanten Klassenzimmer nur 1000 Euro zur Verfügung.

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5000 Ziegelsteine, 20 Sack Zement, Sand, 30 Dachsparren, Bretter, Nägel, Eisenbänder und Dachblech mussten besorgt werden. Annet organisierte die erfahrenen Arbeiter. Kaleb, der von Barbara Böhne seit ein paar Jahren unterstützt wird, besorgte das Baumaterial und löste das Transportproblem. Alles begann für afrikanische Verhältnisse sehr flott, doch dann blieben die Arbeiter zu Hause. Von den sechs Arbeitern der ersten Bauwoche blieben in der zweiten Woche nur noch drei. Als dann auch noch das Holz für den Dachstuhl doppelt so teuer war wie kalkuliert, schien das Ziel unerreichbar. Die angedachte Mithilfe der Eltern auf der Baustelle scheiterte, weil zu viele kleine Kinder zu Hause waren, es keine Väter oder nur kranke Mütter gab. Obwohl Barbara Böhne und Christa Gromotka jeden Tag mit einem Rucksack zur Baustelle marschierten, um die Arbeiter mit Trinkwasser und Essen zu versorgen, ging alles nur noch sehr schleppend voran. Er gab ja keine Hilfsmittel, keinen Flaschenzug, keine Betonmischmaschine, nicht einmal Mörteleimer, alles war von Hand zu erledigen.

Trotzdem wurden die Mauern immer höher. Nach vielen Gebeten war klar, Gott lässt die Seinen nicht im Stich und schickte einen der wenigen alten, weisen Männer Ugandas – die meisten Menschen dort sterben jung –, der sofort überall helfend präsent war, ohne etwas dafür zu verlangen. »So wurde er zur Motivation für die verbliebenen Arbeiter, und obwohl er selbst eine Hand kaum gebrauchen konnte, schaufelte er und arbeitete wie wild«, so Gromotka. Weil der etwa 60 Jahre alte Mann jedoch nur Luganda sprach, weiß man nicht einmal seinen Namen.

Die Kinder schleppten das Bauwasser mit Kanistern aus einem Sumpfloch herbei. Von hier schöpften sie auch das Wasser für den täglichen Bedarf in ihren Familien, auch zum Kochen. »Unvorstellbar, wie viele Menschen überall in Afrika so eine gelbe und trübe Brühe trinken müssen, weil es keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser gibt«, so Christa Gromotka gegenüber dem Traunsteiner Tagblatt. Wen wundert es da noch, dass viele Kinder an den Folgen der verschiedensten Darmerkrankungen sterben.

Binnen zweieinhalb Wochen war die Schule trotz aller Widerstände fast fertig. Immerhin gibt es schon ein Fundament, feste Mauern und ein regendichtes Dach über den Köpfen der 70 Kinder. Auf dem blitzsauber aufgeräumten Gelände weihte schließlich der Pastor der kleinen Buschkirche das Gebäude ein, ehe sich ein Fest mit Fettgebackenem, Kuchen und Limonade anschloss. Für die Kinder und Erwachsenen war dies ein wohl unvergessliches Erlebnis, ihre Freude und ihren Dank konnte man lautstark hören, und die fröhliche Ausgelassenheit wollte kein Ende nehmen.

Für den weiteren Ausbau werden noch einige tausend Euro benötigt, denn es fehlen noch der Verputz, Türen, Fenster, Dachrinnen, vor allem eine Regentonne und Schulbänke. Der Toilettenbereich muss neu gegraben und überdacht werden. Die großen Steinblöcke mitten im Grundstück sollten entfernt werden, da kaum Platz für die Kinder zum Spielen ist. Das Beste wäre ein zweites Grundstück. Ein ausgetrockneter Brunnen in der Nähe müsste repariert werden, damit die Kinder das Wasser nicht so weit schleppen müssen und die Qualität um ein Vielfaches besser wäre.

Es gibt noch viel zu tun, wer mit Zeit, Fachwissen und finanziellen Mitteln helfen kann, ist willkommen. Über das Schulprojekt und das Leben der Kinder im Busch hat Christa Gromotka einen 35-minütigen Bildbericht zusammengestellt, der jederzeit für Veranstaltungen gebucht werden kann. Nähere Informationen gibt es unter Telefon 08669/7321. Spenden kann man auf das Konto des CVJM Chiemgau, BLZ 71052050 Kreissparkasse Traunstein, Kontonummer 819169, Verwendungszweck: Spende Jugendförderung Uganda-Schulprojekt.