weather-image

»Ein schönes und durchwegs unproblematisches Festival« ging zu Ende

4.3
4.3
Bildtext einblenden
Stefan Dettl bei seinem Heimspiel in Übersee. Er entschuldigte sich für seinen Auftritt vor zwei Jahren, bei dem er betrunken auf der Bühne stand. (Fotos: Artes)
Bildtext einblenden
Vor allem aufgrund der Hitze waren sie heuer gefragt: Die Helfer der Malteser. Insgesamt aber war es ein sehr ruhiger »Chiemsee Summer« für Polizei und Rettungskräfte.

Übersee – Was für ein Abschluss: Mit einem spektakulären Auftritt von Star-DJ Steve Aoki ging der viertägige »Chiemsee Summer« am Samstag zu Ende. Nicht nur das Wetter spielte heuer perfekt mit, auch die täglich mehr als 20 000 Besucher waren friedlich. So gab es bei einer Abschlusspressekonferenz des Veranstalters ausschließlich Lob für das Festival.


Von einem »Traumpublikum« sprach Martin Altmann, Geschäftsführer der CRP Konzertagentur. Es sei ein »schönes und durchwegs unproblematisches Festival« gewesen. »Besser geht’s nicht, so wie es heuer war«. Dem schloss sich auch Übersees Bürgermeister Marc Nitschke an. Dank des schönen Wetters hätten alle wunderbare Tage verbracht. Er betonte, dass es heuer nur wenig Beschwerden und Anwohnerprobleme gegeben habe und man sich schon auf künftige Veranstaltungen in Übersee freue.

Anzeige

Der neue Digitalfunk war erstmals im Einsatz

Eine Premiere gab es für die Freiwillige Feuerwehr Übersee, wie Kommandant Michael Stefanutti berichtete. Der »Chiemsee Summer« war die erste Großveranstaltung im Landkreis, bei der der neue Digitalfunk zum Einsatz kam. »Es funktioniert ausgezeichnet«, so Stefanuttis Fazit. Die Überseer Floriansjünger waren während des Festivals durchgehend mit 16 Mann am Feuerwehrhaus stationiert, um bei Notfällen schnell reagieren zu können. 46 Einsätze hatten die Feuerwehrler bis Samstagmittag – von der Beseitigung ausgelaufener Betriebsstoffe bis zur Versorgung von Patienten und deren Übergabe an den Rettungsdienst.

»Schön ist es, wenn man uns nicht braucht«

Ein positives Fazit zog auch Wilhelm Horlemann, zuständig für PR- und Öffentlichkeitsarbeit beim Malteser Hilfsdienst. »Schön ist es, wenn man uns nicht braucht. Aber noch schöner ist es, zu wissen, dass wir da sind, wenn man uns braucht.« Horlemann betonte, dass es heuer im Vergleich zu den Vorjahren weniger Behandlungen gegeben habe. Bis Sonntagmittag, zum Ende des Einsatzes, behandelten die Sanitäter und Notärzte 1073 Patienten. Im letzten Jahr waren es – bei allerdings fünf Festivaltagen – 1717 Versorgungen. Lediglich 28 Personen mussten vom öffentlichen Rettungsdienst zur weiteren Versorgung und Behandlung in umliegende Kliniken transportiert werden. Neben den chirurgischen Versorgungen standen Kreislaufbeschwerden und allergische Reaktionen sowie Bauchschmerzen und Magen- und Nierenbeschwerden im Behandlungsfokus. Nur 4,5 Prozent aller Versorgungen waren für Festivalbesucher notwendig, die übermäßig Alkohol konsumiert hatten. Täglich waren rund 180 Helfer im Zwei-Schicht-System im Einsatz. Insgesamt leisteten die fast ausschließlich ehrenamtlichen Malteser-Helfer während des Festivals über 10 000 Einsatzstunden.

»Die Sommertage haben auch uns beschäftigt«, so Rainer Wolf von der Polizei. Rund 120 Strafanzeigen haben die Beamten in den vergangenen Tagen aufgenommen, darunter sind etwa 45 Rauschgiftdelikte. Wie Wolf weiter sagte, wurde »heuer die Sicherheit in den Fokus geschoben«. So seien mehr uniformierte Beamte unterwegs gewesen, um sichtbar Präsenz zu zeigen. Auch bauliche Maßnahmen habe es heuer zum ersten Mal gegeben: Auf der Staatsstraße wurden Betonsperren errichtet, um Anschläge wie in Nizza verhindern zu können. Generell waren stets 80 bis 100 Kräfte im Einsatz, so Wolf. Wichtig war ihm, dass sich die Besucher nicht überwacht fühlen, aber die Polizisten dennoch überall als Ansprechpartner zur Verfügung standen. Auch wollte er keine Beamte mit Maschinengewehren in der Hand an die Eingänge stellen und die Besucher so verunsichern. »Wir wollten keinen Hochsicherheitstrakt.« Die Besucher sollten das Festival auch genießen können.

Einem Thema will sich die Polizei im nächsten Jahr ganz speziell annehmen: den Taschendieben. Wie berichtet, war es am ersten Festivaltag vor der Hauptbühne zu rund 30 Diebstählen gekommen. Wie Wolf erklärte, sind dafür wohl professionelle Diebesbanden verantwortlich. »Darauf werden wir nächstes Jahr ein verstärktes Augenmerk legen.«

Für die FKP Scorpio Konzertproduktionen zog Pressesprecherin Katja Wittenstein das Fazit. »Wir haben auch heuer wieder ein stimmiges Line-Up gebucht.« Der kurzfristige Ausfall der Musikgruppe Wanda sei gut durch einen Auftritt der Donuts kompensiert worden. Im nächsten Jahr wolle man mit ähnlich hochkarätigen Künstlern auffahren. Ein genauer Termin für das Festival steht bisher aber noch nicht fest. Geplant sei aber wieder Ende August.

An den letzten beiden Festivaltagen gab es für die Besucher noch einmal ein abwechslungsreiches Programm. Stefan Dettl entschuldigte sich beim Auftritt von LaBrassBanda am Freitagabend für seinen Ausrutscher vor zwei Jahren, als er betrunken auf der Bühne stand. »Damals habe ich einen brutalen Fehler gemacht. Schauen wir, dass wir uns heute revanchieren.« 25 000 Besucher, darunter auch viele Familien mit Kindern, genossen den eineinhalbstündigen Auftritt, bei dem es auch ein kurzes Zwischenspiel der Mundwerk-Crew gab. Dettl kündigte auch ein neues LaBrassBanda-Album für 2017 und eine Welttournee zu Beginn des kommenden Jahres an. Die erste Single »Mia san di Manna aus dem Bauwagen« gab es als Zugabe.

Star-DJ Steve Aoki schmiss Torten auf die Bühne

Der Höhepunkt am Freitag war für viele Besucher aber der anschließende Auftritt der Fantastischen Vier. Auch nach mehr als 20 Jahren im Geschäft zeigten Smudo, Thomas D., Michi Beck und And. Ypsilon, dass sie nichts verlernt haben und gaben auch altbekannte Hits wie zum Beispiel »Sie ist weg«, »MFG« oder »Troy« zum Besten.

Spektakulär wurde es bei Star-DJ Steve Aoki am letzten Festivaltag. So schmiss der Amerikaner zum Beispiel Torten in das Publikum, hatte ein außergewöhnliches Bühnenbild und es kam viel Pyrotechnik zum Einsatz. Den Besuchern gefiel es. Zwar wurde es vor der »Wilden Kaiser«-Bühne während des Auftritts sehr eng – getanzt, gesprungen und lautstark mitgekreischt wurde aber trotzdem. Es war der perfekte Abschluss für einen traumhaften »Chiemsee Summer« 2016. jar/pv

Mehr aus der Stadt Traunstein
Einstellungen